Oberbuchsiten
Geschäftsaufgabe: Yvonne und Rudolf Arnold müssen ihren Traum verscherbeln

Die Pächter vom Restaurant Rauber in Oberbuchsiten werfen nach zweieinhalb Jahren das Handtuch. Arnolds mussten einen Schlussstrich ziehen, weil das Restaurant zu wenig abwarf. Nun verkaufen die Wirtsleute ihr nicht mehr benötigtes Gastro-Inventar.

Erwin von Arb
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Yvonne und Rudolf Arnold vor ihrem Gastro-Inventar, welchen sie im «Rauber»-Saal für den Verkauf auf den Tischen platziert haben.

Yvonne und Rudolf Arnold vor ihrem Gastro-Inventar, welchen sie im «Rauber»-Saal für den Verkauf auf den Tischen platziert haben.

Erwin von Arb

Der «Rauber»-Saal» gleicht derzeit einer Markthalle. Angeboten wird Gastro-Inventar aller Art, welches auf den Tischen in Reih und Glied aufgestellt feilgeboten wird. Von der Tischdekoraktion über Gläser, Teller, Tassen bis hin zu einem Grill und einer Kaffeemaschine gibt es hier alles zu kaufen, was es für den Betrieb eines Restaurants braucht. Dass sie ihr Inventar auf diese Weise verscherbeln müssten, breche ihr fast das Herz, sagt Yvonne Arnold, welche das Restaurant Rauber zusammen mit ihren Mann Rudolf seit rund zweieinhalb Jahren führt.

«Wir mussten einen Schlussstrich ziehen, weil es für uns finanziell einfach nicht mehr aufging.» Damit meint die 54-Jährige vor allem die in den letzten zwei Jahren stetig geringeren Einnahmen aus dem Restaurationsbetrieb. Einhergehend mit den hohen Betriebskosten habe für sie unter dem Strich nichts mehr herausgeschaut. «Am Schluss mussten wir sogar noch drauflegen», so Yvonne Arnold. Den Pachtvertrag zu kündigen, sei deshalb die logische Folge gewesen. Ihren Traum aufzugeben, sei ihr aber nicht leicht gefallen. «Es schmerzt immer noch», sagt Yvonne Arnold sichtlich mit Emotionen kämpfend.

Arnold-Ära begann im Thal

Mehr Freude bereitet ihr der Rückblick auf ihre ersten Schritte als Wirtin im Jahr 2005 im Jägerstübli in Laupersdorf. Mit viel Engagement gelang es ihr damals, das vorher längere Zeit geschlossene Gasthaus zum Erfolg zu führen. Anfang 2008 folgte dann der Wechsel ins «Kreuz» nach Mümliswil. Diesmal mit ihrem Mann Rudolf an ihrer Seite, der sich als gelernter Metzger und Koch um die Küche kümmerte. Die Ära der Arnolds im «Kreuz» endete mit dem Verkauf des Gasthauses im Jahr 2011.

«Als wir damals sehr motiviert nach Oberbuchsiten kamen, waren wir eigentlich zuversichtlich, wegen der guten Lage an der Hauptstrasse neben dem etwas gehobeneren ‹Chutz› und dem Café Alte Post gut bestehen zu können», erinnert sich Yvonne Arnold. Im ersten Jahr sei es dann auch recht gut gelaufen. «Wir hatten jeden Tag Leute, die zum Znüni kamen, und verkauften rund 25 Mittagmenüs», sagt Küchenchef Rudolf Arnold. Danach seien aber stetig weniger Gäste im Restaurant eingekehrt. Und dieser Trend habe sich bis in die jüngste Zeit fortgesetzt.

Saal wurde zur Hypothek

Arnolds haben keine Erklärung dafür, warum die Gäste ausgeblieben sind. Dem Vernehmen nach gebe es aber noch unzählige andere Gaststätten in der Region, die vor ähnlichen Problemen stünden. Zu tun habe das sicherlich auch mit dem veränderten Freizeitverhalten der Gesellschaft. Da nütze es auch wenig, einen grossen Saal zur Verfügung zu haben.

In diesem könnten zwar grössere Veranstaltungen wir Generalversammlungen, Theatervorführungen oder Firmenanlässe durchgeführt werden. Wirklich viel verdienen könne man mit solchen Veranstaltungen aber nicht, bemerkt Rudolf Arnold mit Verweis auf den Preisdruck der Veranstalter. Und in der kalten Jahreszeit werde der sanierungsbedürftige Saal sogar zur Hypothek. Diesen einen ganzen Tag zu beheizen, verursache sagenhafte Kosten von rund 200 Franken.

«Wir hatten aber auch schöne Zeiten hier in Oberbuchsiten mit treuen Stammgästen», hält Yvonne Arnold rückblickend fest. Leider seien es zu wenige gewesen, um finanziell über die Runden zu kommen.

Ende Monat ist Schluss

Das Ehepaar Arnold hat noch bis Ende Monat Zeit, um ihr nun nicht mehr benötigtes Gastro-Inventar an den Mann respektive an die Frau zu bringen. Denn wirten wollen die beiden definitiv nicht mehr, wie sie betonen. Yvonne Arnold ist froh, dass ihr 59 Jahre alter Mann zumindest wieder eine Arbeit in seinem angestammten Beruf als Metzger gefunden hat. «Das ist eine gute Perspektive.» Sie selbst werde sich nach dem hoffentlich erfolgreichen Verkauf des Restaurantinventars ein wenig Ruhe gönnen im gemeinsamen Eigenheim in Balsthal.

Guido Rauber, der 83 Jahre alte Besitzer des Gasthauses, ist noch nicht schlüssig, wie es mit dem Restaurant weitergehen soll. Seit 1994 waren Arnolds bereits die vierten Pächter im Restaurant Rauber. Ob es die letzten waren, wird sich weisen.

Liquidadationsverkauf: Täglich 14–18 Uhr; Sa, 12. 10./Sa 19. 10. ganztags ab 10 Uhr.

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