Anfangs dieser Woche mussten sich Urs P.* und dessen Schwiegersohn Jakob A.* wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz vor dem Amtsgericht Thal-Gäu verantworten. Sie haben während rund drei Jahren eine Indoor-Hanfanlage mit knapp 1000 Pflanzen betrieben.

Nun ist der Fall aber nicht so einfach, wie er zuerst scheint: Die Beweismittel seien nicht verwertbar, argumentierte Sabrina Weisskopf, Verteidigungsanwältin des Laupersdörfers Urs P.. Der Hausdurchsuchungsbefehl der Polizei habe nämlich nur für den Wohnraum, nicht aber für die angrenzende Scheune gegolten, weshalb die Durchsuchung rechtswidrig ausgeführt wurde.

Sie plädierte während der Verhandlung auf Freispruch. Kollege Dominik Schnyder, der den deutschen Jakob A.* vor Gericht verteidigte, schloss sich Weisskopfs Forderungen an. Die Staatsanwaltschaft hingegen forderte 24 Monate bedingt.

Positive Täterkomponente

Trotz dieser Forderungen entschied das Gericht am Freitag, die beiden Männer schuldig zu sprechen. Sie werden zu einer bedingten Freiheitsstrafe von je 18 Monaten während einer Probezeit von zwei Jahren verurteilt.

«Das Gericht erachtet die Hausdurchsuchung als gültig», sagt Gerichtsschreiber Christoph Geiser. Andere Beweismittel wurden tatsächlich aus den Akten gestrichen, weil sie nicht verwertbar waren. «Die übrigen Beweise reichten aber für eine Verurteilung aus», so Giesser. Trotzdem ist die Strafe gering: «Es gab keinen Grund, die Verfahrensdauer so hinauszuzögern», begründet dies Geiser. Ausserdem seien beide Verurteilten geständig und nicht vorbestraft.

«Weil das Urteil ohne eine Begründung erfolgte, ist es schwierig, zu sagen, wie wir weiterfahren werden», gibt Anwältin Weisskopf Auskunft. «Die Strafe selbst steht bei uns jetzt nicht im Vordergrund. Meinem Klienten ist wichtig, das eingezogene Bargeld von 317'000 Franken zurückzuerhalten.» Von diesem Geld erhält Urs P. laut Urteil nämlich nur 25'000 Franken zurück. «Es ist möglich, dass wir das Urteil deswegen anfechten», so Weisskopf.

* Namen von der Redaktion geändert