Die Gegner des geplanten Primarschulkreises Balsthal-Holderbank denken nicht ans Aufgeben. Im Gegenteil: Sie wollen an der Gemeindeversammlung vom 15. Dezember erneut für die Ablehnung des Zusammenarbeitsvertrags mit Balsthal kämpfen, der aus ihrer Sicht die Schule in ihrer Existenz gefährdet. Dies gelang bereits vor einem Jahr, als sich die Gemeindeversammlung mit 40 gegen 31 gegen die Bildung des Schulkreises aussprach.

An diesen Erfolg anknüpfen wollen die Gegner, wie Oskar Hartmeier vom Komitee für eine aktive Gemeinde Holderbank deutlich macht. «Wenn Holderbank dem Zusammenarbeitsvertrag mit der Primarschule Balsthal zustimmt, wird eine gut funktionierende Schule geschlossen. Das können wir im Interesse des Dorfes nicht zulassen», sagt der 39-jährige Vater von zwei Kindern im Alter von zwei und vier Jahren.

Konkret stellt sich das Komitee gegen die Pläne des Gemeinderates und des Kantons, die wegen der stetig sinkenden Schülerzahlen die Primarschule ab der 3. Klasse nach Balsthal auslagern möchten.

«Der Anfang von Ende der Schule»

Das von Hartmeier ins Leben gerufene Komitee glaubt, dass ein solcher Schritt der Anfang vom Ende der Primarschule in Holderbank sein könnte. Beim zur Diskussion stehenden Zusammenarbeitsvertrag habe Balsthal das alleinige Sagen, Holderbank werde nur eine Statistenrolle zugestanden.

Deshalb spiele es auch keine Rolle, dass Holderbank in der fünfköpfigen Fachgruppe kein Stimmrecht mehr habe. Dass Balsthal in der neusten Vertragsversion zudem Holderbank lediglich als Schulstandort erwähne, ohne zu definieren, welche Klassen dort geführt werden, sei ein weiteres Indiz für die unklare Zukunft der Schule.

Unverständlich findet das Komitee das vom Gemeinderat und vom Kanton eingeschlagene Tempo für die teilweise Auslagerung der Primarschule und dass eine solche überhaupt angestrebt werde. «Die Schule in Holderbank funktioniert als Gesamtes sehr gut und bietet damit eine solide Basis für eine Weiterführung», sagt Hartmeier.

Die für das Schuljahr 2017/2018 nötig werdende Zusammenlegung von 17 Schülern aus der dritten, vierten, fünften und sechsten Klasse zu einer einzigen Abteilung sieht das Komitee nicht als Problem. Das Gegenteil sei der Fall, schwächere Schüler könnten vom Kollektiv profitieren.

Für den Lernerfolg mitverantwortlich sei auch das Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler, was im eigenen Dorf eher gewährleistet sei. Dass für eine solche Klasse keine Lehrkräfte gefunden werden, wie die Befürworter des Schulkreises behaupten, glaubt das Komitee nicht. «Dafür sollte erst einmal der Beweis angetreten werden, bevor wir leichtfertig die Schliessung der Schule einleiten», findet Hartmeier.

«Unsere Argument blieben ungehört»

Diesen klaren Willen vermisse er beim Gemeinderat und bei der Arbeitsgruppe, die für die Ausgestaltung des Zusammenarbeitsvertrags mit Balsthal eingesetzt wurde. An der ersten zwei Sitzungen nahm auch Hartmeier als Vertreter der Gegnerschaft teil. Seiner Sicht der Dinge sei aber keine Beachtung geschenkt worden.

So habe er unter anderem vorgeschlagen, dass Balsthaler Kinder die Primarschule in Holderbank im Rahmen einer Tagesschule besuchen könnten. Und, dass das alte Schulhaus zu diesem Zweck reaktiviert werden könnte, um darin die erste und zweite Klasse und den Kindergarten unterzubringen.

Klar sei das aus finanzpolitischer Sicht von heute auf morgen nicht so einfach zu bewerkstelligen, räumt Hartmeier ein. Die für die Umsetzung nötige Zeit sei mit Blick auf die funktionierende Schule vorhanden.

Für eine etwas längerfristige Denkweise spreche auch die rege Bautätigkeit im Dorf. «Holderbank bietet eine sehr hohe Wohnqualität, ist verkehrstechnisch gut gelegen und hat erschwingliche Landpreise. Das Dorf wird in den nächsten Jahren wachsen und damit auch die Schülerzahlen», zeigt sich Hartmeier überzeugt.

Deshalb dürfe an der Gemeindeversammlung nicht übereilt dem Zusammenarbeitsvertrag mit Balsthal zugestimmt werden. Dass die Gemeinde durch die Auslagerung der Primarschule ab der 3. Klasse nach Aussage der Arbeitsgruppe 120 000 Franken einsparen könne, sei kein Argument, dem Vertrag zuzustimmen. Der Verlust der Schule wiege schwerer als diese Einsparung.

Das Komitee für eine aktive Gemeinde Holderbank behält sich vor, an der Gemeindeversammlung eine Urnenabstimmung für die Vorlage zu beantragen.

Damit der Entscheid wirklich breit abgestützt gefällt werden könne. Schliesslich sei die Gemeindeversammlung nicht immer gleich gut besucht, so Hartmeier.