Egerkingen
«Geniesst die Fasnacht und bleibt kreativ» – Johanna Bartholdi gibt das Zepter ab

Egerkingens Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi übergibt das Zepter für die närrischen Tage an Chräiemueter Jackie I.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Naarechlapf Egerkingen 2020
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Das war der Naarechlapf Egerkingen 2020
Naarechlapf Egerkingen 2020
Naarechlapf Egerkingen 2020
Naarechlapf Egerkingen 2020
Naarechlapf Egerkingen 2020
Naarechlapf Egerkingen 2020

Naarechlapf Egerkingen 2020

Patrick Lüthy

«Oje, in welchen Zeiten leben wir.» Mit diesen Worten startete gestern Abend Egerkingens Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi ihre Ansprache anlässlich des «Naarechlapf», der Stabsübergabe der offiziellen Gemeindeführung an den Naare Rot mit der neuen Chräiemueter Jackie I. Traditionsgemäss kleidete Bartholdi ihre «Abdankung» in eine fasnächtliche Ansprache - mit Hintergrund. «Oje, oje. Blondie in Amerika wird mehr und mehr unberechenbar; Grittli aus Schweden vermiest uns die Lebensfreude; mehrere Präsidenten in Europa haben ein eigentümliches Demokratieverständnis; immer mehr Leute glauben Fake News und Verschwörungstheorien statt dem gesunden Menschenverstand und dann gibt es schlechte Nachrichten aus China, den Crypto-Skandal, 5G-Antennen, Chlorothalonil, Autostau auf der A1.» Dazu kein Spycher für Egerkingen und das schlimmste für Bartholdi: Ihre Coiffeuse hat sich die Hand gebrochen. «Oje, oje».

Man sei also in einem Jammertal, die Zukunft sehe düster aus und der Weltuntergang nur noch eine Frage von ein paar Jahren. Gerade darum komme die Fasnacht genau richtig. Zudem verheisse das Egerkinger Motto «Fiesta Mexicana» ganz viel Fröhlichkeit. Egerkingen bleibt während der Fasnacht «Negerkingen» und diese Tagen seien die Gelegenheit, sich vom immer mehr ausgebreiteten Pessimismus zu erholen. «Kraft zu tanken, um nach den närrischen Tagen umso besser mit einer pragmatisch-optimistischen Lebenseinstellung alle neuen Herausforderungen mit Kreativität an die Hand zu nehmen».
Klar sei es heute geboten, bescheidener zu werden und sich einzuschränken, mahnte die Gemeindepräsidentin. Doch jammern sei der falsche Weg. «Wir dürfen noch Hoffnungen in neue Technologien setzen. Wir dürfen noch Visionen haben. Doch sollen wir optimistisch bleiben. Geniesst die Zeit und geht ‹süferlig› miteinander um.» Damit der Schwung der Fasnacht dann im ganzen Jahr 2020 erhalten bleibe.