Gemeindeversammlung
Balsthal präsentiert Budget, «das so schnell nicht wiederkehrt» – Landverkauf und Disziplin tragen zu gutem Ergebnis bei

33 Balsthaler Stimmberechtigte genehmigen an der Gemeindeversammlung die Rechnung. Sie schliesst mit einem Plus von 5,8 Millionen ab. Budgetiert war ein Plus von 2,7 Millionen Franken.

Peter Wetzel
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Dank Grundstücksverkäufen wie der «Hunzikerwiese» schliesst die Balsthaler Rechnung 2020 mit fast 6 Mio. Franken Ergebnis.

Dank Grundstücksverkäufen wie der «Hunzikerwiese» schliesst die Balsthaler Rechnung 2020 mit fast 6 Mio. Franken Ergebnis.

Bruno Kissling

Die Rechnungsgemeindeversammlung vom Montagabend wurde geleitet von Vizegemeindepräsident Enzo Cessotto. Gemeindepräsident Pierino Menna musste sich wegen Krankheit entschuldigen lassen. Rudolf Dettling, Leiter der Finanzverwaltung, erläuterte das Ergebnis des Rechnungsabschlusses 2020, welches wesentlich beeinflusst worden war durch die realisierten Grundstücksverkäufe (Hunzikerwiese und zwei kleinere Grundstücke) und deshalb wohl nicht so schnell wiederkehren werde, meinte er.

Es resultierte nämlich bei einem Gesamtaufwand von 32,010 Mio. Franken und einem Gesamtertrag von 37,831 Mio. Franken ein Ertragsüberschuss von 5,821 Mio. Franken. Budgetiert war ein solcher von 2,673 Mio. Franken.

«Eine hohe Disziplin aller Beteiligten»

Das gute Ergebnis sei aber auch auf die deutlich besser als erwartet ausgefallene betriebliche Rechnung zurückzuführen, welche mit minus 752 791 Franken gegenüber dem Budget um rund 1,238 Mio. Franken besser abschliesse, betonte Dettling.

«Der Vergleich zwischen Rechnung und Budget zeigt eine hohe Disziplin aller Beteiligten», lobte der Finanzverwalter. Mit der Liquidität aus den Grundstücksverkäufen hätten die kurz- und langfristigen Schulden massiv reduziert werden können. Das Ergebnis soll dem Eigenkapital zugewiesen werden.

Kennzahlen zur Rechnung 2020 von Balsthal

Rechnung 2019 Rechnung 2020
Erfolgsrechnung
Gesamtaufwand 32’010 31’368
Gesamtertrag 37’832 31’786
Jahresergebnis 5’822 418
Steuereinnahmen nat- Pers. 16’035 15’866
Steuereinnahmen jur. Pers. 2’204 1’789
übrige Steuereinnahmen 545 598
Gesamtabschreibungen (inklusive Spezialfinanzierung) 2’126 2’052
Investitionsrechnung
Investitionsausgaben 2’523 2’915
Investitionseinnahmen 960 592
Nettoinvestitionen 1’563 2’323
Weitere Kennzahlen
Steuerfuss nat. Pers. 125 125
Steuerfuss jur. Pers. 120 120
Selbstfinanzierungsgrad 548 130
Eigenkapitaldeckungsgrad 52 34
Netto-Vermögen pro Kopf 146
Netto-Schulden pro Kopf 974

Die Nettoinvestition, die vor allem in den Bereichen Schulbauten, Strassen und Werkhof anfielen, betrugen 1,563 Mio. Franken. Veranschlagt waren 2,292 Mio. Franken. Die Spezialfinanzierungen Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallbeseitigung schlossen alle mit Ertragsüberschüssen ab, welche den entsprechenden Eigenkapitalien zugewiesen wird. Der Souverän stimmte der Jahresrechnung 2020 einstimmig zu.

Postulat «Linksabbieger» gutgeheissen

Als weiteres Traktandum stand ein Postulat von Fabian Müller zur Diskussion. Dieses verlangt vom Gemeinderat, im Zusammenhang mit der Verkehrssituation in der Klus, die Prüfung eines Linksabbiegeverbots von der Sagmattstrasse in die Solothurnerstrasse zu verkehrsreichen Zeiten am Abend. Der Gemeinderat stimmte dem Postulat im April dieses Jahres knapp zu, nachdem an der Rechnungsgemeindeversammlung vom Oktober 2020 Nichtdringlichkeit des Postulats beschlossen wurde. Fabian Müller wiederholte die Beweggründe für sein Postulat.

«Es wäre spannend, einen solchen Versuch zu machen, auch nach der Fertigstellung der Arbeiten in der Lindenallee mit entsprechendem Verkehrsregime»,

sagte Müller. Eine Mehrheit der Stimmberechtigten will einen längeren Versuch mit professioneller Unterstützung wagen und stimmte dem Postulat zu.

Freddy Kreuchi, frisch gewählter Gemeindepräsident, dankte am Schluss den aus der Politik austretenden Gemeinderäten. Speziell erwähnte er Enzo Cessotto und erwähnte seinen langjährigen und mit grossem Engagement geleisteten Einsatz für die Gemeinde und die Region. Ebenfalls gedankt wurde Ursula Ackermann und René Urben. Sein Dank ging auch an Pierino Menna für den fair geführten Wahlkampf.