Gemeinderatswahlen
Balsthal kennt grossen Gewinner und grossen Verlierer – und wie in anderen Thaler Gemeinden gewählt wurde

Nach den Wahlen sind einige neue und jüngere Gesichter in den Thaler Gemeinderäten zu finden.

Fränzi Zwahlen
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Die Erreichbarkeit und die Wohnqualität des Thal werden die neuen Thaler Gemeinderäte in den kommenden vier Jahren beschäftigen.

Die Erreichbarkeit und die Wohnqualität des Thal werden die neuen Thaler Gemeinderäte in den kommenden vier Jahren beschäftigen.

Bruno Kissling

Balsthal kennt einen grossen Gewinner und einen grossen Verlierer dieser Gemeinderatswahlen und beide sind Mitglieder der FDP: Freddy Kreuchi und Enzo Cessotto. Kreuchi schaffte es mit fast 1300 Stimmen der bestgewählte Gemeinderat nicht nur von Balsthal, sondern der ganzen Amtei zu werden. Ein eigentlich erwarteter Erfolg, der mit Kreuchis Glanzresultat in den Kantonsrat seinen Anfang nahm. Hingegen muss Enzo Cessotto nach dem Abschied aus dem Kantonsrat, nun auch im Balsthaler Gemeinderat seinen Sessel räumen. Dies, obwohl Cessotto, der seit 1997 im Rat sitzt, seit Jahren das Vizegemeindepräsidium innehat. Ein Trost: Er ist nach dem Newcomer Thomas Dobler erster Ersatz bei der FDP. Die kritisch-konstruktiven Bauschtler kkB schafften es diesmal nicht mehr, einen Sitz zu holen. Davon profitierte die SVP, die dank Listenverbindung mit der kkB einen Sitz mehr erobern konnte. Ein neues Gesicht ist auch bei der CVP zu finden: Rahel Fluri wird neben Pierino Menna im Rat Einsitz nehmen. Gespannt darf man sein, ob es in Balsthal zu einer Kampfwahl ums Gemeindepräsidium kommt. Christine Rütti (SVP) holte die zweitmeisten Stimmen und schon bei der letzten Gemeindepräsidentenwahl war sie Menna-Gegenkandidatin. Und ebenso spannend wird die Ressortverteilung im Balsthaler Gemeinderat werden.

Die Holderbanker Stimmbürger bewiesen mit dieser Wahl wieder einmal ihre Unberechenbarkeit. Die Liste von Pro Holderbank, die vor vier Jahren vier Sitze auf Anhieb erobern konnte, musste einen Platz der neu erstarkten CVP – die Mitte überlassen. Der Neue auf der CVP-Liste, Peter Bader, überholte den bisherigen und wiedergewählten Viktor Tschan sogar. Hingegen reichte es Erik Hahn, Gemeindevizepräsident nicht, seinen Pro Holderbank-Sitz zu verteidigen. Er wurde vor allem auch von seinem jungen Parteikollegen Dominik Eggenschwiler überflügelt. Gespannt darf man auch hier sein, wer sich für das freiwerdende Amt als Gemeindepräsident zur Verfügung stellt.

Mässige Veränderungen gab es in Laupersdorf trotz der Reduktion des Gemeinderats von neun auf sieben Sitze. Je einen Sitz abgeben musste die SVP und die CVP. Die FDP verteidigte mit dem Bisherigen Dieter Bruttel ihren einzigen Sitz problemlos. CVP-Frau Nicole Sesseli-Müller überholte Partei-Kollege Christian Meister und SVP-Urgestein Beat Künzli sicherte für seine Partei den Sitz. Nach dem Bestgewählten aller Laupersdörfer, Adrian Schaad, kann sich Gemeindepräsident Edgar Kupper als Zweitplatzierter sehen lassen.

Mümliswil-Ramiswil machte seinem Ruf als CVP-Hochburg im Kanton auch bei dieser Wahl alle Ehre. Die «Schwarzen» gewinnen einen Sitz, den die Freisinnigen verlieren, und verfügen damit über sechs von neun Sitzen. Der Rückzug der FDP-Frau und Gemeindevizepräsidentin Rita Füeg könnte hier den Ausschlag gegeben haben. So bleibt mit dem neuen Ruedi Häner ein FDP-Sitz erhalten. Gleich zwei neue CVP-Frauen «erben» sozusagen die Frauensicht im Gemeinderat: Marlene Kohler-Lisser und Nadia Bader-Gelmi. Auch in Mümliswil-Ramiswil widerspiegelt sich das glänzende Resultat, das Rolf Jeggli-Eggenschwiler in den Kantonsratswahlen erreichte. Er überflügelt mit seinen 677 Stimmen all seine Ratskollegen, vor allem auch Gemeindepräsident Kurt Bloch, der 599 Stimmen erhielt. Für eine Überraschung im Guldental sorgt die Wahl des eingebürgerten Goran Nedic, der auf der Liste der SVP der bestgewählte Kandidat ist. Mit seinen 510 Stimmen hat er auf den Zweitplatzierten Thomas Jeker 71 Stimmen Vorsprung und hängte gar den Bisherigen Gabriel Probst ab. Nedic erreichte 157 Stimmen mehr als dieser.

Welschenrohr-Gänsbrunnen und Herbetswil wählen den Gemeinderat am 13. Juni. In Matzendorf und Aedermannsdorf haben stille Wahlen stattgefunden.