Oensingen
Gemeinderat will Salami-Taktik bei Mobilfunk-Antennen verhindern

Orange möchte in Oensingen eine Mobilfunkantenne aufbauen. Der Oensinger Gemeinderat ist davon aber nicht besonders begeistert: er hat das Gesuch sistiert.

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Orange will in Oensingen eine Antenne aufbauen. (Archiv)

Orange will in Oensingen eine Antenne aufbauen. (Archiv)

Keystone

Für den Ausbau ihres Mobilfunknetzes in Oensingen möchte die Firma Orange eine Antennenanlage aufbauen. Die Gemeinde hat eine Anfrage für die Miete einer Fläche erhalten, die sich auf einem Grundstück (Nr. 1043) südlich der Oltenstrasse auf der Höhe des Schützenhauses befindet. Der Gemeinderat hat die Anfrage nicht direkt abschlägig behandelt, das Gesuch jedoch sistiert.

In der Ratssitzung wurde die ablehnende Haltung damit begründet, dass der Gemeinderat vor einiger Zeit gegen den Bau einer Mobilfunkanlage auf dem Dach des Hotels Rondo Einsprache erhoben und damit klar Stellung bezogen habe. Zwar befinde sich der fragliche Standort am Rand des Siedlungsgebiets, jedoch innerhalb der Bauzone. Eine Zustimmung würde in der Bevölkerung auf Unverständnis stossen. Ferner habe der Zweckverband ARA Falkenstein, der von Orange ebenfalls für einen Standort angefragt wurde, ebenfalls Nein gesagt.

Nicht grundsätzlich dagegen

Dem Rat lag ein Antrag vor, die Anfrage abzulehnen. Man wollte dann aber nicht ganz so weit gehen, weil man ja nicht grundsätzlich gegen eine Antenne ausserhalb des Dorfes sei. Das Grundstück liegt in der Zone für öffentliche Bauten, somit könnte die Baukommission ein Baugesuch problemlos genehmigen. Allerdings wolle der Gemeinderat zuerst wissen, welche weiteren Standorte die Firmen Orange und Sunrise noch vorgesehen haben; von Swisscom ist bekannt, dass ihr Bedarf voll abgedeckt sei. Der Rat werde wieder auf das Gesuch eintreten, wenn ein Entwicklungskonzept respektive die Absichten für die nächsten fünf Jahre vorliegen. Damit wolle man einer Salamitaktik entgegenwirken.

Landkauf für Schulhaus

Aus der Schulraumplanung für Oensingen ist hervorgegangen, dass aufgrund des starken Bevölkerungszuwachses ab Schuljahr 2017/18 zusätzliche Unterrichtsräume nötig sind. Diese seien nur durch einen Neubau zu realisieren, idealerweise mit einem Erweiterungsbau beim Schulhaus Oberdorf (wir berichteten). Ein Teil des dafür benötigten Areals mit 1492 Quadratmetern gehört der Familie Jurt. Man einigte sich auf einen Quadratmeterpreis von 425 Franken. Der Gemeinderat hat der Ausarbeitung eines entsprechenden Kaufvertrags zugestimmt. (wak)