Matzendorf
Gemeinderat will für den Erhalt der Poststelle kämpfen

Nach der angekündigten Schliessung der Poststelle Welschenrohr geht der Rat davon aus, dass dies auch bald in Matzendorf geschieht.

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Noch verfügt die Gemeine Matzendorf über eine Poststelle.

Noch verfügt die Gemeine Matzendorf über eine Poststelle.

Bruno Kissling

Ende Oktober liess die die Post verlauten, dass sie in den kommenden Monaten im Dialog mit den Kantonen jene Standorte festlegen will, die bis Ende 2020 nicht durch eine Alternativlösung ersetzt werden sollen. Die Post spricht in diesem Zusammenhang von «garantierten Standorten». Nach dem Entscheid der Post, im Frühling 2017 die Poststelle Welschenrohr zu schliessen und durch eine Agentur im Volg-Laden zu ersetzen, bangt auch der Gemeinderat Matzendorf um die Poststelle.

«Dorf hat Zentrumsfunktion»

Bei der Postleitung könnten ebenfalls bereits Pläne zur Schliessung dieser Poststelle bestehen, befürchtet der Gemeinderat. Das hätte aus Sicht des Rates zur Folge, dass es zwischen Moutier und Balsthal keine Poststelle mehr geben würde. Dies wäre ein grosser Verlust für die Thaler Bevölkerung, findet Gemeindepräsident Marcel Allemann.

Wegen der attraktiven Einkaufsmöglichkeiten sowie weiteren Dienstleistungsangeboten habe sich Matzendorf zu einem Dorf mit regionalem Zentrumscharakter entwickelt. Dies sei auf der gut frequentierten Poststelle spürbar, die auch von Kunden aus dem Berner Jura regelmässig genutzt werde. Deshalb sei der Erhalt der Post auch aus regionaler Sicht von Bedeutung, wie der Gemeinderat betont.

Um auch die Solothurner Regierung davon zu überzeugen, wurde Gemeindepräsident Marcel Allemann diese Woche bei Regierungsrätin Esther Gassler vorstellig. Dies mit dem Ziel, die Matzendorfer Poststelle für vorerst mindestens drei Jahre sicherzustellen.

Auf Anfrage erklärte Gemeindeschreiber Armin Kamenzin, dass es bislang vonseiten der Post noch keine Anzeichen gebe, die auf eine baldige Schliessung der Poststelle in Matzendorf hindeuten würden.

Allerdings sei auch bekannt, dass die Post oft erst dann mit den betroffenen Gemeinden in Kontakt trete, wenn diese Entscheidung offenbar schon getroffen worden sei. Deshalb habe der Gemeinderat entschieden, sich bereits jetzt aktiv für die Erhaltung der Post einzusetzen und dies auch kundzutun.

Manifest am 4. März für die Post

Um ein sichtbares Zeichen für den Erhalt der Post in Matzendorf zu setzen, wird deshalb am 4. März von 10 bis 12 Uhr ein friedliches und proaktives Manifest vor der Poststelle durchgeführt. Um 11 Uhr wird Gemeindepräsident Marcel Allemann offiziell eine Rede halten.

Ob der Gemeinderat Matzendorf zurecht um die Zukunft der Poststelle im Dorf bangt, wollte die Post auf Anfrage nicht kommentieren. «Aktuell führen wir keine Gespräche in Matzendorf zur Postversorgung vor Ort», liess Markus Flückiger, Kommunikationsverantwortlicher Postnetz Mitte, dazu lediglich verlauten.

Beruhigen dürfte diese Antwort den Matzendörfer Gemeinderat wohl nicht wirklich, sondern ihn vielmehr darin bestärken, weiter für die Poststelle zu kämpfen. (slm/eva)

Senioren mehr bieten

Gemeindepräsident Marcel Allemann formulierte an der ersten Sitzung im neuen Jahr seine Ziele für den Gemeinderat. Unter anderem erwähnte er die Ortsplanungsrevision und in diesem Zusammenhang die Beschaffung von neuem Bauland.

Matzendorf habe mit der Realisierung der Rösslimatte einen entscheidenden Schritt in Richtung «Wohnen im Alter» gemacht. Allemann kündigte an, dass den Senioren künftig noch mehr geboten werden soll. Ferner soll der Zentrumscharakter von Matzendorf mit weiteren Angeboten ausgebaut werden. Als weiteres Ziel nannte Alleman die Reduktion der Prokopfverschuldung.

Für die etappenweise Umrüstung der Strassenbeleuchtung auf LED waren für 2016 insgesamt 90 000 Franken budgetiert. Mit Projektkosten von 73 360 Franken das Budget nicht ausgeschöpft. In Abzug gebracht werden können ferner 6200 Franken, die aus dem nationalen Förderprogramm effeSTRADA in die Gemeindekasse fliessen. Der Rat genehmigte die Projektkosten einstimmig. (slm)

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