Egerkingen
Gemeinderat sagt Nein zu den Plänen des Kantons

Die Gemeinde Egerkingen hat eine Einsprache gegen die geplante Umgestaltung der Industrie- und der Unterführungsstrasse verabschiedet.

Elvira Biedermann
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Auch die Kreuzung Industrie-/Unterführungsstrasse wird von der Sanierung betroffen sein.

Auch die Kreuzung Industrie-/Unterführungsstrasse wird von der Sanierung betroffen sein.

Bruno Kissling

Der Gemeinderat erhob beim Kanton Einsprache gegen die geplante Umgestaltung der Industriestrasse und der Unterführungsstrasse . Der Einsprache liegen Überlegungen zur gegenwärtigen und zukünftigen Verkehrssituation an der Industriestrasse zugrunde. Schon heute kommt es während der Morgen-, Mittags- und Feierabendstunden zu unerwünschten Staus in beiden Richtungen.

Diesbezüglich erachtet der Gemeinderat die gemäss Erschliessungsplan auf Höhe Froschacker beidseitig als Fahrplanhaltestellen ausgestalteten Bushaltestellen und die damit gewünschte Verkehrsberuhigung als kontraproduktiv, weshalb er stattdessen fordert, die Haltestellen als Bushaltebuchten auszubauen.

Gemeinderat will Planung für zukünftige Belastung

Mit dem neu erstellten Park- und Gewerbehaus Ganggeler sind per 1. Juli 2016 1800 Quadratmeter Büro- und Gewerbefläche bezugsfähig, zusätzlich sind weitere Neuansiedlungen sowie Erweiterungen bestehender Industrie- und Gewerbebetriebe an der Industriestrasse geplant. Mittelfristig zu berücksichtigen ist zudem die Realisierung der öV-Drehscheibe beim Bahnhof Egerkingen und längerfristig die geplante Regionale Arbeitszone im Altgraben/Widenfeld.

In Anbetracht dieser Projekte fordert der Gemeinderat, die Industriestrasse sei so umzugestalten, dass der Verkehrsfluss verflüssigt und nicht weiter gehemmt wird. Die Kapazität der Industriestrasse sei so auszulegen, dass nicht nur die heutige Situation merklich verbessert wird, sondern auch die zukünftigen Belastungen absorbiert werden können.

Mehrjahresprogramm Kantonsstrassen

Der Gemeinderat nahm Kenntnis vom Entwurf des Mehrjahresprogramms Kantonsstrassen 2017 – 2020. Zu den Projekten und den vorgesehenen Terminen für deren Planung und Umsetzung hatte er grundsätzlich keine Bemerkungen anzubringen, Bedenken äusserte er einzig bezüglich des vorgesehenen Ausführungszeitpunkts der «Intermodalen Drehscheibe Bahnhof».

Nachdem ursprünglich von einem Realisierungshorizont 2015 – 2018 ausgegangen wurde, wird befürchtet, der Gemeinde Egerkingen könnten die vom Bund zugesicherten 0.99 Mio. Franken entgehen, wenn die Ausführung erst in den Jahren 2020–2022 erfolgt. Da die Federführung bezüglich Projektierung und Ausführung beim Kanton liegt, forderte der Gemeinderat den Kanton auf, alle erforderlichen Massnahmen zu treffen, um die Bundesbeiträge sicherzustellen.

Friedensrichter reichte seine
Demission ein

Der Gemeinderat nahm mit Bedauern Kenntnis von der Demission von Silvan von Arx-Belser, Egerkingen, als Friedensrichter des Friedensrichterkreises Gäu per Ende Legislatur 2013/17.

Dem Kreis gehören die Gemeinden Egerkingen, Härkingen, Neuendorf und Niederbuchsiten an. Die Demission wurde genehmigt. Als federführende Gemeinde wird Egerkingen gemeinsam mit den weiteren Vertragspartnern nach einer geeigneten Nachfolge suchen.

Keinen geeigneten Standort für
offenen Bücherschrank

Der Gemeinderat beantwortete eine Anfrage des Kulturkreises Egerkingen betreffend Errichtung eines offenen Bücherschranks. Der Rat sieht momentan keinen geeigneten Standort auf öffentlichem Areal und empfahl dem Kulturkreis, nach privaten Möglichkeiten zu suchen.

Dem Kulturkreis Egerkingen wurde zum Start des Projekts ein einmaliger Betrag von 2000 Franken aus den Kurtaxeneinnahmen gesprochen, gleichzeitig wurde festgehalten, dass die Verantwortung für Betrieb und Unterhalt des offenen Bücherschranks beim Kulturkreis liegen müsse.