Der Gemeinderat lässt das aktuelle Projekt für eine Solaranlage auf der Multifunktionshalle bei der Kreisschule Bechburg Oensingen fallen. Damit sei das Projekt nicht grundsätzlich vom Tisch, je nach Situation und Angebot könne man wieder darauf zurückkommen, wurde an der Ratssitzung vom vergangenen Montagabend erklärt. Doch dann müsse das Angebot deutlich anders, sprich positiver aussehen als heute. Damit ist auch der zweite Anlauf für einen Vertrag mit der AEK Energie AG gescheitert, welche die Anlage auf dem Dach der Halle in Eigenregie erstellen wollte (wir berichteten).

Es würde Überschuss produziert

Ein erster Vertrag war vorhanden, den die AEK dann aber nicht unterzeichnete, sondern einen neuen ankündigte. Dieser enthielt dann allerdings für Oensingen weniger gute Bedingungen als der erste Vertrag. Die einmalige Umtriebsentschädigung von 15 000 Franken und der jährliche Dachnutzungsbeitrag von 580 Franken fehlten. Dafür wurde festgehalten, dass die Gemeinde Oensingen den produzierten Strom einkaufen soll zu 20 Rappen pro kWh. Für den ins Netz eingespeisten Strom bekäme die Gemeinde 12 Rappen vergütet.

Die geplante 665 Quadratmeter grosse Anlage würde jährlich 125 000 kWh produzieren, davon werden jedoch nur 10 bis 30 Prozent für die Sportstätte gebraucht. Energie für die Warmwasseraufbereitung der benachbarten Kreisschule kommt nicht in Betracht, denn diese wird vom Fernwärmenetz bezogen.

Also müsste der grosse Teil des Stromes ins Netz eingespeist werden, wofür eine stärkere Anschlussleitung nötig wäre als die projektierte, was wiederum Mehrkosten von etwa 12 000 Franken nachziehen würde – zulasten der Gemeinde. Unter diesen Bedingungen sah es der Gemeinderat – trotz Label Energiestadt – als nicht sinnvoll an, das Projekt weiter zu verfolgen. Eine andere Institution für Solarenergie habe sich noch gemeldet, doch deren Angebot sei nicht besser als jenes der AEK.

So oder so vorläufig nicht

Zwischen dem ersten und dem zweiten Vertrag hatte der Gemeinderat bereits entschieden, dass vorderhand keine Solaranlage auf das Dach der Multifunktionshalle kommt. Denn unterdessen war der Bau so weit fortgeschritten, dass nicht mehr länger zugewartet werden konnte. Das Dach wurde zur Begrünung freigegeben. Der Eröffnungstermin vom 28. Juni dürfe auf keinen Fall gefährdet werden. Bauseits wird trotzdem sichergestellt, dass eine Photovoltaikanlage nachträglich installiert werden kann. (wak)