Balsthal
Gemeinderat hat aus Zeitdruck in der Hallenbadfrage selber entschieden

Am letzten Donnerstag hat der Gemeinderat entschieden, dass die erste Etappe der Hallenbadsanierung gestartet wird. Im Vorfeld wurden Stimmen laut, die einen neuen Entscheid bezüglich der Sanierung an der Gemeindeversammlung verlangten.

Philipp Felber
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Wird nun endgültig saniert: das Hallenschwimmbad Falkenstein in Balsthal.

Wird nun endgültig saniert: das Hallenschwimmbad Falkenstein in Balsthal.

Bruno Kissling

Trotz Gegenstimmen macht der Gemeinderat vorwärts in der Hallenbadfrage. Ist das denn noch der Wille der Gemeindeversammlung. Fakt ist, die gesprochene Summe von 1,7 Millionen Franken wird nun nicht, wie vorgesehen für die Sanierung und Attraktivierung gebraucht, sondern in einer ersten Etappe für eine dringend notwendige Sanierung. In der zweiten Etappe soll dann eine kleine Attraktivierung durchgeführt werden.

Entscheid sei dringend gewesen

«Wenn wir den Entscheid noch mal einen Monat herauszögern, dann reicht das nicht mehr, um die Arbeiten bis Ende Oktober abschliessen zu können», sagt Roland Stampfli, Gemeindepräsident von Balsthal. Denn Ende Oktober müsste die erste Etappe beendet sein, um den Badbetrieb aufrechtzuerhalten.

Insbesondere die Lüftung mache Probleme. «Möglich, dass die Lüftung von einem Tag auf den anderen aussteigt.» So könne es sein, dass der Betrieb des Hallenbades eingestellt werden müsse. «An der Gemeindeversammlung haben sich zwei Drittel für einen Erhalt des Badbetriebes ausgesprochen», erklärt Stampfli den Entscheid des Gemeinderats.

An der Budgetgemeindeversammlung ging der Souverän noch davon aus, dass das Hallenbad durch die 1,7 Millionen Franken teuren Anpassungen für die nächsten 20 Jahre fit gemacht werde. Geht der Gemeinderat auch heute noch von einer solchen Zeitspanne aus? «Wir hoffen es. Doch das Bad ist 43 Jahre alt, deshalb sind wir momentan etwas vorsichtiger, aber wahrscheinlich wird es reichen», äussert sich Stampfli zurückhaltend.

Von 1,7 auf 6 Millionen Franken

Im September letzten Jahres wurde publik, dass die Gesamtsanierung inklusive einer Attraktivierung auf 6 und nicht 1,7 Millionen Franken zu liegen kommen würde. Das erste Vorprojekt, noch betreut von der Firma Probading, auf welchem der Kredit der Gemeindeversammlung schlussendlich beruht, und die eingereichte Offerte der Firma Beck liegen 4,3 Millionen Franken auseinander.

Wie kam es zu einem solchen Unterschied? «Die Firma Beck hat die Situation minutiös untersucht. So kam man zum Schluss, dass quasi alles neu hätte gemacht werden müssen. Inklusive einem Anbau, um alle technischen Anlagen unterzubringen», so Balsthals Gemeindepräsident. Bezeichnend dabei: Auf die Sanierung/Attraktivierung ging nur gerade eine Offerte ein, und dies nicht einmal von derselben Firma, die noch das erste Vorprojekt betreut hatte.

Nun werden die ersten Offerten eingeholt, um die Startetappe der Sanierung noch bis zum Start der Hallenbadsaison abzuschliessen. Ersetzt werden laut dem Gemeindepräsidenten die Wasseraufbereitung und die Lüftung. Die Kosten der ersten Etappe beziffert Stampfli mit zirka einer Million Franken. In der zweiten Etappe soll eine Attraktivierung des Eingangsbereichs, der Dusche und WC-Anlagen und der Badmeisterloge angegangen werden.

«Ich nehme nicht an, dass wir den gesamten Kredit brauchen. Wir schauen, dass wir so wenig wie möglich brauchen, aber dass es trotzdem reicht, um eine gute Sache zu erstellen», so Stampfli. Der Gemeindepräsident bleibt denn auch dabei, dass es vom Gemeinderat rechtens war, die Sache nicht mehr vor die Gemeindeversammlung zu bringen.

«Eine wesentliche Änderung, die es nötig gemacht hätte, das Projekt noch einmal vor den Souverän zu bringen, wäre eine Abweichung des heutigen Projektes in ausschlaggebenden Punkten», sagt André Grolimund vom kantonalen Amt für Gemeinden. Aber im Nachhinein zu beurteilen, welche Punkte für den Entscheid der Gemeindeversammlung ausschlaggebend war, sei schwierig zu beantworten.

Erhalt des Bades im Vordergrund

Stampfli versteht zum Teil den Unmut in der Bevölkerung über den Entscheid. Doch es seien auch Briefe reingekommen, in welchem das Vorgehen des Gemeinderats unterstützt wird. So kommt zum Schluss, dass allfälligen Wortbegehren an der Gemeindeversammlung in diese Richtung mit dem Hinweis auf die Notwendigkeit der Sanierung entgegnet werden könne. Schliesslich habe sich auch schon eine Motion, welche vor zirka vier Jahren 400 Leute unterschrieben hätten, für den Erhalt des Bades ausgesprochen.

Stampfli kommt zudem zum Schluss, dass das Bad sicher seine Berechtigung hat, wenn es auch teuer sei. Gerade Kinder, welche in weiterführende Schulen kommen, profitieren vom Schwimmunterricht im Hallenbad.

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