Über das Grundstückdreieck «Hauptstrasse-Kestenholzstrasse-Kronengasse», Unterdorf mit den Parzellen 701 bis 710 wurde vom Gemeinderat im Februar 2011 eine fünf Jahre geltende Planungszone festgelegt. Damit sicherte sich die Gemeinde als Besitzerin der grössten Parzelle Nummer 708 mit total 5877 m2 das Mitspracherecht bei der künftigen Nutzung und Bebauung des gesamten Areals. Auf der Parzelle der Gemeinde befinden sich an der Hauptstrasse gelegen der Werkhof und das für den Kindergarten genutzte Schulhaus.

Bereits 450'000 Franken investiert

In das Projekt hat die Gemeinde bisher 450'000 Franken investiert. 100'000 Franken entfallen auf den am 10. Dezember 2012 von der Gemeindeversammlung bewilligten Investitionskredit für die Projektentwicklung des Gebiets «Planungszone Unterdorf».

350'000 Franken waren von der Gemeindeversammlung im Dezember 2013 für die Erarbeitung des Gestaltungsplans «Entwicklungszone Unterdorf» gesprochen worden. Zudem wurde ein umfassendes städtebauliches Workshop-Verfahren durchgeführt. Dessen Resultate sowie die weiteren Schritte waren im Februar 2015 vom Gemeinderat verabschiedet und wurden im nun vorliegenden Synthesebericht zusammengefasst.

Den aktuellen Stand des Projekts im Unterdorf erläuterten an der Sitzung des Gemeinderates zwei Vertreter der Nüesch Development AG (Zürich). Dieses Planungsbüro hatte im Januar 2013 vom Gemeinderat den Auftrag zur Entwicklung des Grundstückdreiecks im Unterdorf erhalten und verfüge deshalb über fundierte Kenntnisse, wie im Rat erwähnt wurde. In Bezug auf die Ausgangslage wurde von den Referenten festgestellt, dass die Verfügbarkeit der Grundstücke noch nicht ausreichend abgeklärt wurde und der Immobilienmarkt problembehaftet sei.

Die grau markierte Parzelle mit einer Grösse von 5877 m2 befindet sich im Besitz der Einwohnergemeinde Oensingen.

Die grau markierte Parzelle mit einer Grösse von 5877 m2 befindet sich im Besitz der Einwohnergemeinde Oensingen.

Ungünstig verlaufende Parzelle

Die Vertreter der Nüesch Development AG zeigten sich aber dennoch überzeugt davon, dass auf dem zur Verfügungen stehenden Areal ein städtebaulich ansprechendes Projekt erstellt werden kann, welches der Entwicklungsstrategie von Oensingen gerecht werde. Um die Form der etwas ungünstig verlaufenden Parzelle der Gemeinde zu verbessern, sollten die Besitzer der angrenzenden Parzellen für eine Zusammenarbeit motiviert werden, rieten die beiden Planer.

In Bezug auf das weitere Vorgehen, respektive Planungsschritte, wurden zwei Kooperationsformen vorgestellt. Zur Auswahl stand die weitere Projektentwicklung in Form einer Dienstleistung unter der Federführung der Gemeinde. Bei diesem Modell hätte die Gemeinde zwar die Kontrolle in Bezug auf Gestaltung, Nutzung und den Investor, müsste aber die Investitionen von etwa 550'000 Franken selbst aufbringen. Der Gemeinderat war sich rasch einig, dass dieses Kooperationsmodell mit Blick auf die finanzielle Lage der Gemeinde und wegen der fehlenden fachlichen Ressourcen nicht infrage kommt.

Gestaltungsplan als Instrument

Der Rat entschied sich in der Folge für das Modell, bei welchem die
Nüesch Development AG als kooperativer Investitionspartner auftritt, verbunden mit der Option für einen Kauf. Als Zeithorizont bis zur Umsetzung des Gestaltungsplans und die mögliche Einbindung eines Investors wurden 24 Monate genannt, was auch der Optionsdauer entspricht.

Bei diesem Modell fallen für die Gemeinde bei der Entwicklung des Projekts keine Kosten an, das Risiko wird vom Investor oder vom Entwickler getragen. Als Nachteil wurde bemerkt, dass die Gemeinde nicht mehr die vollständige Kontrolle über die Nutzung und die Gestaltung des Projekts hat. Im Rat setzte sich die Meinung durch, dass die Gemeinde mit dem Gestaltungsplan über genügend Möglichkeiten verfüge, um auf das Projekt Einfluss zu nehmen.

Die Absichtserklärung für den kooperativen Entwicklungsprozess zur Entwicklung des Grundstückdreiecks Unterdorf, wurde vom Rat einstimmig gutgeheissen. Als wichtig erachtet wurde vom Gemeinderat, dass die Räume für den Kindergarten im Schulhaus an der Hauptstrasse erhalten bleiben.

Neuer Platz müsse hingegen beim «Projekt Unterdorf» für die im Werkhofgebäude untergebrachte Jugendarbeit geschaffen werden, weil sich eine Sanierung dieser Liegenschaft nicht mehr lohne. Deshalb habe sich der Rat auch für den Kauf der Halle der ehemaligen Brunner Transporte entschieden, um dort den Werkhof zentral unterzubringen.

Brunner Transporte AG an der Hirsackerstrasse 26 in Oensingen - möglicher neuer Standort für den Werkhof der Gemeinde Oensingen.

Brunner Transporte AG an der Hirsackerstrasse 26 in Oensingen - möglicher neuer Standort für den Werkhof der Gemeinde Oensingen.