Sie stehen in den nächsten Jahren an der Spitze ihrer Gemeinde: Bruno Born in Aedermannsdorf, Stephan Joray in Gänsbrunnen, Stefan Schneider in Welschenrohr, Fabian Gloor in Oensingen und Markus Zeltner in Niederbuchsiten. Dabei wurde die grosse Mehrheit der Präsidenten still oder ohne Gegner in ihr Amt gewählt oder bestätigt. Nur für Fabian Gloor gab es eine Kampfwahl.

Bruno Born macht gerne weiter

Bruno Born ist schon seit 2009 Gemeindepräsident in Aedermannsdorf. Ohne Gegner wurde er in sein Amt gewählt. Kurz habe er sich zwar überlegt, einen Nachfolger für sein Amt zu suchen. «Aber dann haben doch klar die schönen Seiten seines Amtes überwogen», sagte er bereits im März gegenüber dieser Zeitung. Amtsmüde sei er noch nicht. Und nach seiner Pensionierung im Jahr 2018 habe er sowieso genug Zeit, sich seinen Aufgaben als Gemeindepräsident zu widmen.

Aedermannsdorf hat also noch einmal vier Jahre, um einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin für Bruno Born zu suchen. Dieser oder diese steht noch nicht in den Startlöchern. Und Bruno Born sagte vor einigen Monaten klar: «Ich denke nicht, dass es meine Aufgabe ist, mich um meine Nachfolge zu kümmern». Bei der Suche nach einem Gemeindeoberhaupt achtet Aedermannsdorf nicht auf Parteipolitik. Die Gemeinde hat sie schon lange durch konstruktive Sachpolitik ersetzt.

Joray freut sich auf sein Amt

Stephan Joray (überparteiliche Liste) in Gänsbrunnen ist neu in seinem Amt als Gemeindepräsident. Und in der Politik allgemein. Aber: Er kennt Gänsbrunnen gut, ist dort aufgewachsen. Darum fiel ihm die Entscheidung auch nicht schwer, in die Politik einzusteigen. Er sei angefragt worden, erinnert sich Joray. «Und dann wurde schnell eine ernsthafte Debatte daraus, ob ich diese Herausforderung annehmen möchte». Schliesslich habe er sich dann dafür entschieden, denn «in einer kleinen Gemeinde wie Gänsbrunnen schauen wir aufeinander. Ich habe gute Leute um mich herum, die mich sicher bei dem Amt unterstützen werden».

Nervös, ja, das sei er aber jetzt schon ein bisschen, gibt er zu. Die Wahl in den Gemeinderat schaffte Joray dagegen nicht. «Das hat aber strategische Gründe», ist er überzeugt. Im Gemeinderat nimmt er trotzdem Platz, Roman Alleman überlässt ihm seinen Sitz. Wie in Aedermannsdorf spielt in diesem Gemeinderat die Parteipolitik keine Rolle. Im Rat sind Mitglieder einer Überparteilichen und einer Freien Liste vertreten.

Schneider gewährt Gnadenfrist

Stephan Schneider (FDP) in Welschenrohr hat schon einige Jahre Erfahrung als Gemeindepräsident. Seit 2008 steht er im hinteren Thal an der Spitze der Gemeinde. Und eigentlich reicht ihm das auch. So gab er im letzten Jahr bekannt, dass er im Jahr 2017 nicht mehr antreten wolle. «Nur im Notfall möchte ich im Amt bleiben», sagte er gegenüber dieser Zeitung. Nun ist der Notfall eingetreten. «Für mich stand keine Nachfolge bereit», sagt Stefan Schneider. Obwohl er bereits vor über einem Jahr klar gemacht habe, dass er das Amt gerne abgeben wolle. «Es gab dann auch kurzzeitig einen Kandidaten, der ist dann aber abgesprungen», so Schneider. Da habe er seine Kollegen im Gemeinderat und der Partei auch nicht im Stich lassen wollen.

Aber: «In spätestens eineinhalb Jahren ist endgültig Schluss!», sagt Schneider klar. Bis dahin erwarte er von allen Parteien, dass sie sich auf die Suche nach einer Nachfolge machen. Seine Partei, die FDP, besetzt mit vier zwar die Mehrheit der Sitze im Gemeinderat. Daneben hält die SVP neu zwei Sitze, die CVP drei Sitze. Das solle bei seiner Nachfolge aber keine Rolle spiele, so Schneider. Dass er selber nicht mehr weitermachen will, liegt nicht daran, dass ihm der Job als Gemeindepräsident keinen Spass macht. Aber nach dem langen Engagement in der Gemeinde wünsche er sich wieder mehr Zeit für seine Familie, so Schneider.

Blitzstart in Oensingen

Hochmotiviert startet hingegen Fabian Gloor in Oensingen in seine erste Amtszeit als Gemeindepräsident. Mit einem Glanzresultat von 72,2 Prozent wurde er für die CVP in sein Amt gewählt. Er setzte sich gegen Theodor Hafner von der FDP und Georg Schellenberg von der SVP durch. Mit diesem klaren Resultat habe er nicht gerechnet, sagte er danach freudig. Ausserdem wird Fabian Gloor in den nächsten Jahren im Kantonsrat in Solothurn sitzen. Als «lebensverändernd» bezeichnete er seine Wahl als Gemeindepräsident.

Gloor hat bereits Erfahrung gesammelt im Gemeinderat in Oensingen, sechs Jahre war er dort für die Finanzen zuständig. Er freut sich auf die Zeit als Gemeindepräsident, hat dafür seinen Job bei der CVP Basel-Stadt gekündigt. Aber: 30 Jahre werde er das Amt wohl nicht ausführen, so Gloor nach der Wahl. Seine CVP profitierte bei den Gemeinderatswahlen übrigens vom «Gloor-Effekt». Die CVP besetzt in der nächsten Amtszeit drei Sitze im Rat, die FDP zwei und SP und SVP je einen.

Kein Wechsel in Niederbuchsiten

In Niederbuchsiten bleibt der bisherige Gemeindepräsident Markus Zeltner (CVP) nach stiller Wahl im Amt. Schon seit 16 Jahren ist er Gemeindepräsident. Bis jetzt gibt es niemanden, der ihn ablösen könnte. Auch wenn Zeltner nach eigenen Angaben bereit wäre, sein Amt abzugeben. In Niederbuchsiten hält seine CVP vier Sitze im Gemeinderat, die FDP drei.