Laupersdorf

Gemeindepräsident: «Windräder gehören nicht auf die Jurahöhen»

Edgar Kupper ist der Wechsel von der Bürgergemeinde zur Einwohnergemeinde gut geglückt.

Edgar Kupper ist der Wechsel von der Bürgergemeinde zur Einwohnergemeinde gut geglückt.

Gemeindepräsident in der Amtei Thal-Gäu und Kantonsrat Edgar Kuppper will neuen Wohnraum für Junge schaffen. Zudem ist er gegen den Windpark Schwängimatt: Die Jurahöhen sollen frei von Windkraftanlagen bleiben.

Edgar Kupper ist 44 Jahre alt und ist im Weiler Höngen ob Laupersdorf aufgewachsen. Die Schulen besuchte er in Laupersdorf und in Balsthal. Der gelernte Landwirt und Ingenieur Agronom HTL betreibt auf seinem Biobauernhof Milchwirtschaft und Ackerbau. Kupper hatte von 2000 bis 2013 Einsitz im Bürgergemeinderat, die letzten acht Jahre war er Bürgergemeindepräsident.

Seit 2011 ist er zudem im Kantonsrat. Edgar Kupper ist verheiratet mit Nadia und hat drei Kinder, Elena 13, David 11 und Ladina 7. Seine Freizeit verbringt er gerne in der Natur, beim Skifahren auf der Piste oder bei seiner Familie.

Wie haben Sie die ersten sechs Monate Ihrer Amtszeit erlebt?

Edgar Kupper: Ich hatte sehr gute Reaktionen und Begegnungen. Der Gemeinderat, dem ich vorher ja nicht angehört hatte, hat mich wohlwollend und mit Respekt aufgenommen. Die Diskussionen und Verhandlungen im Rat laufen zielorientiert, sachlich und kollegial ab.

Auch mit den Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung und den Kommissionspräsidenten habe ich einen regen Gedankenaustausch; es wird offen und transparent kommuniziert, was ich sehr schätze. Für die Ausübung meines Amtes ist dies ein zentrales Anliegen von mir. Insgesamt habe ich den Eindruck, dass ein sehr gutes Arbeitsklima herrscht.

Was konnten Sie bisher bewirken?

Ich versuche die Geschäfte gut vorzubereiten, um damit der Teamgeist aller Beteiligten zu fördern. Weil mein Vorgänger, der Gemeinderat, die Kommissionen und die Gemeindeverwaltung gute Arbeit geleistet haben, hatte ich nicht mit Altlasten zu kämpfen.

Wo stiessen Sie auf Widerstände?

Im Gemeinderat mit überladenen Traktandenlisten oder bei Geschäften, die unter Zeitdruck beraten und realisiert hätten werden sollen.

Mit welchen Projekten befassen Sie sich aktuell?

Zurzeit mit dem weiteren Vorgehen bei der Bergschule Brunnersberg. Meine Bemühungen, für die Schliessung eine längere Übergangszeit zu erwirken, blieben leider aus verschiedenen Gründen erfolglos. Zudem ist vom Kanton der Vorprüfungsbericht für das Projekt Windpark Schängimatt eingetroffen. Damit werden wir uns nun eingehend auseinandersetzen.

Zusammen mit den Thaler und Gäuer Gemeindepräsidenten untersuche ich das Sparmassnahmenpaket des Kantons auf allfällige finanzielle Abwälzungen auf die Gemeinde und damit einhergehende Nachteile für die Region. Hohe Priorität hat auch die Planung einer neuen Heizanlage für das Gemeindezentrum. Neu dazugekommen ist in diesen Tagen ein Nachhaltigkeitslehrpfad für Schulen, der in Laupersdorf geschaffen werden soll. Lanciert wurde diese Idee vom Naturpark Thal und von der Agenda 21.

Zwei Studentinnen von der Pädagogischen Hochschule FHNW Solothurn werden nun im Rahmen ihrer Bachelorarbeit Konzepte der verschiedenen Posten ausarbeiten. Wir sind natürlich stolz, Standort für diesen Lehrpfad sein zu dürfen, er passt hervorragend zu unserem Unicef-Label als kinderfreundliche Gemeinde.

Welche Probleme müssen Ihrer Meinung nach in Lauperdorf sonst noch gelöst werden?

Wie vielen anderen ländlichen Gemeinden mit geringem Steueraufkommen und hohen nicht beeinflussbaren Verpflichtungen kämpft auch Laupersdorf für einen gesunden Finanzhaushalt. Wir müssen jeden Franken zweimal drehen, ehe wir ihn ausgeben können. Insgesamt bin ich aber der Ansicht, dass die Gemeinde ihren Einwohnern und dem Gewerbe viel bieten kann und ein verlässlicher Ansprechpartner ist. Ein kleiner Lichtblick könnte der neue Finanzausgleich sein, wo etwas höhere Beiträge für Laupersdorf möglich sind.

Wie sehen Sie die Zusammenarbeit mit der Bürgergemeinde?

Weil ich mehr als zehn Jahre in Bürgerrat tätig war und acht Jahre die Bürgergemeinde als Präsident geleitet habe, steht mir diese Organisation sehr nahe. Mit meinem Nachfolger Stefan Eggenschwiler habe ich regen Kontakt. Wegen der vielen Berührungspunkte mit der Bürgergemeinde ist ein offener Dialog für eine erfolgreiche Zusammenarbeit wichtig.

Wie sieht es bezüglich der Infrastruktur in Laupersdorf aus?

Dankbar bin ich, dass Laupersdorf noch über eine gut funktionierende Infrastruktur mit Dorfladen, Bäckerei, Poststelle, Bank, mehreren Restaurants sowie verschiedene aktive Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe verfügt. Zudem steht den Vereinen, Schulen und Organisationen eine neue und moderne Mehrzweckhalle zur Verfügung. Auch die übrigen öffentlichen Gebäude und die erwähnten Werke befinden sich in einem relativ guten Zustand. Damit das so bleibt, wird der Gemeinderat dem Unterhalt die notwendige Beachtung schenken.

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden?

Sehr gut. Aktuell sind die Mitarbeiter unserer Gemeindeverwaltung zum Beispiel auch in Aedermannsdorf tätig. Dabei geht es wegen eines Mutterschaftsurlaubes um einen Kurzeinsatz unserer Kanzleimitarbeiter als Rechnungsführer. Auch sonst werden unter den Thaler Gemeinden im Rahmen der monatlich stattfindenden Gemeindepräsidentenkonferenz die Meinungen zu regionalen Themen intensiv ausgetauscht und nach gemeinsamen Lösungen gesucht. Aktuell geht es unter anderem um die längst fällige Umfahrung Klus oder die Weiterentwicklung des Naturparks Thal.

Wie sehen Sie die Akzeptanz Ihrer Gemeinde in der Region?

Meines Erachtens wird Laupersdorf als zuverlässige, hilfsbereite und kooperative Gemeinde mit eigener Meinung wahrgenommen.

Welche weiteren Ziele haben Sie sich für Ihre Amtszeit gesetzt?

Ich will mich unter anderem offen und konstruktiv dafür einsetzen, dass sich die Laupersdörfer Bevölkerung weiterhin in den Vereinen und auf Gemeindeebene sowie in der Politik engagiert. Das Interesse am Gemeindewohl ist die Basis für eine funktionierende Gemeinde. Mein persönliches Ziel ist ferner, die landschaftlich intakten Jurahöhen frei von Windkraftanlagen zu halten.

Gemeindepräsident bin ich aber nicht deswegen geworden. Im Gemeinderat werde ich meine ablehnende Haltung mit Nachdruck vertreten und die vielen Argumente, welche klar gegen den Windpark Schwängimatt sprechen, engagiert einbringen.

In welcher Form kann die Attraktivität von Laupersdorf als Wohngemeinde Ihrer Ansicht nach noch gesteigert werden?

Indem neuer Wohnraum für junge Leute geschaffen wird. Hier hoffen wir auf Investoren. Auch eine bessere Anbindung des Thals an den öffentlichen Verkehr und die Optimierung des Verkehrsknotens Klus würde zu einer gesteigerten Attraktivität beitragen. Diese ist dank der hohen Wohnqualität im Thal jedoch bereits sehr gut. Wichtig ist sicher auch, Arbeitsplätze im Dorf und im Thal zu fördern und zu erhalten.

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