«Es ist uns nicht leichtgefallen, den Stellenplan wie von der Gemeindeversammlung vom 30. Januar 2018 verlangt, um 10 Prozent zu kürzen», sagt Gemeindepräsident Fabian Gloor. Formuliert wurde dieser Antrag seinerzeit im Zusammenhang mit der Rückweisung des Budgets 2018.

Bei der Verabschiedung des neuen Voranschlags durch die Gemeindeversammlung am 30. Januar 2018 hatte der Gemeinderat angekündigt, so bald als möglich einen Vorschlag für den verlangten Stellenabbau vorzulegen.

Acht Personen sind betroffen

Der nun vom Gemeinderat vorgestellte Stellenplan für das Gemeindepersonal sieht eine Reduktion des Gesamtpensums von aktuell 3530 auf neu 3000 Stellenprozente vor. Der Stellenplan soll mit befristeten Stellen im Umfang von 140 Prozent ergänzt werden.

Damit könnten natürliche Fluktuationen und weitergehende Prüfungen überbrückt werden, wie Gloor bemerkt. Insgesamt könnte bei der Umsetzung des neuen Stellenplans voraussichtlich jährlich ein Betrag von rund 250'000 Franken eingespart werden.

Vom Stellenabbau betroffen sind 8 der insgesamt 63 Beschäftigen (inkl. 6 Lernenden) der Einwohnergemeinde. Auf Nachfrage erklärt Gloor, dass es zu Kündigungen und Änderungskündigungen kommen wird, Letzteres etwa bei reduzierten Pensen.

Der Stellenabbau soll über sämtliche Abteilungen und Bereiche der Verwaltung erfolgen. Der vom Gemeinderat ausgearbeitete Stellenplan sieht bei der Administration eine Reduktion um 175 Prozent von 670 auf neu 495 Stellenprozente vor. Im Bereich Finanzen ist Abbau von 40 auf neu 400 Stellenprozente vorgesehen. Statt über 490 Stellenprozente soll der Bereich Bau künftig nur noch über ein Gesamtpensum von 390 Stellenprozenten verfügen, was einem Abbau von 100 Prozent entspricht.

Abstriche im Umfang von 220 Stellenprozenten sind beim Werkhof geplant, welcher ab 2019 mit 600 Stellenprozenten auskommen muss. Eine Aufstockung von 20 Stellenprozenten ist für den Bereich Hausdienste vorgesehen. Diese ergibt sich aus der Verschiebung von Aufgaben und Dienstleistungen aus anderen Bereichen und ist im Zusammenhang mit der geplanten Reorganisation zu betrachten, wie Gloor erwähnt.

Jugendarbeit bleibt unangetastet

Eine Kürzung von aktuell 443,5 auf neu 430 Stellenprozente soll der Bereich Schule und Soziales erfahren. Darin integriert ist auch die Jugendarbeit, welche eigentlich abgeschafft werden sollte. Nachdem sich die Gemeindeversammlung am 31. Januar für den Erhalt der Jugendarbeit ausgesprochen hatte, soll das als «Sozialarbeiter/Jugendarbeiter» ausgewiesene Pensum von 150 Stellenprozenten unangetastet bleiben.

Zum Schutz der vom neuen Stellenplan betroffenen Personen will Gloor nicht im Detail auf die einzelnen Stellen eingehen. Der Gemeinderat habe grossen Wert darauf gelegt, Analyse und Umsetzung konsequent, fair und rasch anzugehen. Alle betroffenen Personen seien persönlich vorinformiert und das Personal orientiert worden. Im ganzen Prozess würden die Arbeitnehmerrechte gewahrt, verspricht Gloor. Dem Gemeinderat liege ein möglichst sozialverträglicher Umgang am Herzen.

Reorganisation der Verwaltung

Mit dem Stellenabbau einhergehend ist auch eine umfassende Reorganisation der Gemeindeverwaltung geplant, wie Gloor erwähnt. Dabei werde geprüft, ob es über die Abteilungen hinweg weiteres Potenzial für Synergien und damit für mögliche Einsparungen gebe. Dies sei im vorliegenden Stellenplan bereits berücksichtigt worden.

Weitere Änderungen bei einigen Stellen könnten sich im Rahmen der jährlichen Vorlage des Stellenplans noch ergeben. Gloor glaubt, dass die nun geplanten Einsparungen ausreichen, damit die Gemeinde in den kommenden Jahren ihren Aufgaben in ausreichendem Mass nachkommen und doch substanziell sparen kann.

Die Bevölkerung merke einzelne Effekte aus den Sparmassnahmen bereits jetzt, so Gloor ergänzend. Weitere Auswirkungen der reduzierten Dienstleistungen dürften spürbar sein. So werde es etwa Einschränkungen bei Reinigungen in der Gemeinde durch den Werkhof sowie in den Gebäuden geben.

Ob die Pläne des Gemeinderats umgesetzt und der vorgestellte Stellenplan mit neu 3000 Stellenprozenten für das Gemeindepersonal per 31. Dezember 2018 in Kraft tritt, wird die Gemeindeversammlung im Juni entscheiden.