Erstaunlich ruhig ist es abgelaufen an der Gemeindeversammlung in Oensingen vom vergangenen Montag. Die Behörden sind auf Sparkurs und die Bevölkerung pflichtet dem offenkundig bei. Zwar gab es bei jedem Geschäft ein paar Enthaltungen und wenige Nein-Stimmen, doch diese konnte man sich an einer Hand abzählen.

Im Vorfeld hatte jedoch etwas ganz anderes zu reden gegeben als die vorgesehenen Traktanden: Die neu beschrifteten Hydranten in Oensingen. Der Oensinger Kuno Blaser hatte sich auf Facebook darüber lustig gemacht, dass die roten Hydranten im Ort, es sind weit über 300, auf einmal mit dem Ortslogo versehen wurden und erst noch reflektierend. Auf Facebook war zunächst eine Diskussion im Gang, ob es sich dabei um Aufkleber handle, oder ob die Schriften allenfalls aufgemalt sein könnten.

Die Diskussionsführung bewegte sich teilweise im satirischen Bereich, meinte doch jemand: «Das Önziger Logo ist reflektierend, damit die Feuerwehrautos die Hydranten finden. Und vermutlich, damit die anderen Verkehrsteilnehmer nicht hineinfahren.» Jemand meinte darauf: «Ein bisschen Ortsmarkierung muss doch auch sein.» Und so ging es eine Weile, bis plötzlich jemand nachfragte: «Weiss man, was das gekostet hat?» Eine Frage, die in Anbetracht der «Sparwut» plausibel erscheint. 

Mehrere Kredite gutgeheissen

Laut einer kleinen Umfrage dieser Zeitung wurden darauf im Ort Gerüchte herumgeboten, diese Aufschriften hätten mehrere zehntausend Franken gekostet. Georg Schellenberg, Ressortleiter Infrastruktur und Vizegemeindepräsident, hatte freilich ebenfalls etwas von diesen Diskussionen mitbekommen. Er orientierte am Montag an der Gemeindeversammlung unter «Informationen und Verschiedenes» die Stimmberechtigten darüber, dass es Vorschriften gibt, wonach die Hydranten verkehrstechnisch sichtbar sein müssen. Zudem habe die Beschriftung rund 8000 Franken gekostet.

Von «mehreren zehntausend Franken für die Aufkleber» könne keine Rede sein. Die Gemeindeversammlung Oensingen hatte zuvor mehrere Investitionsvorhaben innerhalb des Budgets 2019 gutgeheissen. Wie etwa ein Kredit in der Höhe von 260'000 Franken für den Ausbau der Zufahrt zum Kieswerk Aebisholz. Hierbei wird die Firma Vigier Beton AG rund 208'000 Franken übernehmen, womit die Einwohnergemeinde noch mit Ausgaben von 52'000 Franken zu rechnen hat. Im Weiteren wurde ein Investitionsvorhaben für die Sanierung Bubenrainstrasse/Schloss-Strasse in der Höhe von insgesamt 890'000 Franken.

Es handelt sich um die vierte Etappe der Sanierung im Bereich Kreuzung Bubenrainstrasse bis Erzstrasse. Ein weiterer Investitionskredit wurde für die Erweiterung der Löschwasserversorgung im Gebiet Industrie Mitte gesprochen. Die Höhe beträgt hierbei 470'000 Franken. Laut Behördeninformationen unterliegt der Ausbau der Leitungen einem ordentlichen Beitragsverfahren. Es könne mit Perimeterbeiträgen von 423 '000 Franken gerechnet werden. Zudem werde die Solothurner Gebäudeversicherung (SGV) ein Kostenbeitrag leisten.