Die Gemeinde Oensingen muss dafür sorgen, dass nur noch das eigentliche Abwasser via Kanalisation in die Abwasserreinigungsanlage Falkenstein gelangt. Dort macht mittlerweile der Anteil an Fremdwasser (Oberflächen- bzw. Reinwasser) rund die Hälfte der anfallenden Menge aus, was als zu hoch bezeichnet wird.

Künftig ist damit zu rechnen, dass die Gemeinde für das eingeleitete Fremdwasser extra bezahlen muss. Das würde die Gemeindekasse bzw. den Steuerzahler spürbar belasten. Hinzu kommt, dass die Gemeinden vom Gewässerschutzgesetz her ohnehin verpflichtet sind, Schmutzwasser und Oberflächenwasser voneinander zu trennen.

Der Gemeinderat Oensingen sieht diesbezüglich Handlungsbedarf und wird auf Antrag der Werkkommission an der Rechnungsgemeindeversammlung vom 23. Juni beantragen, einen Kredit von total 2,3 Mio. Franken zu bewilligen für eine Reinwasserleitung, die vom Burgweg zur Dünnern reicht.

Kein Einfluss auf Steuern

Die gute Nachricht: Die Investition von 2,3 Mio. Franken wird keine Steuererhöhung zur Folge haben. Denn die gesamten Kosten werden aus der gut gefüllten Kasse der Spezialfinanzierung Abwasser gedeckt.

Zum Sachverhalt: Vorderhand fliesst das Wasser des Bärenbachs sowie das Oberflächenwasser im Raum Burgweg/Ausserberg durch eine Mischwasserleitung in die ARA Falkenstein.

Werkkommission und Gemeinderat erachten den Zeitpunkt als sehr vorteilhaft, um dort die Entkoppelung Bärenbach vom Mischsystem mit dem Einbau einer Reinwasserleitung umgehend vorzunehmen.

Denn die Ausserbergstrasse und ein Teil des Burgwegs müssen saniert werden. Im gleichen Arbeitsgang könnten die schadhafte Abwasserleitung und die zu kleine Frischwasserleitung ersetzt werden.

Die neu zu erstellende Reinwasserleitung wird insgesamt rund 860 Meter lang. Die hohen Investitionskosten werden damit begründet, dass die Verlegungsarbeiten zwischen Bärenbacheinlauf und Hauptstrasse als ausserordentlich aufwendig eingeschätzt würden.

Der zur Verfügung stehende Raum sei sehr knapp, denn darin befinden sich auch noch grosse Rohrblöcke von Swisscom und AEK. Das Vorhaben soll in zwei Etappen unterteilt werden.