Der geplante Umzug der Gemeindeverwaltung Neuendorf in die ehemaligen Räumlichkeiten der Raiffeisenbank erfolgt nun doch nicht. Die Gemeindeverwaltung ist derzeit im Erdgeschoss eines eigentlichen Schulhauses untergebracht, in welchem kein ordentlicher Schulunterricht mehr stattfindet. Mit einigen Umbauarbeiten könnten aber bis zu acht Schulzimmer eingerichtet werden.

In Neuendorf entstanden innert dreier Jahre Bauprojekte für rund 140 neue Wohnungen. Weil die Einwohnerzahl somit anstieg, sei mehr Schulraum in der Gemeinde dringend nötig, findet die Kreisschule Gäu. Der Umzug der Gemeindeverwaltung hatte dies zum Zweck.

Nicht an Finanzen gescheitert

«Die Gemeinde benötig etwa drei Schulräume mehr für den Primarschulunterricht», sagt Bürgergemeindepräsident Peter Stöckli. Diese drei Zimmer wären bei einem Umzug der Gemeindeverwaltung entstanden. Die fünf weiteren Räume, die frei geworden wären, hätten für den Sekundarschulunterricht der Kreisschule Gäu gebraucht werden können. «Aber genau da lag dann eben das Problem», so Stöckli.

«In der heutigen Zeit funktioniert es nicht mehr, wenn sich Primar- und Sekundarschule ein Gebäude für den Unterricht teilen.» Das liege hauptsächlich an den unterschiedlichen Anfangszeiten der beiden Altersstufen, die den Unterricht durcheinanderbringen und stören würden. An den Finanzen sei der Plan folglich nicht gescheitert.

«Die Abklärungen haben ergeben, dass die neue Einwohnerstruktur zumindest vorläufig weniger Schülerinnen und Schüler mit sich bringt als angenommen», fügt Gemeindepräsident Rolf Kissling an. Zudem sei auch seitens der Kreisschule kein Bedarf für das Gebäude gemeldet worden. «Für mindestens vier Schulklassen könnte ja im Obergeschoss bei Bedarf trotzdem Platz geboten werden, ohne dass die Verwaltung ausziehen würde», meint Kissling.

Räumlichkeiten vermieten

«Falls sich die Frage nach mehr Schulraum in späteren Jahren wieder stellt, könnte eine komplette Umfunktionierung des heutigen Verwaltungsgebäudes in ein Schulhaus sicher wieder zum Thema werden» so Kissling. Ein Umzug der Gemeindeverwaltung ist folglich auch in Zukunft eine denkbare Lösung.

Die Räumlichkeiten der ehemaligen Raiffeisenbank sind bereits zur Vermietung ausgeschrieben. «Wir hoffen, so Gewerbler anzulocken», sagt Stöckli. 250 Quadratmeter könnten ab 3000 Franken pro Monat gemietet werden. Stöckli ist sich sicher, dass eine Vermietung an KMU auch dem Geschäft des Volg im Erdgeschoss des Gebäudes guttun werden. «Ich könnte mir zum Beispiel eine Praxis dort drin vorstellen. Oder vielleicht gibts jetzt ein Fitnessstudio. Die spriessen ja momentan überall aus dem Boden.»