31 waren dafür, 40 dagegen: so das Abstimmungsresultat der Gemeindeversammlung Holderbank zur Genehmigung eines Zusammenarbeitsvertrages der Primarschule Holderbank mit den Schulen Balsthal. Eine Kreis-Primarschule sollte es werden, bei der die Schüler ab der dritten Klasse künftig per Postauto nach Balsthal gebracht würden, um dort unterrichtet zu werden.

85 Personen kamen an diese Gemeindeversammlung am Donnerstagabend, darunter junge Eltern, aber auch Grosseltern. Als Erstes musste Gemeindepräsident Urs Hubler gleich über einen Antrag auf Änderung der Traktandenliste abstimmen lassen.

Man wollte das Traktandum «Kreis-Primarschule Balsthal-Holderbank» nicht erst als sechstes behandeln, sondern als erstes. Gabi Dennler, Ressortleiterin Bildung, stellte den Vertrag vor. Sie führte aus: «Uns Holderbanker kostet ein Schüler 9500 Franken, in Balsthal nur 7900 Franken jährlich. Und man wolle bei diesem Zusammenarbeitsvertrag nicht nur Kosten sparen, sondern auch die Qualität des Unterrichtes verbessern.

Wer misst die Qualität?

Gerade dieser Punkt, die Qualität des Unterrichts, wurde von vielen Votanten, die sich dann in einer rund einstündigen Diskussion zu Wort meldeten, arg in Zweifel gezogen. Zudem seien Drittklässler zu jung, um alleine im Postauto nach Balsthal zur Schule zu fahren, auch wenn diese Fahrten begleitet würden. Und: «In Balsthal ist ja jetzt schon alles eng. Es hat gar keine Parkplätze im Schulhausbereich», wurde gesagt. Vom Argument, die Holderbanker Rechnung würde jährlich um 90 000 Franken entlastet, was rund 6 Steuerprozentpunkte ausmacht, wollten die Kritiker nichts wissen.

Daniel Eggimann, Leiter Steuerung und Aufsicht beim Amt für Volksschulen Kanton Solothurn versuchte, den pädagogischen Nutzen einer Schule, in der die Schülerzahlen grösser sind, zu erklären. «Sinkende Schülerzahlen bedeuten für die Lehrpersonen einen schwierigeren Unterricht, da sie gleichzeitig für verschiedene Stufen unterrichten müssen.» Die Schlussabstimmung war dann klar: Die Holderbanker Schule wird erhalten, so wie sie ist.

Überschuss bei Hauverkauf

Ein sichtlich enttäuschter Gemeindepräsident führte dann noch durch die weiteren Traktanden der Gemeindeversammlung, die inzwischen von 24 Personen verlassen worden war. Genehmigt wurde eine Defizitbremse, die in der Gemeindeordnung festgehalten wird. Das Budget 2016 sieht mit einem Ertragsüberschuss von 1,4 Mio. Franken vordergründig gut aus. Bedingung sei jedoch, so der Gemeindepräsident, dass das Mehrfamilienhaus in Grenchen im Besitz der Gemeinde Holderbank, verkauft werden kann. Das Budget wurde ohne Gegenstimme genehmigt.

Ein Investitionskredit für einen Wasserverbund mit Langenbruck von 156 000 Franken wurde ebenso genehmigt, wie derjenige von 110 000 Franken für die Sanierung der Tiefmatt-strasse. Der Steuerfuss werde mindestens bis ins Jahr 2017 bei 150 Prozent bleiben, wurde gesagt. Der Aufnahme von Welschenrohr in den Zweckverband ARA Falkenstein wurden ohne Gegenstimme zugestimmt.