Der erste Teil der Gemeinderatssitzung erfolgte am Mittwochabend auf dem Areal der Recyclingfirma Rysor AG in Oberbuchsiten. Betriebsleiter Patrick Kellerhals erläuterte den Ratsmitgliedern kürzlich fertig gewordene Entsorgungsstrasse für private Nutzer.

Die neben der bestehenden Annahmestelle für Firmen aufgebaute Sammelstelle können ausser Chemikalien und Lösungsmittel sämtliche Materialen, vom Bauschutt bis hin zum Computer, zur fachgerechten Entsorgung angegeben werden.

Sonderegelung für Egerkingen

Alltäglicher Abfall wie PET-Flaschen, Kleider, Karton, Kabel oder Elektroschrott, Glas und Metalle kann kostenlos abgegeben werden. Kostenpflichtig sind hingegen Holz, brennbare Materialien, Bauschutt, Kühlgeräte, Sperrgut, Altpneus oder Grünabfälle. Dank einer Sonderregelung könnten Personen aus Egerkingen ihr Grüngut dort gegen Vorweisung der bereits heute bestehenden Jahresbringvignette abgeben.

Dieser Fall würde eintreten, wenn es zu einer engeren Zusammenarbeit zwischen der Rysor AG und der Einwohnergemeinde Egerkingen kommen würde, wie Peter Graf in seiner Funktion als Präsident der Werkkommission dazu ausführte.

Im Auftrag des Gemeinderates hatte die Werkkommission im Zusammenhang mit dem in Arbeit befindlichen Entsorgungskonzept geprüft, welche Vorteile eine solche Zusammenarbeit für Gemeinde und Einwohner haben könnte. Erwähnt wurden unter anderem die für die Bevölkerung flexibleren Öffnungszeiten, die von aktuell dreimal wöchentlich zwei Stunden auf Montag bis Samstag ausgedehnt werden könnten.

Rysor-Geschäftsführer Kellerhals räumte ein, dass wegen der samstäglichen Öffnungszeiten mit zusätzlichen Kosten von etwa 10 000 Franken zu rechnen sei. Ansonsten wäre die Zusammenarbeit mit der Rysor AG für die Einwohnergemeinde kostenneutral. Neben Egerkingen interessiert sich auch Oberbuchsiten für eine solche Zusammenarbeit, in Neuendorf würden erste Gespräche geführt, so Kellerhals.

Erweiterung des Agebots

Bei der Beratung des neuen Entsorgungskonzepts im Sitzungszimmer der Alten Mühle gelangte der Rat zur Auffassung, dass eine Zusammenarbeit mit der Rysor AG in vielerlei Hinsicht Sinn mache und unter dem Strich eine Verbesserung des Angebots bedeute. Gemeindepräsidentin Johann Bartholdi gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass mit der damit einhergehenden Verlegung der Grünabgabe von der Weiermatt nach Oberbuchsiten auch die in diesen Bereich beobachteten Auswüchse bald der Vergangenheit angehören würden.

Weitergehende Planungsschritte, wie etwa die mit dem neuen Entsorgungskonzept einhergehende Anpassung des Abfallreglements, wurden davon abhängig gemacht, ob sich die Gemeindeversammlung vom 3. Juni grundsätzlich für eine Zusammenarbeit mit der Rysor AG ausspricht. Bis zur Versammlung wird der Rat eine mögliche und mindestens über fünf Jahre laufende Vereinbarung mit der Rysor AG ausarbeiten. Auch die Kosten sollen deklariert werden. Mehr als 1 Franken pro Einwohner, was etwa 3300 Franken entsprechen würde, will der Rat dafür nicht einsetzen.

Neue Offerte für Sammelstelle

Nicht goutiert wurde vom Gemeinderat die vorliegende Kostenschätzung im Betrag von 180 000 Franken für die neue Sammelstelle in der Gemeinde, die als Unterfluranlage nur noch für die Sammlung von Glas,Aluminium und Weissblech realisiert werden soll. Gemessen am Eigenkapital der Spezialfinanzierung Abfallentsorgung sei das unverhältnismässig, befand die Ratsmehrheit. Es wurde beschlossen, dass die Werkkommission zwei neue Offerten einholt. Die für den Werkhof-Neubau zuständige Kommission für öffentliche Bauten wurde beauftragt, die Arbeit des planenden Architekten für die Umgebungsgestaltung des Werkhofs zum Abschluss zu bringen.

Der Gemeinderat sprach ferner einen Kredit von 13 178 Franken für den Ersatz der mittlerweile 27 Jahre alten Brandschutzanlage in der Alten Mühle. In der für 3,5 Mio. Franken versicherten Liegenschaft genügen die Brandmelder sowie die veraltete Zentrale nicht mehr den neusten Anforderungen, was in jüngster Vergangenheit immer wieder zu Fehlalarmen geführt habe, wie Hauswart Urs Fischer dem Gemeinderat zu berichten wusste.

Chräienäscht sucht neue Bleibe

Die Kinderkrippe Chräienäscht ist auf der Suche nach einem neuen Domizil, weil der Vertrag am alten Standort per 31. Juli 2015 ausläuft. Betreiberin Angelika Fischer habe zwar neue Räumlichkeiten in Aussicht, ob jedoch der Einzug per 1. August 2015 gewährleistet ist, kann noch nicht abgeschätzt werden. Der Rat stellte fest, dass es zwar nicht Sache der Gemeinde sei, Räume für die Kinderkrippe zur Verfügung zu stellen. Dennoch sei der Rat an der Erhaltung der Kindertagesstätte interessiert. Als mögliche Alternative für maximal sechs Monate könnte die alte Chäsi dienen, wo derzeit noch die vierte Kindergartenklasse unterrichtet wird. Allerdings könne davon nur Gebrauch gemacht werden, wenn die Gemeinde selbst keinen Raumbedarf habe, hielt der Rat dazu fest.