Oensingen
Gemeinde öffnet Turnhalle am Sonntag – So soll das funktionieren

Unter der Regie der Jugendarbeit wird Ende Februar das Pilotprojekt «Kinder-Turnen am Sonntag» gestartet. Kinder sollen ihren Bewegungsdrang ausleben können. Wir erklären, wie das Projekt funktionieren soll.

Erwin von Arb
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Kinder sollen ihren Bewegungsdrang mit dem Projekt «Kinder-Turnen am Sonntag» auslebeben können.

Kinder sollen ihren Bewegungsdrang mit dem Projekt «Kinder-Turnen am Sonntag» auslebeben können.

zvg

Kinder verfügen naturgegeben über einen Bewegungsdrang, können diesen aber in ihrem privaten Umfeld oft nicht ausleben. Zumindest ein wenig Abhilfe geschaffen wird während der Woche in der Schule mit Sport und Bewegung. Ein Manko besteht indessen im ausserschulischen Bereich, insbesondere am Wochenende, wenn die Turnhallen der Gemeinde geschlossen sind.

Diese unbefriedigende Situation war vor knapp einem Jahr der Grund, warum Eltern beim Gemeinderat Oensingen den Wunsch äusserten, am Sonntag in der Gemeinde ein betreutes Bewegungsangebot für Kinder im Alter zwischen 5 und 12 Jahren einzuführen. Damit sich Kinder am Wochenende auch sportlich oder spielerisch betätigen können, statt nur vor dem Fernseher oder vor der Spielkonsole zu sitzen.

Mit eigenen Ressourcen

Im Gemeinderat war die Notwendigkeit unbestritten, innerhalb der Gemeinde mehr Bewegungsanreize zugunsten einer gesunden Entwicklung der Kinder zu schaffen. Deshalb wurde der Oensinger Jugendarbeiter Jonathan Murbach damit beauftragt, zusammen mit der Stiftung IdéeSport die Durchführung eines «OpenSunday» in Oensingen zu prüfen und die Kosten dafür veranschlagen zu lassen. Beim bekannten Projekt «OpenSunday» wird Kindern an Sonntagnachmittagen unter Aufsicht der Zugang zu öffentlichen Sporthallen sowie die Benutzung von Sportgeräten ermöglicht.

Die vorgelegte Offerte von IdéeSport sah für die Durchführung von 16 Veranstaltungen Kosten von 27 300 Franken mit einem Gemeindebeitrag von 15 000 Franken vor. Dieses «stolze Kostendach» bewog den Rat, zuerst den wirklichen Bedarf für dieses Projekt abklären zu lassen. Geschehen soll dies mittels eines vorerst reduzierten Pilotversuchs mit eigenen Ressourcen. «Wir wollen sicherstellen, ob es für das Kinderturnen am Sonntag eine genügend grosse Nachfrage gibt», meint Jugendarbeiter Jonathan Murbach zum Vorgehen der Gemeinde.

Geplant ist im Rahmen des erwähnten Pilotprojekts ein «Kinderturnen am Sonntag», das versuchsweise an drei Sonntagen in der Turnhalle Oberdorf durchgeführt wird. Die Halle wird von der Gemeinde kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Auftakt erfolgt am Sonntag, 28. Februar, gefolgt von den Sonntagen vom 6. März und 3. April. Für Kinder, die das Angebot wahrnehmen möchten, ist die Turnhalle jeweils von 9.45 bis 11.45 Uhr geöffnet.

Zusammenarbeit mit Turnverein

Die Verantwortung für die Durchführung der Anlässe hat Patrick Fluri vom örtlichen Turnverein übernommen, wie Jugendarbeiter Jonathan Murbach erwähnt. Dieser werde zusammen mit zwei weiteren Personen die Kinder betreuen und die Programme für das Kinderturnen zusammenstellen. Für die Betreuung der Kinder an den drei Sonntagen, Verbrauchsmaterial sowie Flyer und Plakate für die Werbung wurden Kosten in der Höhe von knapp 2000 Franken veranschlagt.

Jugendarbeiter Jonathan Murbach ist froh über die Zusammenarbeit mit dem Turnverein bei diesem Projekt. Die Jugendarbeit stosse mit ihrem 30-Prozent-Pensum an ihre Grenzen, bemerkt Murbach zur Übertragung der operativen Leitung an Patrick Fluri.

In dieser Sache wieder aktiv wird Murbach nach dem Auslaufen des Projekts am 3. April. Danach erfolge die Auswertung, und später werde der Entscheid über eine allfällige Weiterführung des Projekts gefällt. Allerdings bedürfte es dafür einer gewissen Nachfrage. Prognosen mochte der Jugendarbeiter keine abgeben. «Ich hoffe natürlich auf viele mitmachende Kinder und damit auf die Fortsetzung des Projekts», so der 40-Jährige. Wenn das der Fall sei, werde darüber nachgedacht, wie ein solches Angebot langfristig auf die Beine gestellt werden könne, wiederum möglichst mit eigenen Ressourcen.

«MidnightSport»-Projekt geplant

Ebenfalls bereits angedacht ist übrigens die Lancierung eines «MidnightSport»-Projekts für Jugendliche, die sich jeweils am Samstagabend in einer Turnhalle zum Sport oder zum Gedankenaustausch treffen wollen. Dieses 1999 ebenfalls von der Stiftung IdéeSport ins Leben gerufene Angebot richtet sich an Jugendliche im Alter zwischen 13 und 20 Jahren. In Oensingen könnte «MidnightSport» im Herbst 2016 eingeführt werden, so Murbach.

Fusion Zivilschutzverbände Thal-Gäu: Grünes Licht für die Fortführung des Projekts

Der Gemeinderat Oensingen liess sich über die geplante Fusion der Zivilschutzverbände Gäu und Thal informieren. Eine solche wird angestrebt, weil der Regierungsrat im Mai 2014 mit der Teilrevision des Einführungsgesetzes zur eidgenössischen Bevölkerungs- und Zivilschutzgesetzgebung unter anderem beschlossen hatte, die Mindestgrösse für die Bevölkerungsschutzkreise im Kanton von 6000 auf neu 20 000 Einwohner zu vergrössern. Die Änderung trat per 1. Januar 2015 in Kraft. Die Regionen haben für die Umsetzung zwei Jahre Zeit. Politisch, geografisch und topologisch macht es Sinn, wenn die Regionen Gäu und Thal eine Fusion prüfen. Das Gäu könnte gemäss den Vorgaben eigenständig bleiben, würde aber von Synergien profitieren. Die Zusammenführung der zwei Bevölkerungsschutzkommissionen Gäu und Thal hätte die Aufhebung der einzelnen Zivilschutzkommissionen im Gäu und Thal und die Zusammenführung der regionalen Führungsstäbe und Zivilschutzorganisationen zur Folge. Letzteres würde vor allem bei den Kosten spürbar. Vorteilhaft wäre bei einer Fusion ferner, dass die Mannschaftsbestände der Zivilschutzorganisation Gäu und Thal auf der Basis der Zivilschutzstrategie 2015plus optimiert und sichergestellt werden könnten. Der Bevölkerungsschutzkreis Region Gäu-Thal hat ein Budget erarbeitet und optimiert. Dabei wurde festgestellt, dass zurzeit die Kostenverteilung im Gäu und Thal unterschiedlich gehandhabt werden. Es wird damit gerechnet, dass die Kosten maximal Fr. 12.80 pro Einwohner betragen werden. Bei einer allfälligen Fusion soll ein gleicher Stand bei Material, Anlagen und Ausbildung garantiert werden. Insgesamt wird einer Kostenerhöhung von insgesamt 40 Rappen pro Einwohner gerechnet. Offen ist noch, welches künftig die Leitgemeinde sein wird. Im Gäu ist dies aktuell Oensingen, im Thal Balsthal. Gleiches gilt für den Hauptstandort der regionalen Führungsstäbe. Diese befinden sich derzeit in Oensingen und Matzendorf. Der Gemeinderat Oensingen ermächtige die Zivilschutzkommission, die angestrebte Fusion weiter voranzutreiben. (eva)

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