Mümliswil-Ramiswil

Gemeinde investiert in reines Wasser aus der Sebleten

Die neue Fassung mit der Brunnstube (rot) der Sebletenquelle. Blau gekennzeichnet ist die alte Leitung

Gemäss der Rechnungsgemeindeversammlung Mümliswil-Ramiswil sind die Steuereinnahmen steigend. Das Abwassernetz soll in den nächsten drei Jahren saniert werden.

Zur Rechnungsgemeindeversammlung von Mümliswil-Ramiswil am Dienstag im Ochsen-Saal erschienen nur gerade 13 Stimmberechtigte. Gemeindepräsident Kurt Bloch (CVP) versteckte seine Enttäuschung nicht, konnte er doch zusammen mit Finanzverwalterin Sarah Lisser nach 2016 erneut über einen positiven Rechnungsabschluss 2017 berichten. Doch er nahm es mit Humor. «So wird die Rechnung für die Gemeinde, die das Getränk jedes Teilnehmers an der Versammlung übernimmt, halt günstiger.» Zudem ist ein solch marginaler Publikumsaufmarsch sicher auch ein Zeichen dafür, dass man mit der Arbeit der Gemeindeverantwortlichen und des Gemeinderates zufrieden ist.

Bloch berichtete, dass die Rechnung 2017 im Grossen und Ganzen budgetkonform abschliesse. «Die Erfolgsrechnung 2017 weist nach Vornahme von zusätzlichen Abschreibungen in der Höhe von 180'000 Franken einen Ertragsüberschuss von knapp unter 400'000 Franken aus. Der eigentliche Ertragsüberschuss beträgt demnach 580'000 Franken, budgetiert war ein Solcher von 430'000 Franken. Der Beitrag aus dem Finanzausgleich belief sich auf 2,89 Millionen Franken, was rund 110'000 Franken weniger sind, als im Vorjahr. Dies sei auf die Verbesserung der Steuerkraft von Mümliswil zurückzuführen, so der Gemeindepräsident. Für die Schülerpauschale mussten die Mümliswiler 656'000 Franken aufwenden, budgetiert waren 621'000 Franken. Die Kosten die für soziale Sicherheit belaufen sich auf knapp mehr als 2 Millionen Franken und fallen um 42'000 Franken geringer aus als budgetiert.

Geplant gewesen seien Investitionen von 1,072 Millionen Franken. Rund 50'000 Franken weniger, nämlich 1,02 Millionen wurden investiert. Das Eigenkapital hat sich mit dem Ertragsüberschuss und nach Vornahme der Abschreibungen bei 1,581 Millionen Franken eingependelt. Dank dem guten Ergebnis wurde auch die Nettoschuld pro Einwohner weniger. Sie beträgt 2133 Franken, eine Abnahme gegenüber dem Vorjahr von knapp 130 Franken. Finanzverwalterin Sarah Lisser informierte dann im Detail noch über einige herausragende Budgetposten. Die Versammlung folgte daraufhin den Anträgen des Gemeinderates und genehmigte die Rechnung 2017 sowie die Spezialfinanzierungen für Wasser, Abwasser und Entsorgung einstimmig.

Sebleten-Quelle

Die Wasserversorgung Mümliswil wird durch insgesamt drei Quellen gespeist. Eine davon ist die Sebleten-Quelle, welche im Jahr 1911 für einen Betrag von damals 10'000 Franken in den Besitz der Gemeinde kam. Kurt Bloch informierte, dass mehrere Untersuchungen zeigten, dass die Trinkwasserqualität insbesondere nach starken Regengüssen in keiner Weise mehr dem Lebensmittelgesetz entspricht. Die Quelle müsse daher saniert, respektive neu gefasst werden. Da sich die Quelle in unmittelbarer Nähe mit dem Landwirtschaftsbetrieb Sebleten befindet, muss auch die Schutzzone S1 angepasst werden. Die neue Fassung soll hangaufwärts gebaut werden. Im Budget sei dafür schon ein Beitrag von 150'000 Franken vorgesehen. Erste Offerten zeigten Nettokosten von 145'000 Franken auf. Die alte Fassung würde stillgelegt, sagte Bloch. Die Versammlung stimmte dem Vorhaben zu.

Dem Unterhalt des Abwassernetzes sei in den vergangenen Jahren – auch aus Kostengründen – zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt worden, so der Gemeindepräsident. Das soll sich nun ändern, denn man will dieses Netz in den kommenden drei Jahren sanieren. Insgesamt belaufen sich die Kosten auf 330'000 Franken und im Budget 2018 sei eine erste Tranche von 100 000 Franken bereitgestellt. Die Abwasserkanäle von Mümliswil sind rund 30 Kilometer lang, erklärte Bloch weiter. Zudem belaufe sich das Eigenkapital der Spezialfinanzierung Abwasser auf rund 1 Mio Franken, was diese Ausgaben erträglich macht. In diesem Sinn genehmigte die Versammlung auch diesen Antrag und bewilligte den Bruttokredit von 330'000 Franken.

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