Neuendorf

Gelungenes Experiment: Frohsinn mit Volksmusik

Die Musikgesellschaft Frohsinn Neuendorf spielte zum letzten Mal unter der Leitung von Urs Heri.

Die Musikgesellschaft Frohsinn Neuendorf spielte zum letzten Mal unter der Leitung von Urs Heri.

Die Musikgesellschaft Frohsinn Neuendorf wusste mit ihrem letzten Jahreskonzert unter der Direktion von Urs Heri sehr zu gefallen.

Im letzten Konzert unter der Direktion von Urs Heri spielte die Musikgesellschaft Frohsinn Neuendorf vor allem Melodien aus der Volksmusikszene unseres Landes. Das Experiment, mit zwei Vereinen aus andern Gebieten der Volksmusik aufzutreten, ist durchaus gelungen und gefiel dem zahlreich erschienen Publikum. Zweimal spielte die Frohsinn mit dem Jodeldoppelquartett Raurach aus Augst (Leitung Stefan Kälin) und für zwei Tänze des Trachtenvereins übernahm die Musikgesellschaft gekonnt die Rolle der Ländlerkapelle.

Schon der Auftritt der Jugendmusik Härkingen – Neuendorf unter der Leitung von Andreas Moser begeisterte. Die beiden Musikvereine Härkingen und Neuendorf sind mit der gemeinsamen Jugendmusik auf dem richtigen Weg. Erst nach einer Zugabe überliessen die Jungen die Bühne der Musikgesellschaft. Das Konzert begann mit dem bekannten Marsch des Geb Füs Bat 48 von Hans Flury. Der Komponist dieses Marsches ist in Hägendorf aufgewachsen und dirigierte viele Musikformationen und Chöre in der Umgebung.

Mit diesem rassigen Marsch eröffneten die Musikantinnen und Musikanten dieses Konzert, das ganz im Zeichen einheimischer Komponisten stand. Allen bekannt und von vielen Chören und Orchestern interpretiert sind die beiden Stücke «W. Nuss vo Bümpliz» von Büne Huber und «Alperose» von Polo Hofer. Die beiden technisch und musikalisch nicht ganz leichten Konzertstücke wurden grossartig interpretiert und vom Publikum mit langem Beifall verdankt.

Im folgenden Vortrag «Chum über’s Mätteli» überzeugte der Solist, Jan Büttiker, mit seinem warmen Ton und technisch sauberen Vortrag. Das Zusammenspiel mit dem Corps im zum Teil sehr dünn besetzten Stück, klappte sehr gut. Der Musikverein spielte ein perfektes Pianissimo, sodass sich der Solist nie durchsetzen musste, sondern immer vom Verein getragen wurde. Hervorragend!

Volkstümliche Stubete

Nach der Pause erwartete das Publikum dann die «Stubete». Schon das Eröffnungsstück «Die ruhigen Weiber in der Waschküche» überzeugte. Mitreissend die beiden Solisten Daniela Vonarburg und Christoph Rudolf und nicht weniger überzeugend die Begleitung durch die Musikgesellschaft in diesem sauber interpretierten Stück aus der Feder des bekannten Volksmusikkomponisten Kasi Geisser. Jetzt war die Reihe zum gemeinsamen Musizieren an den Jodlern und an der Musikgesellschaft. Ein Vortrag von einer Blasmusik mit einem Jodeldoppelquartett kann durchaus gelingen, wenn sich die Musiker so ans Piano halten, wie das die Frohsinnmusikanten getan haben. Herzliche Gratulation zu diesem gewagten und durchaus gelungen Experiment! In den beiden folgenden Stücken begleitete die Musikantinnen und Musikanten den Trachtenverein Neuendorf zu den Tänzen «Im Örgelihus» und «dr Hobby-Senn».

Der Trachtenverein bewies, dass man auch zu Blasmusik tanzen kann. Mit dem Auftritt der Musikgesellschaft, des Jodeldoppelquartetts und des Trachtenvereins im zweiten Teil des Konzertes kam durchaus Stimmung auf, wie sie zu einer «Stubete» gehört. Auch im letzten Vortrag «Nimm dir chli Zyt» von Christoph Walter zeigten die Musikantinnen und Musikanten nochmals ihre sehr gute Dynamik. Die Holzblasinstrumente kamen in diesem schwungvollen Schlussvortrag sehr gut zur Geltung. Im «Alpsäge» von Ferdinand Krayenbühl wussten die Jodler mit ihren Solis sehr gut zu gefallen. Das von Pfarrer Paul Eggenschwiler komponierte und getextete Lied, das im Trio des Kleeblattmarsches erklingt, ist immer das letzte Stück des Konzertes.

Einige Musikantinnen und Musikanten, die Jodler und viele Konzertbesucher sangen im Trio das Neuendörferlied kräftig mit. Das ganze Konzert bekam mit der gekonnten und unterhaltsamen Moderation von Simon Eberhard eine besondere Note. Ein Kompliment an den Dirigenten Urs Heri, der den Verein nach ein paar Jahren leider wieder verlässt und ein herzliches Dankeschön an die Musikantin Nicole Flury für 20 Jahre treue Mitgliedschaft in der MG Frohsinn Neuendorf.

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