Holderbank
Gehen die Kinder künftig in Balsthal oder Langenbruck zur Schule?

Bald soll klar sein, wohin die Kinder aus Holderbank ab 2016 zur Schule gehen werden.

Alois Winiger
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Blick in ein Schulzimmer.

Blick in ein Schulzimmer.

AZ

Ein Voranschlag für das Jahr 2015, das einen Ertragsüberschuss ausweist – damit konnte an der Budgetgemeindeversammlung von Holderbank das Erreichen eines Etappenziels vermeldet werden (wir berichteten). Auf dem Weg zur Sanierung der Gemeindefinanzen ist das ein sehr wichtiges Ziel, aber es gibt noch weitere, die zu erreichen sind. Denn wenn der Finanzfehlbetrag in der Gemeinderechnung wie geplant im Jahr 2016 abgebaut sein wird, müssen auch Sparmassnahmen umgesetzt sein, damit die Kosten nicht wieder ansteigen. Für das Erarbeiten dieser Massnahmen sind Arbeitsgruppen im Einsatz. Über deren Resultate wurde an der erwähnten Versammlung informiert.

Klare Voraussetzung

Dass Primarschule und Kindergarten vor einer ungewissen Zukunft stehen, darüber wurden die Eltern bereits im vergangenen März orientiert. Auslöser war ein Signal vom kantonalen Volksschulamt: Aufgrund der sinkenden Schülerzahlen sei im Hinblick auf das Schuljahr 2016/2017 die Planung einer Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden zu prüfen. Im April nahm eine Arbeitsgruppe die Suche nach einer Lösung auf. «Damals aber noch nicht als Taskforce», erklärte Gabi Dennler, Gemeinderätin Ressort Bildung. Der Auftrag lautete, mit Langenbruck und Balsthal abklären, ob und wie eine Zusammenarbeit sinnvoll wäre. «Voraussetzung ist natürlich, dass der Standort Holderbank bleibt, zumindest ein Teil von Kindergarten und Unterstufe.» Das Ziel: Spätestens im Herbst 2015 soll die Gemeindeversammlung über einen Vorschlag befinden können.

Oberstufe in Oberdorf?

Relativ bald sei man bei der Variante Langenbruck auf Stolpersteine gestossen. «Da sind unterschiedliche Ferienpläne und Feiertage, verschiedene Lehrpläne, die zwar mit dem Lehrplan 21, wenn er dann wirklich kommt, ein wenig angeglichen würden», führte Gabi Dennler aus. «Wohin würden die Kinder in die Oberstufe gehen, nach Oberdorf oder Balsthal? Wir haben ja einen Vertrag mit der Kreisschule Thal. Und welcher Kanton ist zuständig, Baselland oder Solothurn?» Ferner habe sich kein sehr grosses Einsparungspotenzial abgezeichnet. Beide Gemeinden hätten zu wenig Kinder, um eigene Klassen zu bilden. Nach einem Zusammenlegen wären die Klassen schon wieder zu gross. «Wir werden daher mit Balsthal detaillierte Abklärungen treffen, dann Modelle ausarbeiten, Verträge vorbereiten und diese im Frühling dem Gemeinderat unterbreiten.»

Mit anderen vergleichen

Über die weiteren Arbeitsgruppen informierte Gemeindepräsident Urs Hubler. In Verwaltung und Werkhof werden Aufgaben erfasst für einen Vergleich mit anderen Gemeinden ähnlicher Grösse, so etwa Aedermannsdorf und Herbetswil. «Wir kennen Gemeinden, die keinen eigenen Werkhofmitarbeiter mehr haben, sondern die Arbeiten extern vergeben haben.» Hubler drückte sich dabei deutlich aus: «Wir wollen wissen: Wo machen wir etwas falsch?» Bei der Gemeindeverwaltung wird es unter anderem um das Erfassen der Öffnungszeiten gehen. «Zu welchen Zeiten kommen Leute an den Schalter, und wie lange werden die Mitarbeiterinnen dabei beansprucht?»

Nur wenn sich sparen lässt

Für die Feuerwehr seien die organisatorischen Grundlagen für einen Zusammenschluss mit Langenbruck bereits geklärt, informierte Hubler. Jetzt gehe es noch um Details. Geplant ist, im Dezember 2015 der Gemeindeversammlung einen Vorschlag zu unterbreiten, damit der Zusammenschluss per 1. Januar 2016 erfolgen kann. «Vorausgesetzt ist allerdings», betonte der Gemeindepräsident, «dass wir damit tatsächlich Geld sparen können.»

Im Bereich Spitex sei kaum Sparpotenzial vorhanden. Ob sich eine Organisation finden lässt, die günstiger ist als Spitex Thal, mit der Holderbank einen Vertrag hat, sei doch sehr fraglich.