Wie bereits in dieser Zeitung angekündigt, ziehen die Gegner der geplanten Verkehrsführung zur Erschliessung der Kiesgrube Aegerten Nord ihre vom Gemeinderat abgelehnte Einsprache weiter vor den Regierungsrat. Heinz Flück brachte am Montagmorgen in Namen der Einsprecher fristgerecht ein Paket zur Post, um dieses eingeschrieben an die Staatskanzlei nach Solothurn zu versenden.

Im Paket befinden sich zum Fall gehörende Akten sowie die von 20 der insgesamt 23 Einsprechern beglaubigte Beschwerde. «Wir haben uns am Wochenende beraten. Dabei sind wir zum Schluss gekommen, weiter daran festzuhalten, dass das Anfang 2013 öffentlich aufgelegte Verkehrsregime nicht umgesetzt werden darf», betont der 68-Jährige.

Flück meint damit die im Gestaltungsplan vorgesehene Erschliessung der Kiesgrube Aegerten Nord. Diese sieht eine Anfahrt der Lastwagen über die Fulenbacherstrasse und eine anschliessende Rückfahrt über die Wolfwilerstrasse vor. Dagegen hatten 23 Anwohner der Wolfwilerstrasse Einsprache erhoben. Ihr Argument: Es gebe bessere Erschliessungsmöglichkeiten. Eine vom Gemeinderat in Auftrag gegebene Nutzwertanalyse gab den Einsprechern recht. Favorisiert wurde in der Folge ein Projekt, welches die Rückfahrt der Lastwagen aus der Grube über den Erlenstutz und die ehemalige TCS-Teststrecke vorsieht. Für die mit rund 1 Mio. Franken projektierte Strasse mit Einbahnverkehr will die Kies Neuendorf AG als Grubenbetreiberin aufkommen.

Ohne aufschiebende Wirkung

Das ausgewählte Projekt wird auch vom Gemeinderat unterstützt. Allerdings möchte der Rat bis zur Realisierung die im Gestaltungsplan vorgesehene Route über die Fulenbacherstrasse und die Wolfwilerstrasse als Übergangslösung durchsetzen, wie Gemeindepräsident Rolf Kissling auf Anfrage erklärt. Ansonsten drohten der Bürgergemeinde als Grubenbesitzerin Mindereinnahmen von bis zu 200 000 Franken. Grund dafür ist der noch immer nicht bewilligte Gestaltungsplan. Ohne diesen kann der geplante Ausbau der Kiesgrube nicht erfolgen.

Die Einwohnergemeinde als zuständige Behörde bei diesem Gestaltungsplanverfahren wird bei der Anhörung durch den Regierungsrat einen Antrag stellen, wie der Gemeindepräsident erwähnt. «Wir wollen, dass im weiteren Verfahren keine aufschiebende Wirkung gewährt wird, sprich, die Lastwagen über die aufgelegte Route verkehren dürfen», so Kissling zum anvisierten Ziel.

«Sicherheit muss vorgehen»

Heinz Flück kann sich mit diesem Gedanken nicht anfreunden. «Für uns wäre nicht nachvollziehbar, wenn wirtschaftliche Interessen über die Sicherheit von Menschen gestellt würden.» Die Einsprecher behalten sich denn auch vor, ihre Beschwerde weiter vor das Verwaltungsgericht zu ziehen. (eva)