Neuendorf

Gebäude aus dem 19. Jahrhundert: Abreissen ist günstiger als sanieren

Während des Rückbaus des rund 10 Meter langen Wohnhauses (bis Eingangstür) wird die Einfahrt von der Dorfstrasse in die Allendstrasse für den Verkehr gesperrt.

Während des Rückbaus des rund 10 Meter langen Wohnhauses (bis Eingangstür) wird die Einfahrt von der Dorfstrasse in die Allendstrasse für den Verkehr gesperrt.

Ein Gebäude an der Dorfstrasse in Neuendorf wird abgerissen und wieder aufgebaut - das kommt günstiger als eine Sanierung. Die Allmendstrasse wird wegen Abriss und Wiederaufbau der Liegenschaft Dorfstrasse 52 bis Chäsiweg gesperrt.

Ab kommenden Montag wird die Allmendstrasse ab der Einfahrt Dorfstrasse bis zum Chäsiweg während zweier Wochen für den Verkehr gesperrt. Nötig wird dies wegen dem Abriss und dem Wiederaufbau der Liegenschaft Dorfstrasse 52, in welche drei 3½-Zimmerwohnungen eingebaut werden.

Die Bauherrin, die Stöckli Treuhand & Verwaltung GmbH, hat sich für diese Lösung entschieden, weil die Aushöhlung des an die Allmendstrasse grenzenden Gebäudeteils teuerer zu stehen kommen würde als der nun geplante Abbruch und Wiederaufbau. Gegen eine Sanierung gesprochen hätten auch die alte Bausubstanz, die dicken Bruchsteinmauern, die unpraktische Raumeinteilung und die niedrigen Raumhöhen der auf zwei Etagen verteilten acht Zimmer, führt Paul Stöckli dazu aus.

Haus wurde 1866 gebaut

Diese Einteilung geht auf das Jahr 1866 zurück, als das Haus mit Scheunentrakt erbaut wurde. 1915 wurden der Dachstuhl saniert und auf der Westseite ein Sattlerei-Atelier angebaut, welches danach bis Mitte der 40er-Jahre in Betrieb war. Damals sei auch noch Landwirtschaft betrieben worden, berichtet Stöckli. In den 60er Jahren wurden die Räume der Sattlerei an einen Bandsägeschleifer vermietet.

Nachbar Robert Steffen hielt damals im Stall zwei bis drei Pferde, erinnert sich Stöckli. Von der damaligen Scheune ist heute nichts mehr zu sehen. In diesen Gebäudetrakt wurden 1978 zwei Wohnungen eingebaut. Baulich praktisch unverändert blieb das Wohnhaus, das ab Montag von einem spezialisierten Unternehmen rückgebaut wird. Die Vorbereitungen sind bereits angelaufen. So wurde auf der Südseite der Liegenschaft die Hecke zurückgeschnitten, um Platz für die Baumaschinen und später für einen dort geplanten Parkplatz zu schaffen. Zudem müssen sämtliche Einrichtungen aus dem Haus geräumt werden.

Neubau wird identisch sein

Für den Abbruch des rund 10 Meter langen Wohntraktes seines ehemaligen Elternhauses musste Stöckli ebenso ein Baugesuch einreichen wie für den geplanten Neubau. Dieser entsteht exakt an jener Stelle, wo das Gebäude heute steht, und wird auch dieselben Masse aufweisen und optisch identisch sein. Das sei so mit der kantonalen Denkmalpflege abgesprochen worden. Von denkmalpflegerischem Wert sei das Haus aber nicht, so Stöckli darauf angesprochen.

Strasse ab 20. Juli gesperrt

Der Rückbau des Hauses wird von oben nach unten erfolgen und zwei Wochen in Anspruch nehmen. In dieser Zeit wird der erwähnte Strassenabschnitt für den Durchgangsverkehr gänzlich gesperrt. Das Postauto wird vom 20. Juli bis Ende Oktober über die Dorfstrasse umgeleitet und die Haltstelle am Chäsiweg provisorisch an die Wolfwilerstrasse verlegt.

Der an die Allmendstrasse grenzende Wohntrakt wird abgerissen und danach am selben Platz optisch identisch wieder neu aufgebaut.

Der an die Allmendstrasse grenzende Wohntrakt wird abgerissen und danach am selben Platz optisch identisch wieder neu aufgebaut.

Wegen der Sommerferien der vor allem von Schülern benutzten Postautolinie dürften sich die Auswirkungen in Grenzen halten. Die PostAuto Schweiz AG habe problemlos Hand geboten, so Stöckli. Das gelte auch für den Volg-Laden und die Raiffeisenbank, deren Parkplätze auf der Südseite weiter zugänglich blieben. Die Warenanlieferung an den Volg-Laden erfolgt über die Privatstrasse auf der Ostseite des Bank- und Ladengebäudes.

Kaum mit Einschränkungen rechnen müssen Fussgänger. Ausser, wenn beim Abriss der Liegenschaft kurzfristig eine Gefahr besteht. Dann geht die Sicherheit vor und die Passage entlang des Bank- und Ladengebäudes wird gesperrt. «Wir danken allen für ihr Verständnis und hoffen, dass sich die Lärm- und Bau-Emissionen in Grenzen halten», bemerkt Stöckli.

Nach dem bis Ende Juli erfolgten Rückbau des Hauses wird Einfahrt von der Dorfstrasse in die Allendstrasse in Richtung Chäsiweg wieder einspurig für den Verkehr frei gegeben. Umgekehrt bleibt die Strasse ab dem Chäsiweg bis Ende Oktober gesperrt. So lange dauert es, bis der Rohbau fertig ist. Der Innenausbau erfolgt in den Wintermonaten. Bezugsbereit sein sollen die Wohnungen im Frühling 2016, sagt Stöckli zur Zielsetzung. Ausziehen musste wegen des Projekts übrigens niemand, die Wohnung im betroffenen Wohnhaus steht seit eineinhalb Jahren leer.

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