Langenbruck
Gantrufer verhalfen der Auktion mit flotten Sprüchen zum Erfolg

Die 29. Zuchtviehauktion hatte wegen der zu hoch angesetzten Schatzungspreise einen schwierigen Start. Dies deshalb, weil die Organisatoren und Bauernfamilien anlässlich der Vorschau vor einem Monat höhere Preise erwarteten.

Benildis Bentolila
Drucken
Teilen
Der Auktionsplatz vor der Kulisse von Langenbruck. Rechts befindet sich die «Bauernecke», wo die Anbieter die Steigerungen verfolgen.

Der Auktionsplatz vor der Kulisse von Langenbruck. Rechts befindet sich die «Bauernecke», wo die Anbieter die Steigerungen verfolgen.

Benildis Bentolila

«Es läuft harzig»: Darüber waren sich zu Beginn der 29. Zuchtviehauktion in Langenbruck Organisatoren, Gantrufer und Speaker einig. «Es sieht so aus, als ob die Schatzungspreise zu hoch angesetzt wurden», meinte Roland Baumgartner, der zum 29. Mal am Mikrofon sass und die angebotenen Tiere dank seiner grossen Erfahrung minutiös beschrieb.

Doch hätte es anlässlich der Vorschau vor einem Monat ausgesehen, dass die Preise anziehen würden. Angesichts dessen, dass immer wieder ein Tier nicht ersteigert wurde, begaben sich Anbieter zum OK-Präsidenten der Auktion, um die Schatzungspreise neu zu definieren. Andere willigten ein, den Preis zu reduzieren, wenn der Auktionator sie fragte, ob das Tier zu einem niedrigeren Betrag verkauft werden könne.

Den höchsten Preis errang die zweieinhalbjährige Holsteinkuh Norma, die von Gantrufer Alois Wyss, Grosswangen, der ebenfalls seit Anfang dabei ist, mit – offensichtlich zu Recht – «Ça, c’est de la musique» anpries. Norma wurde von Albert Mohler-Egli, Thürnen, gezüchtet und gehörte Armin Odermatt, Liesberg. Alois Wyss und Andreas Aebi waren geduldig und gaben sich Mühe, die Tiere zu verkaufen.

Manchmal sah es so aus, als müsste der Besitzer seine Kuh wieder nach Hause nehmen. Doch dann entdeckte der Gantrufer einen Bekannten in den Zuschauerrängen, sprach ihn direkt an und das Tier war verkauft. Einem jungen Bauern sagte Andreas Aebi beispielsweise: «Du bist noch jung und kannst doch 50 Franken mehr bieten.» Und verkauft war das Rind.

Oder Alois Wyss meinte, er sei Sozialarbeiter und meine es gut mit den Bauernfamilien. Indem er einen Bekannten direkt ansprach und ihm ein Kalb, einen Stier, in den höchsten Tönen anpries, konnte er diesen zum Kauf bewegen. Die Auktionatoren betonten wie jedes Jahr, dass in Langenbruck eine freundschaftliche, familiäre und faire Atmosphäre herrsche.

Solch gute Stimmung herrschte nicht nur auf dem Auktionsplatz, sondern auch in der Festwirtschaft des Bergbauernvereins Langenbruck. Dort ist neu Markus Walser von der Oberen Wechten in Mümliswil verantwortlich. Überhaupt, die Mümliswiler brachten rund 20 Tiere an die Auktion, betätigten sich als Helferinnen und Helfer im Büro sowie bei der Vorführung und in der Wirtschaft, die sie in grossem Ausmass bevölkerten.

Pius Hitz amtete an der Auktion in Langenbruck zum letzten Mal als OK-Präsident. Sein Amt übernimmt ab nächstem Jahr der junge Meisterlandwirt Thomas Bader vom Chambersberg in Hägendorf. Dazu meinten ein paar Oberbaselbieter Bauern: «Es sieht so aus, als würden die Solothurner die Auktion übernehmen.» Thomas Bader freut sich auf die Tätigkeit, wie er erwähnt. 2014 wird in Langenbruck die mittlerweile 30. Zuchtviehauktion stattfinden; das bedeutet eine besondere Herausforderung.

Aktuelle Nachrichten