Premiere ist am 21. August, bis dahin wird noch intensiv geprobt. Hier eine Szene: Februar 1633, Elisabeth Kölliker steht auf dem Platz, einen Korb in der Hand. Sie blickt zwei Männern hinterher. Dass einer von ihnen ihr künftiger Ehemann sein wird, weiss sie noch nicht. Dass sie jedoch gleich bei der Ehefrau dieses Mannes Eier kaufen wird, hingegen schon. Elisabeth Zeltner winkt sie durchs Küchenfenster zu sich. Sie stehen sich in der warmen Küche gegenüber und plaudern.

Wäre es eine moderne Komödie

Was in einer modernen Komödie für mehr oder weniger lustige Verwirrungen sorgen könnte, ist hier eine historische Tatsache. Im neuen Stück der Gäuer Spielleute «Adam Zeltner» kommt den beiden Frauen Elisabeth Zeltner und Elisabeth Kölliker eine tragende Rolle zu. Beide sind sie Ehefrau eines Adams, Mütter zahlreicher Kinder, kümmern sich um das häusliche Wohl, unterstützen ihren Ehemann und sind pragmatisch veranlagt.

In einem Stück, das vom Bauernführer Adam Zeltner handelt, sind diese zwei Frauen nicht wegzudenken. Autor und Regisseur Christoph Schwager hat ihnen nebst den anderen Figuren einen besonderen Stellenwert verliehen.

Man darf gespannt sein auf ein Stück über einen Mann, dessen Leben und Handeln bestimmt sind durch einen friedliebenden Charakter und die Fähigkeit, in heiklen Situationen zu vermitteln. Dass hinter jedem starken Mann eine starke Frau steht, bewahrheitet sich. Hier mischen gleich zwei Frauen mit. Das verleiht der Geschichte eine pikante Note.

Zum Stück

Das Stück spielt im 17. Jahrhundert. Während um die Schweiz der Dreissigjährige Krieg tobt, bleiben die Schweizer verschont. Vor allem die Bauern können von der Armut unserer Nachbarn profitieren und ihre Ware für gutes Geld ins Ausland verkaufen. Die Kantonsregierungen profitieren von Warensteuern. Nach dem Ende des Krieges ändert sich die Situation schlagartig. Die Verkäufe gehen drastisch zurück, doch die Regierungen bestehen auf den hohen Steuern. Klar, dass das für grossen Unmut sorgt. Das Fundament für den Bauernkrieg ist gebaut. Hier tritt Adam Zeltner auf, ein friedliebender Mann. Es gelingt ihm eine Zeit lang, zwischen Bauern und Regierung zu vermitteln. Seine Solidarisierung mit Bauernvereinigungen anderer Kantone, die ihrerseits mit ihrer Regierung nicht klarkommen, lassen ihn jedoch zwischen die Fronten, oder eben, «zwischen die Mühlen» geraten. Sein Schicksal ist besiegelt – sein trauriges Ende ist bekannt.

Lachen nicht verboten

Doch, auch was nach grosser Tragik tönt, birgt zum Glück genügend Raum für die Komödie. Wie immer war es dem Autor Christoph Schwager auch bei diesem Stück wichtig, amüsante Unterhaltung zu schaffen. Es darf also durchaus auch gelacht werden über die Eigenarten, Schwächen und Grenzen der einzelnen Personen, die in «Adam Zeltner» in Erscheinung treten. (mfl)

Premiere Freitag, 21. August, weitere Aufführungen bis 12. September; Schälismühle, Oberbuchsiten. Vorverkauf ab 27. Juli, www.gaeuer-spielleute.ch