Gäuer Gemeindepräsidenten
Die nächsten Wahlen stehen an: Drei Kandidaten haben sich schon in Position gebracht

Härkingen, Oberbuchsiten und Neuendorf bestimmen am 13. Juni neue Gemeindepräsidenten. Wer stellt sich alles zur Verfügung?

Rahel Bühler
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Sie wollen Gemeindepräsidenten werden (von links nach rechts): André Grolimund, Jonas Motschi, Hans Peter Egli

Sie wollen Gemeindepräsidenten werden (von links nach rechts): André Grolimund, Jonas Motschi, Hans Peter Egli

zvg

Nach den Wahlen ist bekanntlich vor den Wahlen. Daher geht es Schlag auf Schlag weiter: Am 13. Juni finden die Gemeindepräsidentenwahlen statt. In den meisten Dörfern treten die Bisherigen wieder an und gelten bereits jetzt als gewählt. Drei Orte werden aber neue Präsidenten erhalten, weil die aktuellen Amtsinhaber zurückgetreten sind: Härkingen, Oberbuchsiten und Neuendorf. Da stellt sich die Frage: Wer kandidiert wo?

In Härkingen ist der Fall schon klar: Dort ist die Eingabefrist für die Kandidaturen bereits abgelaufen. André Grolimund, Mitglied der freien Liste und bisheriger Vizepräsident, kandidiert als einziger als Nachfolger für Daniel Nützi (CVP). Eine Überraschung ist das nicht: Die freie Liste hat bei den Wahlen vom Sonntag - auf Kosten der CVP - einen Sitz gewonnen. Damit ist sie die stärkste Kraft. Grolimund hat mit 560 Stimmen das beste Resultat erzielt. Zudem ist er seit 2006 im Härkinger Gemeinderat und seit 2009 der Vizepräsident. Seine Kandidatur habe sich schon abgezeichnet. Das sagt der 50-Jährige selbst: «Im vergangenen Sommer erhielt ich von den anderen Parteien das Signal, dass sie meine Kandidatur unterstützen würden.» Er habe aber erst das Wahlergebnis abwarten wollen. Als dieses vorlag, besprachen die Parteien noch am Sonntag das weitere Vorgehen. «Die Leute schenken mir Vertrauen und deshalb möchte ich diese Verantwortung übernehmen.» Weil er als Selbständiger arbeitet, könne er das 30-Prozent-Pensum gut übernehmen.

«Wir werden weiterhin Sachpolitik machen und die beste Lösung für die Gemeinde suchen.»

In Härkingen kommt auch die Wahl des Vizegemeindepräsidenten vors Volk. Dort wird es eine Auswahl geben: Yvette Portmann-Studer (freie Liste), Daniel Studer (FDP), André Repond (CVP).

FDP-Kandidatur in Oberbuchsiten ist noch unklar

In Oberbuchsiten hat die neue Wahlplattform #myBuchste auf Anhieb fünf Sitze geholt. Somit ist sie die stärkste (Nicht-)Partei im Ort. Der bisherige Vizegemeindepräsident, Jonas Motschi, hat mit 464 Stimmen das beste Resultat erzielt. Deshalb erstaunt auch hier nicht, dass er sich als Gemeindepräsident zur Wahl stellt. Es sei eine gewisse Erwartung bei der Bevölkerung vorhanden, sagt Motschi:

«Das gute Resultat zeigt das. Zudem habe ich das auch in vielen persönlichen Rückmeldungen gehört.»

Am Amt des Gemeindepräsidenten reize ihn besonders den Umgang mit den neuen, jungen Gemeinderäten. «Wir können dazu beitragen, dass Oberbuchsiten eine noch heimeligere Gemeinde wird», sagt der 62-Jährige. Er denke da zum Beispiel an eine Tagesbetreuung für Kinder oder mehr Spielplätze.

Noch unklar ist die Kandidatur der FDP. Mit Daniel Lederer stellte sie den Präsidenten während der ablaufenden Legislatur. Nun hat sie aber an Wählerstärke verloren. In der kommenden Legislatur belegt sie nicht mehr fünf, sondern nur noch zwei Plätze. Zudem wurde der bisherige Gemeinderat, Robert Gurtner abgewählt. Er ist auch Präsident der Ortspartei. Man habe sich noch nicht entschieden, ob ein FDP-Vertreter antrete, sagt er.

In Oberbuchsiten endet die Eingabefrist für die Gemeindepräsidentenkandidaturen am 3. Mai.

Die CVP Neuendorf zeigt momentan kein Interesse

Etwas komplizierter sieht die Ausgangslage in Neuendorf aus: Bisher war die FDP die stärkste Partei. Sie stellte mit Rolf Kissling auch den Gemeindepräsidenten. Mit der Wahl vom Sonntag haben sich die Stärkeverhältnisse jedoch verschoben: Die FDP verliert einen Sitz und kommt nur noch auf zwei. Die CVP kann ihre drei Sitze halten. Je einen belegen die SVP und die Unabhängigen. Die CVP ist also jetzt die stärkste Partei in der Gemeinde. Von diesem Aspekt ausgehend, müsste die Partei auch den oder die Gemeindepräsidentin stellen. Auf Anfrage teilen die beiden bestgewählten neuen Räte, Meinrad Müller (686 Stimmen) und Christof Walker (646 Stimmen) mit, sie hätten kein Interesse am Amt. Sie begründen es mit der beruflichen Belastung respektive der politischen Unerfahrenheit.

Bei der FDP ist jedoch die Kandidatur bereits klar: Hans Peter Egli stellt sich zur Wahl. Der 64-Jährige war bereits von 2001 bis 2009 im Gemeinderat vertreten und präsidiert mit Gabriela Gaugler die Ortspartei.

«Ich kenne die Gemeinde und weiss, was ansteht. Deshalb kandidiere ich.»

Egli ist seit mehreren Jahren Mitglied der Planungskommission und in der Industrie- und Gewerbekommisson. Der Betriebswirtschafter wird heuer pensioniert. «Das Amt des Gemeindepräsidenten würde also gut an meinem beruflichen Engagement vorbeigehen.» Wie hoch das Pensum ist, sei für ihn zweitrangig. «Mich interessiert das Amt an sich. Da bin ich auch bereit, mehr zu investieren, als vorgegeben.» Vor allem bei Amtsantritt würde der Aufwand höher sein. Von der FDP wird ansonsten niemand kandidieren.

Auch in Neuendorf läuft die Eingabefrist am 3. Mai ab.