Neben der Rechnung 2017 stand an der Gemeindeversammlung von Gänsbrunnen am Montagabend im alten Schulhaus die Aufnahme, respektive Weiterführung von Fusionsverhandlungen mit Welschenrohr auf der Traktandenliste. Im Gemeinderat habe man das Thema beraten und sei auch schon zu einer gemeinsamen Sitzung mit dem Gemeinderat von Welschenrohr zusammen gekommen, sagte Gemeindepräsident Stephan Joray.

Diese Zusammenkunft sei sehr positiv verlaufen und man habe offen über die Fusion diskutiert. Aus Welschenrohr selbst kämen also sehr positive Signale für die Fusion. In der Diskussion zwischen den zehn Gemeindeversammlungsteilnehmern wurde dies bestätigt. «Die Welschenrohrer haben Interesse an uns», sagte ein Stimmbürger. «Wir müssen jetzt entscheiden, ob wir die Fusion wollen.»

Heute schon viel gemeinsam

Der Gemeinderat stellte an die Gemeindeversammlung den Antrag, die Fusionsgespräche weiterzuführen, erklärte Joray. In der Schlussabstimmung wurde diesem Antrag entsprochen. Joray weiter: «Wir müssen Schritt für Schritt weitergehen, damit Welschenrohr an der kommenden Budgetgemeindeversammlung im Dezember das weitere Vorgehen beschliessen kann». Am Ende komme es zu einer Volksabstimmung in beiden Gemeinden über die Fusion, welche – wenn alles gut läuft – im kommenden Jahr stattfinden könnte.

«Das Ziel wäre, auf die kommende Amtsperiode hin (ab 2021) die Fusion zu vollziehen. Somit wäre genug Zeit für alle, die hängigen Fragen, wenn nötig auch durch das Amt für Gemeinden des Kantons, zu beantworten», sagt Joray. Gänsbrunnen arbeitet heute schon in einigen Teilen eng mit Welschenrohr zusammen. So ist Gemeindeverwalterin Daniela Altermatt auch für die Verwaltung von Welschenrohr zuständig. Die Feuerwehrkommission ist mit Mitgliedern beider Gemeinden zusammengesetzt. In Gänsbrunnen selbst sind keine Schulen mehr angesiedelt.

Die Schüler vom Kindergarten bis 6. Klasse gehen in Welschenrohr zur Schule; die Oberstufenschüler besuchen den Unterricht in Matzendorf. Nur noch zwei Vereine sind im Dorf tätig: die Militärschützen und Jagdgesellschaft. Alle andere Vereinsaktivitäten besuchen die Bewohner von Gänsbrunnen in Welschenrohr. Die Abfallentsorgung findet noch jeden Dienstag in Gänsbrunnen statt. Das Altpapier muss jedoch zweimal pro Jahr in Welschenrohr entsorgt, oder kann jederzeit bei Hori Trans in Aedermannsdorf entsorgt werden.
Noch sind in Gänsbrunnen fünf Gemeinderäte, darunter der Gemeindepräsident im Amt. Sie arbeiten alle im Ressortsystem.

Leichtes Plus in der Rechnung

Die zehn stimmberechtigten Personen stimmten zunächst noch über die Rechnung 2017 ab. Gemeindepräsident Stephan Joray übergab dafür das Wort an die Verwalterin Daniela Altermatt.

Die Rechnung 2017 schliesst mit einem kleinen Ertrag von 3800 Franken. Budgetiert war ein Plus von 12'500 Franken. Somit verfehlte die Rechnung um 8680 Franken das gesteckte Ziel. Mehraufwände gab es vor allem im Bereich Bildung, wo einerseits Nachtragskredite für Entschädigung Schulgelder für die HPS in der Höhe von 21'000 Franken genehmigt werden musste und wo neue Fenster für das Schulhaus zu Buche schlugen. Insgesamt wurden hier rund 40'000 Franken mehr ausgegeben als budgetiert.

Ebenfalls höhere Kosten als budgetiert verursachte der Winterdienst. Zu Mehreinnahmen kam es hingegen im Bereich Finanzen/Steuern. Hier waren 351'000 Franken Einnahmen vorgesehen. Tatsächlich konnten 385'000 Franken eingenommen werden. Das ergibt Mehreinnahmen von rund 34'000 Franken.

Die Versammlung folgte den Anträgen des Gemeinderates und beschloss, den Ertragsüberschuss vollumfänglich dem Eigenkapital zuzuschreiben. Somit erhöht sich das Eigenkapital auf 102'007 Franken.

Exaktes Pro Kopf-Vermögen

Bei den Investitionen wurde netto die Summe von knapp 40'000 Franken benötigt. Dieses Geld wurde für den Anteil an den Bergstrassen fällig. Die Bilanz weist ein Finanzvermögen von Gänsbrunnen von 680 000 Franken aus. Davon sind 580'000 Franken Fremdkapital, was bedeutet, dass das Nettovermögen rund 100'000 Franken beträgt. Pro Kopf resultiert ein Vermögen von exakt 1089 Franken.

Bei den Spezialfinanzierungen musste beim Wasser ein Verlust von 13'800 Franken entgegengenommen werden. Budgetiert war er noch höher mit 17'360 Franken. Abwasser und Abfall schlossen mit Gewinnen ab. Diese Verluste, respektive Gewinne wurden dem jeweiligen zweckgebundenen Eigenkapital zugewiesen, was folgende Schlussabrechnung ergibt: Wasserversorgung Eigenkapital von 41'500 Franken; Abfallbeseitigung Eigenkapital von 14'270 Franken und Abwasserbeseitigung Fehlbetrag von 27'000 Franken. Dieser hätte Ende 2017 auf Null sein sollten, bemerkte Verwalterin Daniela Altermatt. Der Steuerfuss liegt in Gänsbrunnen bei 130 Prozent für natürliche Personen und 128 Prozent für juristische Personen.