Lostorf
Fürs neue Schlosswart-Ehepaar ist es «eine grosse Herausforderung»

Das neue Schlosswart-Ehepaar von Schloss Wartenfels hat die erste Saison hinter sich gebracht und zieht ein positives Fazit. Allerdings laufen bereits die Vorbereitungsarbeiten für die kommende Saison.

Beat Wyttenbach
Drucken
Teilen
Schloss und Gärten müssen in Schuss gehalten werden: Cindy, Stefan, Sven und Annette Bernhard (von links) haben sich gut eingelebt.

Schloss und Gärten müssen in Schuss gehalten werden: Cindy, Stefan, Sven und Annette Bernhard (von links) haben sich gut eingelebt.

Bruno Kissling

Sie wurden aus rund 50 Bewerbungen vom Stiftungsrat als neues Schlosswart-Ehepaar von Schloss Wartenfels ausgewählt und traten ihr Amt am 1. Mai an: Die Rede ist von den aus dem zürcherischen Bubikon stammenden Stefan (44) und Annette (42) Bernhard.

Mitgebracht haben sie auch ihre beiden Kinder, den fünfjährigen Sven und die dreijährige Cindy. «Via Fachzeitung ‹Gartenbau› wurden wir auf die Stelle aufmerksam», erzählt Stefan Bernhard, seines Zeichens gelernter Landschaftsgärtner. Und auch Ehefrau Annette hat einen grünen Daumen; sie lernte Zierpflanzengärtnerin mit Weiterbildung in Administration und Event-Management.

«Es lief immer etwas»

«Es war alles neu für uns, und es lief immer etwas», blickt Stefan Bernhard auf die am kommenden Sonntag zu Ende gehende Saison zurück. «Es war interessant, aber auch eine grosse Herausforderung». Zu seinem Aufgabenbereich gehört die Betreuung und Pflege des französischen Gartens, wo viele Eingriffe nötig sind, aber auch die Blumenwiese muss zweimal im Jahr gemäht werden, und auch die Parkplätze unterhalb des Schlosses fordern Unterhalt. Mit dem Rebberg hingegen habe er nichts zu tun, dieser werde von zwei Familien betreut.

Auf der Gehaltsliste des Kantons

Stefan und Annette Bernhard tauchen auf der Gehaltsliste des Kantons auf. Dies erweckt den Eindruck, als seien sie Staatsangestellte. Nicht ganz. «Es ist sehr kompliziert», bemerkt Peter André Bloch, Präsident des Stiftungsrats von Schloss Wartenfels, der die Bernhards eingestellt hat, dazu. «Unsere Stiftung ist dreiteilig. Wir bezahlen alle den Budgetbetrag ein gemäss unseren prozentualen Anteilen. Der Kanton führt die Rechnung.» Es sei für die Schlosswarte sicherer, wenn sie direkt vom Staat aufgrund des Auftrags des Stiftungsrats entlöhnt würden, auch im Hinblick auf die entsprechenden Zulagen. Laut Angaben von Lostorfs Gemeindeschreiber Markus von Däniken, gleichzeitig Sekretär des Stiftungsrats, belaufen sich die Anteile wie folgt: Kanton Solothurn 47 Prozent, Einwohnergemeinde Lostorf 35 Prozent und Stadt Olten 18 Prozent. (bw)

Aber nicht nur der Buchsform- und der Heckenschnitt erfordern viel Arbeit, auch das Giessen der Blumen frisst bis zu zweieinhalb Stunden täglich weg. «Dies war vor allem in der ersten Zeit notwendig, als es lange trocken war», erzählt Bernhard. Aufräumen und Jäten ergänzen das Ganze. Und die Bepflanzung saisonaler Blumen wie Tagetes oder Geranien nimmt ebenfalls einen grossen Teil seiner Zeit in Anspruch.

Räume unterhalten

Annette Bernhards Tätigkeit konzentriert sich hingegen mehr auf das Schloss selbst: Die Räume müssen gereinigt und von Staub befreit und die WC-Anlagen müssen geputzt werden. Einmal im Jahr soll in den Räumen zusätzlich die Bettwäsche gewechselt werden. Hinzu kommen Vorbesprechungen mit Leuten, die das Schloss für Anlässe wie Hochzeiten mieten wollen. «Hierbei braucht es eine grosse Präsenzzeit, vor allem, wenn die Bankette zusammen mit den Catering-Services bereitgestellt werden müssen», erzählt sie. Zwei- bis dreimal pro Saison finden zudem Ziviltrauungen im Rittersaal statt. Auch da müsse alles sauber sein. «Aber eine strikte Trennung besteht nicht, oft helfen wir einander».

Nun wird es zwar etwas ruhiger, aber die Hände in den Schoss legen können sie trotzdem nicht, denn nach der Saison ist bekanntlich vor der Saison. «Es gibt viel an Vorbereitungsarbeiten für den kommenden Frühling zu tun. So müssen jetzt schon Frühlingsblumen wie Stiefmütterchen und Zwiebelpflanzen wie Tulpen in den Triebbeeten gezogen werden», führt Stefan Bernhard aus. Und der zum Gelände gehörende Obstgarten muss ebenfalls unterhalten werden; im Winter werden vor allem Schnittarbeiten vorgenommen.

Aber eingelebt haben sie sich gut, bekräftigen beide. Im Winterhalbjahr werden sie nicht nur administrative Arbeiten nachholen, die während der Saison liegenbleiben mussten, sondern auch sich endgültig häuslich einrichten. Auch die Kinder haben sich gut akklimatisiert. Seit rund zwei Monaten besucht Söhnchen Sven unten im Dorf den kleinen Kindergarten. «Wir hoffen auch auf mehr Luft, wenn beide Kinder zur Schule gehen», gesteht Annette Bernhard. Nun haben sie die Wochenenden wieder für sich, und die Ferien, die sie während der Saison unmöglich beziehen konnten, können jetzt auch geplant werden.

Aktuelle Nachrichten