Balsthal
Fürobe-Brot-Beck ist im Schuss — die Brotwürstli im Freien werden jedoch noch aufgeschoben

In diesem Jahr sind es zehn Jahre, dass Bäckermeister Alex Häner mit seinem Verkaufskonzept in Balsthal erfolgreich ist.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Der Fürobe-Brot-Beck hat noch einiges vor
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Alex Häner betreibt seinen Fürobe-Brot-Laden in Balsthal in diesem Jahr schon seit 10 Jahren.
Geduldig und diszipliniert stehen die Brot-Kunden derzeit in der Schlange draussen an, denn die Bedienung geht zügig voran.

Der Fürobe-Brot-Beck hat noch einiges vor

Bilder: Bruno Kissling

In diesem Jahr sind es zehn Jahre, seit Bäcker Alex Häner in Balsthal seinen Fürobe-Brot-­Laden – zuerst noch auf der Thalbrücke – gestartet hat. «Angefangen hat alles mit zwei Zelten und zwei Containern und der Idee, dass frisches Brot eigentlich erst ab dem Nachmittag erhältlich sein muss. Dafür aber dann wirklich noch bis am Ende des Verkaufstages um 18.30 Uhr frisch sein soll», erzählt der gebürtige Nunninger, der im kommenden Jahr ins Pensionsalter kommt und der sich kürzlich als Balsthaler hat einbürgern lassen.

«Der Vorgang des Teigherstellens, des Knetens und des Backens soll für den Kunden sichtbar sein», zählt er seine Verkaufsphilosophie weiter auf. Und im Angebot ist lediglich eine Brotsorte aus einer Mischung von vier Sorten Mehl ohne Zusätze, einer emulgatorenfreien Hefe, Salz und Wasser.

Im Angebot sind noch Zopf und Russenzopf und je nach Saison auch ein Dreikönigskuchen. Dazu gibt es jeweils am Dienstag und Donnerstag Berliner mit Konfi- oder Vanillecreme. Am Montag, Mittwoch und Freitag sind dann Nussgipfel dran. «Wir bieten auch etwas Salziges mit kleinen Brot-Würstchen und vegetarischen kleinen Pizzen an», führt Häner weiter aus.

Zum Glück ist Brot ein Grundnahrungsmittel

«Täglich kommen 300 bis 400 Kunden in den Laden. Das Geschäft läuft gut, trotz der Coronasituation. Wir haben das Glück, ein Grundnahrungsmittel herzustellen und zu verkaufen, daher verspüren wir keinen Einbruch beim Absatz unserer Produkte wegen Corona», erzählt der Bäckermeister. «Ich musste auch kein Personal abbauen oder Kurzarbeit beantragen.»

Doch wegen Corona noch nicht geklappt hat es mit Häners Idee, in einem Extra-Container auf dem Laden-Gelände an der Lindenallee seine Brot-Würstchen während einer Stunde über die Mittagszeit zu verkaufen. «Ich hatte vor, die Würstchen im Brot zusammen mit warmen, frischen selbst gemachten Kartoffelchips als Selbstbedienungsvariante anzubieten. Doch wegen der Coronavorschriften kann meine Idee, jeden Kunden für seine Chips aus sechs zur Verfügung gestellten Gewürzmischungen selbst auswählen zu lassen, nicht realisiert werden. So haben wir dieses Projekt halt wieder verschoben.»

Häners grundlegende Geschäftsidee ist also aufgegangen, und er sagt: «Ich lebe ganz klar von den Autofahrern. Da ich zwölf Parkplätze anbieten kann, findet man jederzeit einen Platz vor dem Laden, kauft rasch seine Brotprodukte und fährt wieder weg.» Jetzt in der Coronazeit muss man halt mit ausreichendem Abstand in der Schlange anstehen.

Wenn in der Lindenallee gebaut wird

Was er aber befürchtet, ist die kommende Strassensanierung der Lindenallee und die dazu gehörende zehnmonatige Bauzeit. «Ich bin derzeit in Kontakt mit den zuständigen Stellen im Kanton, um Abfederungen zu besprechen. Zudem habe ich die Idee, im Sagmattquartier – durch welches der Verkehr während der Bauzeit umgeleitet wird – einen Standort für den Verkaufsladen zu suchen. Denn, es ist klar: Die Strasse ist unser Frequenzbringer.»

Zwar hatte Häner mal vorgehabt, seine Fürobe-Brot-Läden – in Nunningen betreibt er einen weiteren – nach der Pension in jüngere Hände zu übergeben. «Dies hat sich aber vorerst zerschlagen, und ich werde halt länger arbeiten. Spass macht es mir eben immer noch, und Geschäftsideen habe ich auch noch genug.»