Niederbuchsiten
Für Monika Poltera-von Arb ist es Heimkehr und Neuanfang zugleich

Die gebürtige Neuendörferin Monika Poltera-von Arb ist die neue Seelsorgerin in der Pfarrei St. Nikolaus in Niederbuchsiten. Damit endet für die Gäuer Gemeinde eine fast zweijährige Durststrecke, in welcher sie ohne Seelsorger auskommen musste.

Ewin von Arb
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Pastoralassistentin Monika Poltera-von Arb in der Kirche St. Nikolaus in Niederbuchsiten.

Pastoralassistentin Monika Poltera-von Arb in der Kirche St. Nikolaus in Niederbuchsiten.

Erwin von Arb

«Fast zwei Jahre ohne Seelsorger sind für eine Pfarrei eine lange Zeit», sagt Sakristanin Verena Rippstein, mit Verweis auf Pfarrer Hannes Weder, welcher Ende 2011 die Gemeinde altershalber verlassen hat. Das kirchliche Leben ist in der 976 Seelen grossen Gemeinde während dieser langen Vakanz aber nicht vollständig eingeschlafen, wie die ehemalige Katechetin im Gespräch erwähnt. Dafür sorgen innerhalb des Dorfes der Frauentreff mit seinen Untergruppen und die Seniorengruppe St. Nikolaus.

Grosse Ministrantengruppe

Unterstützung für die Abhaltung von Gottesdiensten in der Pfarrkirche St. Niklolaus erfuhr die Pfarrei Niederbuchsiten auch von der Bistumsleitung und von den Pfarreien aus den umliegenden Gemeinden, allen voran die Kestenholzer Pfarreileiterin Theresia Gehle sowie von Kapuzinern des Klosters Olten. Vom reichen kirchlichen Leben in der Gemeinde zeugt die Ministrantengruppe, die mit 17 Jungen und Mädchen beachtlich gross ist. «Dafür erhielten wir schon Komplimente», sagt Verena Rippstein, die auch die Ministrantengruppe leitet und für das Pfarreisekretariat verantwortlich zeichnet.

Am 15. Oktober wird die lange Durststrecke der Pfarrei ohne Seelsorger ein Ende haben. Auf dieses Datum hin wird die gebürtige Neuendörferin Monika Poltera-von Arb ihre Stelle im 45-Prozent-Pensum als Pastoralassistentin antreten. Die 35-Jährige studierte nach der Kantonschule in Olten an der Universität in Luzern Theologie und als Nebenfach Kirchenmusik. Von 2004 bis im Herbst dieses Jahres, also neun Jahre, war sie danach in der Pfarrei St. Mauritius in Emmen LU als Pastoralassistentin tätig.

Ehemann arbeitet in Balsthal

Ihre Rückkehr ins Gäu bedeute ihr viel, schliesslich sei sie hier aufgewachsen, meint Monika Poltera-von Arb darauf angesprochen. «Es ist Heimkommen und Neuanfang zugleich», sagt sie. Als Grund für ihre Heimkehr nennt sie auch ihre Familie, welche sie mit ihrem Ehemann Daniel Poltera-von Arb gegründet hat. Das Paar hat zwei Söhne. «Micha wird Ende Jahr
3 Jahre alt, Gabriel ist 6 Monate alt», sagt Ehemann Daniel Poltera-von Arb, der seit August bei der römisch-katholischen Kirchgemeinde Balsthal als Katechet und Jugendseelsorger arbeitet. Wohnen wird das junge Paar, das sich beim Theologiestudium kennengelernt hat, im Elternhaus von Monika Poltera-von Arb in Neuendorf.

Dass sie dereinst als Seelsorgerin in ihre angestammte Heimat zurückkehren werde, habe sie beim Antritt des Theologie-Studiums noch nicht gewusst. «Mich hat damals das Studium fasziniert, die verschiedenen Fächer. Dass ich danach in der Kirche arbeite, war nicht von Anfang an klar.» Eine starke Verbundenheit zur Kirche gebe es seit ihrer Kindheit. «Der Glaube war ein wichtiger Bestandteil in meinem Elternhaus und wurde dort auch gelebt. Deshalb fühle ich mich in meinem Beruf auch ein wenig zu Hause.»

Mit Leib und Seele Pastoralassistentin

Nicht zuletzt deshalb ist Monika Poltera-von Arb mit Leib und Seele Pastoralassistentin. Freude bereitet ihr vor allem das vielfältige Tätigkeitsfeld, welches vom Taufen von Kindern über die Abhaltung von Gottdiensten mit Predigten bis hin zu Beerdigungen sowie die Arbeit mit Jugendlichen reicht. In der Pfarrei St. Mauritius in Emmen habe sie erfahren, welche grosse Bandbreite der mit vielen Herausforderungen gespickte Beruf der Pastoralassistentin haben könne. Ihre ehemalige Pfarrei attestiert der Gäuerin bei der Bewältigung so mancher Herausforderung viel Fingerspitzengefühl und Fachkenntnis. «Ich habe es stets als grosse Freunde empfunden, mit Menschen für Menschen arbeiten zu dürfen», sagt Monika Poltera-von Arb dazu.

Um Menschen geht es primär auch in ihrer neuen Pfarrei in Niederbuchsiten. Dabei spiele es keine Rolle, dass Emmen mit knapp 30 000 Einwohnerinnen und Einwohnern um ein Vielfaches grösser sei als Niederbuchsiten, wie Monika Poltera-von Arb versichert. In Emmen gebe es vier Pfarreien, sie habe die kleinste, von der Bevölkerung «Emmen Dorf» genannt, betreut. Jetzt freue sie sich auf die Kleinheit dieser Pfarrgemeinde im Gäu, welche den Eindruck von Lebendigkeit versprühe. «Eine neue und spannende Herausforderung, die ich gerne annehme», so die Pastoralassistentin. Die Kirche St. Nikolaus kennt Monika Poltera von Arb übrigens aus ihrer Jugend. «Ich habe als Jugendliche im Chor mitgesungen, den mein Bruder Tobias damals geleitet hat», verrät die 35-Jährige. Tobias von Arb ist inzwischen der musikalische Leiter des weit über die Region hinaus bekannten Buchsgauer Kammerchors.

Antrittsgottesdienst am 27. Oktober

Auf die neue Seelsorgerin freut sich der Präsident der römisch-katholischen Kirchgemeinde, Markus Häfeli. «Für das Dorf ist es wichtig, wieder eine Ansprechperson für kirchliche Fragen und die Seelsorge zu haben. Dass es sich dabei um eine Person aus der Region handelt, ist natürlich ein Glückfall», sagt Häfeli in der Hoffnung, dass sich Monika Poltera-von Arb in der Pfarrei St. Nikolaus wohlfühlen wird. Der Antrittgottesdienst mit der neuen Pastoralassistentin wird am Sonntag, 27. Oktober, stattfinden.

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