Guido-Fluri-Stiftung
Für Gerechtigkeit: Stiftung für Verding- und Heimkinder will Volksinitiative lancieren

Die Guido-Fluri-Stiftung, die sich für ehemalige Verding- und Heimkinder einsetzt, will im Frühjahr 2014 eine Volksinitiative lancieren - sofern der zweite runde Tisch zum Thema Härtefallfonds ergebnislos verläuft.

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Guido Fluri in der ersten nationalen Gedenkstätte für Heim- und Verdingkinder in Mümliswil.

Guido Fluri in der ersten nationalen Gedenkstätte für Heim- und Verdingkinder in Mümliswil.

Keystone

Vor gut einem Monat wurde in Mümliswil die erste Nationale Gedenkstätte für Heim- und Verdingkinder eingeweiht (wir berichteten). Die Guido-Fluri-Stiftung – deren Gründer Guido Fluri selbst ehemaliges Heimkind ist – hat mit der Eröffnung der Gedenkstätte ein erstes Zeichen gesetzt «gegen das Vergessen, Verdrängen, gegen die Unmenschlichkeit mit der gegen 100 000 Betroffene bis heute leben müssen», schreibt die Stiftung.

Im Anschluss an diese Eröffnung nahmen an einem runden Tisch in Bern Vertreter von Opfer-, Behörden- und Täterorganisationen die Arbeit zur Bewältigung dieses dunklen Kapitels schweizerischer Sozialpolitik in Angriff.

Bislang wurden aber noch keine konkreten Beschlüsse gefasst und das frustriert die Opferorganisationen. Sie fordern so rasch als möglich die Schaffung eines Härtefallfonds sowie unbürokratische, finanzielle Soforthilfe für besonders schwer Betroffene.

Eine Million Franken für Initiative

Die Stiftung befürchtet, dass «die Thematik in den Mühlen der Politik unterzugehen droht», denn die Bereitschaft, das Thema auch finanziell konsequent aufzuarbeiten, sei seitens der Behörden kaum spürbar. Der nächste runde Tisch ist im kommenden Oktober geplant.

Die Guido-Fluri-Stiftung will die Zeit bis dahin nutzen, und eine Volksinitiative vorbereiten, die – falls der zweite runde Tisch wiederum ergebnislos verläuft – bis Frühjahr 2014 lanciert würde. Der Grund: «Viele der Opfer sind bejahrt, leiden oft isoliert von sozialen Kontakten unter den Folgen ihrer traumatischen Jugenderlebnisse. Sie haben oft Schwierigkeiten, ihr finanzielles Auskommen selbstständig zu bestreiten.»

Die Guido-Fluri-Stiftung hat für die geplante Volksinitiative eine Million Franken zurückgestellt und man ist überzeugt, die dafür nötige Anzahl von 100 000 Unterschriften sammeln zu können. «Ich glaube fest daran, dass sich das Schweizer Volk an der Urne mit Zwangsadoptierten, Verding- und Heimkindern, administrativ Versorgten und Zwangssterilisierten solidarisch zeigen wird», sagt Stiftungspräsident Guido Fluri. (mgt/frb)