«Leben vor 500 Jahren»
Für drei Wochen im Mittelalter: Das erlebte Familie Dietschi auf dem Bauernhof

Für das SRF-Sommerprojekt «Im Schatten der Burg – Leben vor 500 Jahren» lebte Familie Dietschi aus Kestenholz während knapp drei Wochen in einem Bauernhaus im Schatten von Schloss Neu-Bechburg in Oensingen. Wir haben das Projekt in unserem Blog begleitet.

Merken
Drucken
Teilen
Den Bauernhof verlassen und oben auf der Burg angekommen, gab es als Erstes einen Schokoladenkuchen für die Familie Dietschi.
39 Bilder
Dietschis kehren dem Bauernhof den Rücken. Im Karren transportieren sie den Zehnten, dem sie dem Vogt abgeben müssen.
Eines der Schweine wurde am 3. August geschlachtet. Dietschis durften für ihre Arbeit zwei Filets behalten.
Die Geissen Jessy, Jelly und Josephine laufen Dietschis mittlerweile hinterher. Keine würde jetzt noch abhauen wollen.
Die Pilgerer sind in der Hitze teilweise im leichten Gewand unterwegs
Die Familie Dietschi hat am 1. August ein Höhenfeuer aufgestellt.
Maurin und Simon beweisen sich als Knappen. Zum Schutz gibts einen Helm.
Die beiden machen ihre Sache gut. Sie müssen aber noch stärker werden, meinen die Ritter.
Die fünf Pilgerer in Solothurn
Die Pilger übernachten im Kloster Namen Jesu und lassen sich von Schwester Priska die Räume zeigen.
Dietschis in der lateinischen Messe im Dorf. Alle verstehen Bahnhof.
In Wanderschuhen gehts zum Müller und zurück – wobei die Gruppe auf dem Rückweg von einer Kutsche mitgenommen wird.
Am Freitag wandern Dietschis zusammen mit zwei Pilger nach Laupersdorf, um Getreide mahlen zu lassen.
Besuch ist gekommen: Die fünf Pilgerer und Dietschis beim Abendessen. Nur Radio-Moderator Ralph Wicki schläft nicht im Bauernhaus, sondern in der Burg.
Geiss Josephine ist im Stall stecken geblieben. Mit Hilfe des Schlosswarts wird sie befreit.
Nicole nimmt eine Wabe mit Honig heraus
Der Imker macht die Bienen schläfrig, danach werden die Waben herausgenommen.
Dietschis haben keine Socken. Deshalb stopfen sie Heu in die Schuhe.
Als Strafe für den Ausflug in den Wald müssen Dietschis für 2 Stunden im Schlossgarten arbeiten.
Ein Jäger kommt zu Besuch und bietet an, mit ihnen auf die Jagd zu gehen. Nicole weist auf die Rechte im Mittelalter hin. «Wir werden umgebracht», bringt sie mit ihrer Hand zum Ausdruck.
Christoph und Simon gehen mit dem Jäger in den Wald. Allerdings sehen sie nur Rehe und Gämsen – beide befinden sich in der Schonzeit.
So sieht die Toilette der Familie aus. Wegen der Juraschutzzone darf das Geschäft nicht in ein Erdloch gemacht werden.
Am Samstag gab es einen öffentlichen Mittelaltermarkt auf dem Schloss
Simon verkauft einen Korb mit Zwiebeln für sieben Schilling
Dietschis gehen am Freitag auf den Markt
Christoph bastelt, damit seine Hosen auch ohne Wams oben bleiben.
Den Nachmittag dürfen die Geissen in einem neuzeitlichen Gehege verbringen, das haben die Zuschauer entschieden.
Die drei Geissen vereint: Auch Josephine taucht wieder auf.
Ladina und Katja auf dem Zwiebelfeld Am Freitag wollen sie auf dem Mittelaltermarkt auf der Burg Zwiebelzöpfe verkaufen
Dietschis posieren vor dem Bauernhaus für die Kamera
Christoph und Simon bringen am Abend zwei von drei Geissen nach Hause. Drei Leute von SRF begleiten sie.
«Leben vor 500 Jahren»: Die besten Bilder aus der SRF-Doku-Soap
Die Wachskerze passt nicht in eine Bauernfamilie des Mittelalters. Diese Kerzen waren damals zu teuer. Dietschis bekamen aber eine für mehr Licht.
Die störrische Ziege will nicht nach dem Willen von Ladina, der Jüngsten im Bunde.
Die Familie vereint beim Abendessen mit der ersten Mahlzeit im Bauernhaus.
Ein Geduldsspiel: Feuermachen mit Feuerstein und Heu
Mutter Nicole schnürt Ladina die Lederschlappen.
Gemeinsam machen sich die Familienmitlieder auf den Marsch vom Zuhause in Kestenholz zum Bauernhaus im Schatten von Neu-Bechburg.
Familie Dietschi in stilechten Mittelalter-Kluft, welche sie gleich zu Beginn überstreifen durften.

Den Bauernhof verlassen und oben auf der Burg angekommen, gab es als Erstes einen Schokoladenkuchen für die Familie Dietschi.

Screenshot SRF

Vom 17. Juli bis am 4. August lebte die Familie Dietschi aus Kestenholz auf einem Bauernhof im Schatten des Schlosses Neu-Bechburg – wie anno 1517.

Zu Beginn hatte die sechsköpfige Familie gleich mächtig Probleme mit den Viechern. Die drei Ziegen nahmen reissaus, die Hühner verschwanden im Wald und mussten im Dickicht gesucht werden. Nur die zwei Schweine waren sicher eingepfercht.

Bis zum Ende von Dietschis Reise ins Mittelalter hatten sich dann aber alle aneinandergewöhnt. Die Geissen liefen Dietschis zahm hinterher und jede einzelne hatte einen Namen: Jessy, Jelly und Josephine. Von einem Wollschwein mussten sie sich verabschieden. Es wurde gegen Ende geschlachtet. Für ihre Fürsorge gab es vom «Vogt» (Publikum) zwei Filets, die bei der Familie abends gleich auf den Tellern landeten.

Dietschis flochten zahlreiche Zwiebelzöpfe, die sie auch auf dem Markt bei der Burg verkauften und gegen andere Lebensmittel eintauschten.

Das Essen beschäftigte die Familie fast den ganzen Tag. Zum Frühstück gabs meist Müesli, manchmal mit etwas Honig, manchmal auch nicht. Der Besuch des Imkers wurde mit Freude erwartet, so gab es süssen Nachschub. Ansonsten fand viel Suppe und allerlei Gemüse auf den Tisch.

Beim Müller waren Dietschis auch mit ihrem Korn. Obwohl sie Emmer und Einkorn von ihrem eigenen Acker nicht ernten konnten. Die Vögel hatten schon vor Drehbeginn alles aufgefressen. Korn gabs dann vom Vogt – zum Dreschen und eben auch zum Mehl daraus machen.

An einem Sonntag besuchten Dietschis auch den lateinischen Gottesdienst unten in Oensingen. Ein Kommentar von SRF zur Hostie, die Dietschis teilten, sorgte im Nachhinein bei den Katholiken für Empörung.

Den Bauernhof verlassen und oben auf der Burg angekommen, gab es als Erstes einen Schokoladenkuchen für die Familie.

Ab der zweiten Woche mischten auch fünf Pilger in der SRF-Sendung mit. Sie machten auf ihrer Reise von Basel nach Freiburg auch Halt bei Dietschis. (ldu)

Was Dietschis und die Pilger alles erlebt haben, finden Sie in unserem Blog: