Matzendorf
Für die neue Sporthalle sind einheimische Holzbauer am Werk

Von aussen sieht die neue Sporthalle in Matzendorf, die jetzt im Bau ist, mehr oder weniger gleich aus wie viele andere solche Hallen auch. Der Unterschied liegt im Material, aus dem sie gebaut ist, nämlich ganz aus Holz.

Alois Winiger
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Im Innern der Halle werden die tragenden Elemente naturbelassen bleiben, die Wände lasierend weiss gestrichen.

Im Innern der Halle werden die tragenden Elemente naturbelassen bleiben, die Wände lasierend weiss gestrichen.

Alois Winiger

Funktionell und einfach sollte sie werden, so lautete der Auftrag von der Gemeinde, und trotzdem nicht den Charakter einer Lagerhalle haben. 3,6 Mio. Franken hatte die Gemeindeversammlung dafür bewilligt.

Nun steht die Halle, der Innenausbau ist im Gang, die Aussenschalung wird folgen, und diese hat eine besondere Entstehungsgeschichte – doch davon später. Ein Blick ins Innere offenbart, wie der Architekt Philippe Bürgler (Menzi Bürgler, Zürich) und der Holzbauingenieur Markus Küng (Gudenrath, Niederurnen) den Auftrag umgesetzt haben.

Man fühlt sich sofort wohl in so viel Holz. Faszinierend ist die Dachkonstruktion, insbesondere die 17 Meter langen Doppelgurten. Auffallend sind die Dübel mit dem Keil, die die Dachstützen mit den Doppelgurten verbinden. Ein bewusst sichtbar gesetztes Element, das an das Zimmereihandwerk von früher erinnert.

Die Doppelgurten sind gleichermassen tragende wie prägende Teile der Halle. Die Keile und Knoten wurden bewusst als Elemente des Holzhandwerks gesetzt.

Die Doppelgurten sind gleichermassen tragende wie prägende Teile der Halle. Die Keile und Knoten wurden bewusst als Elemente des Holzhandwerks gesetzt.

Alois Winiger

Auftrag im Thal behalten

227 Kubikmeter Holz (ohne Fassade) werden verbaut. Den Aufbau und ein grosser Teil des Abbindens führt die Arbeitsgemeinschaft der Firmen Zimmerei-Holzbau Meier und Brunner, Laupersdorf, sowie Zimmerei Daniel Flury, Matzendorf, aus. Der Begriff Abbinden steht im Holzbau für das Vorbereiten und Zuschneiden der Holzkonstruktion. Die Unternehmer sind stolz darauf, dass sie sich gegen die grosse Konkurrenz durchsetzen und den Auftrag im Thal halten konnten.

Die Holzbauer (v.l.) Daniel Brunner, Robert Meier und Daniel Flury.

Die Holzbauer (v.l.) Daniel Brunner, Robert Meier und Daniel Flury.

Alois Winiger

Immerhin geht es um eine Summe von 925 500 Franken. Sie loben die Zusammenarbeit mit dem Architekten und dem Holzbauingenieur – und diese äussern sich ebenso lobend zum Einsatz der Thaler Holzbauer; bei ihnen sei echter Berufsstolz zu spüren. «Für uns ist es ein gewichtiger Vorteil zu wissen, dass nicht irgendwelche Unterakkordanten den Bau ausführen», sagt Architekt Philippe Bürgler.

Douglasie statt Eiche

Die tragende Holzkonstruktion wird naturbelassen bleiben, die Wände dagegen bekommen eine weisse Lasur aufgetragen, bei der das Holz noch durchschimmert. Von aussen dagegen wird der Hallenbau in einem Grau erscheinen, wie man es vom Holz kennt, das einige Jahre der Witterung ausgesetzt war. Möglich wird dies mit dem Holz der Douglasie und einem speziellen Anstrich.

Als entscheidenden Vorteil nennt Holzbauunternehmer Robert Meier, dass der Anstrich sehr einfach aufgebracht werden könne, was sich wiederum positiv auf den Unterhalt auswirke, könne dieser doch allenfalls vom Werkhof erledigt werden. «Bei Eichen- oder Fichtenholz wäre eine Druckimprägnierung nötig, wodurch das Holz sehr dunkel würde.

Das hätte hier in Matzendorf nicht hingepasst.» Es handle sich schliesslich um eine Fassadenfläche von 650 Quadratmetern.

Die Bevölkerung kann sich am Samstag, 17. Oktober, die Sporthalle von innen und aussen an einem Tag der offenen Baustelle aus der Nähe ansehen.