Matzendorf
Für die Famillie Lisser ist ihre Bergwirtschaft «ein absoluter Glückfall»

Familie Lisser ist auf ihrer Bergwirtschaft Obere Wengi bereits heimisch geworden. Geöffnet ist die Wirtschaft seit Anfang Januar, auf eine offizielle Eröffnung hat man aber bewusst verzichtet. Man wolle zuerst eine gewisse Zeit lang etwas bieten.

Alois Winiger
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Maja Lisser-Bader in der Gaststube, in der ein grosser Kachelofen in Betrieb ist.

Maja Lisser-Bader in der Gaststube, in der ein grosser Kachelofen in Betrieb ist.

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«Wir haben uns gut eingelebt und die Leute vom Dorf und der Umgebung haben gemerkt, dass die Bergwirtschaft wieder regelmässig offen ist», sagt Maja Lisser-Bader, die seit Anfang dieses Jahres auf der «Oberen Wengi» kocht und wirtet.

Sie und ihr Mann René haben das Restaurant, den Landwirtschaftsbetrieb und das dazugehörende Land bereits im Oktober 2012 von der Einwohnergemeinde Matzendorf käuflich übernommen. Bedingung war, dass die Bergwirtschaft weitergeführt wird, verbunden mit dem Wunsch, den Betrieb wieder besser den Bedürfnissen von Einheimischen, Wandersleuten und Gleitschirmfliegern anzupassen.

Dafür hatte die Familie Lisser nicht nur offene Ohren, sondern sie kann auch Erfahrung vorweisen, führte sie doch neun Jahre lang erfolgreich die Bergwirtschaft Vorder Erzberg in Ramiswil. Dort haben unterdessen Rita und Blasius Hänggi-Saner die Pacht übernommen (wir berichteten).

Früher als erwartet

Weil die damaligen Pächter der «Oberen Wengi» einen gültigen langjährigen Vertrag hatten, mussten sich Lissers gedulden mit der Übernahme. Doch früher als erwartet, im Frühjahr 2013, erhielten sie die Nachricht, dass sie per Ende Oktober in ihr neues Zuhause einziehen können.

«Für uns ist die Obere Wengi ein absoluter Glücksfall», berichtet Maja Lisser. «Wir hatten schon länger den Wunsch nach etwas Eigenem auf dem Berg. Der Zeitpunkt ist gut, mein Mann und ich gehen auf Mitte vierzig zu.

Zudem konnten wir die Liegenschaft in gutem Zustand übernehmen. Die Einrichtungen im Landwirtschaftsbetrieb passen eins zu eins mit jenen auf dem Erzberg überein. Wir mussten keine einzige Maschine kaufen.»

Zuerst etwas bieten

Die Gaststube steht seit Anfang Januar offen, Ruhetage sind Mittwoch und Donnerstag; für Gruppen wird auf Anfrage geöffnet. «Wir haben bewusst zu keiner offiziellen Eröffnung eingeladen», sagt Maja Lisser.

«Wir fanden, es sei besser, zuerst eine gewisse Zeit lang etwas zu bieten.» Bewusst einfach ist denn auch die Speisekarte gehalten. «Wir bieten an, was man in einer einfachen Bergwirtschaft erwarten kann, Rösti und Bratwurst gehören selbstverständlich dazu. Sonntags bieten wir zwei Menüs an.» Brot und Züpfe bäckt Maja Lisser selber in einem frei stehenden Ofen hinter dem Haus.

Begehrter Startplatz für Flieger

Die Obere Wengi ist im Weiteren ein bevorzugtes Ziel von Gleitschirm- und Deltafliegern, um von dort aus zu starten. Das Verhältnis zu den früheren Pächtern der Bergwirtschaft war jedoch etwas angespannt.

Aufseiten der Clubs, die dort Startplätze betreiben, ist man froh darüber, dass sich die neue Wirtefamilie Lisser ihnen gegenüber offen zeigt. «Ja natürlich sind diese Leute willkommen, und zwar ohne irgendwelche Verpflichtungen uns gegenüber», betont Maja Lisser.

Man werde sogar dafür sorgen, dass der Zugang zum Startplatz verbessert wird. «Wir wissen, was es heisst, eine Bergwirtschaft zu führen. Da muss man sehr flexibel sein.» Zum grossen Glück könne sie dabei auf ihre Familie, Angehörigen und Freunde zählen.

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