Holderbank
Für besseren Austausch: Verein Region Thal startet Tour durch die Region

Der Verein Region Thal lässt die «Tour de Région Thal» in der Firma Ernst Nachbur AG in Holderbank neu aufleben. Mit dabei auf der Führung ist auch Volkswirtschaftsdirektorin Brigit Wyss.

Sarah Kunz
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Der Verein Region Thal lässt die «Tour de Région Thal» in der Firma Ernst Nachbur AG in Holderbank neu aufleben
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Brigit Wyss und Vertreter des Vereins Region Thal zu Besuch in der Nachbur AG in Holderbank
Der Betrieb wird bereits in der dritten Generation von CEO Daniel Graf und Schwester Gabriela geführt.
Die Firma ist Herstellerin von Präzisions- und Automatendrehteilen
Die Devise der Firma lautet seit dem Gründungsjahr 1947: Perfekt in Präzision.

Der Verein Region Thal lässt die «Tour de Région Thal» in der Firma Ernst Nachbur AG in Holderbank neu aufleben

Bruno Kissling

Vor dem Gebäude der Firma Ernst Nachbur AG in Holderbank sind viele bekannte Namen versammelt. Unter anderem Regierungsrätin Brigit Wyss, Gemeindepräsident Urs Hubler und Bruno Born, Präsident Region Thal und Naturpark Thal. Sie und weitere Teilnehmer warten gespannt auf die Führung durch den Familienbetrieb, der bereits in der dritten Generation von CEO Daniel Graf und Schwester Gabriela geführt wird. Im Rahmen der «Tour de Région Thal» (siehe Infobox) lädt der Naturpark Thal zum Besuch ein.

Naturpark Thal «Tour de Région»

Im Januar 2010 erhielt das Thal als erster Park in der Schweiz das Label «Regionaler Naturpark». Das Team um Geschäftsleiterin Ines Kreinacke kümmert sich darum, die Region wirtschaftlich sowie ökonomisch zu fördern. Mithilfe verschiedener Programme werden so die Artenvielfalt im Wald gefördert, die landwirtschaftlichen Produkte generiert und eine gesunde Lebensweise im Einklang mit einer intakten Umwelt angestrebt.

Dazu gehört auch das Projekt «Tour de Région Thal», dessen Ziel der gegenseitige Informationsaustausch zwischen Gewerbe- und Industriebetrieben im Thal ist. Zu diesem Zweck besuchen verschiedene Vertreter jeweils die ausgewählten Firmen. So wird der Kontakt zwischen den Betrieben gefördert und allfällige Probleme werden direkt in Koordination mit dem Naturpark Thal angegangen. Die «Tour de Région» hat eine längere Tradition, wird jedoch erst seit kurzem wieder durchgeführt. «Wir hatten sicher drei Jahre lang eine Pause damit, wollen das jetzt aber wieder vermehrt fördern», sagt Geschäftsleiterin Kreinacke. Das sei auch im Sinne der Thaler Unternehmen. (SKU)

Die Firma ist Herstellerin von Präzisions- und Automatendrehteilen. Im Foyer ausgestellt sehen die Besucher sogleich die verschiedenen Werke. Für das ungeübte Auge erscheinen sie einfach wie verschieden grosse Metallstifte, Zylinder oder Kugeln. Dahinter stecken jedoch ausgeklügelte Funktionen, denn sie sind nur kleine Teilchen eines grossen Ganzen. «Aber ohne unsere Teile könnte ein Gesamtwerk eben nicht funktionieren», erläutert Daniel Graf.

Auf den Tausendstel-Millimeter

Es sind Teile, wie sie unter anderem für die Medizintechnik verwendet werden. Beispielsweise für Sauerstoffsensoren in Spitälern bei der Atemüberwachung von Patienten. «Sie sehen, teilweise hängt Leben davon ab, dass alles auf den Tausendstel-Millimeter genau passt», erklärt Graf.

Aber auch in der Mobilität finden die Produkte der Firma Nachbur ihre Verwendung. So zum Beispiel für Prothesen, Elektrofahrräder oder in der Hydraulik von Mähdreschern. Die Kunden sind hauptsächlich ausländische Firmen, vorwiegend aus Europa. «Wir haben aber auch viele Abnehmer in der Schweiz.» Der ausländische Markt habe sich über die Jahre hinweg so entwickelt, denn wer einmal bei Nachbur ein Produkt erwerbe, der bleibe dann auch Kunde.

Es überrascht deshalb nicht, dass die Devise der Firma seit dem Gründungsjahr 1947 lautet: Perfekt in Präzision. «Die Anzahl der produzierten Teile nimmt zwar vermehrt ab, dafür steigt der Schwierigkeitsgrad konstant an», erklärt Graf. Präzisionsarbeit wird bei der Firma aus diesem Grund grossgeschrieben. Das kleinste Teilchen, das je hergestellt wurde, hat gerade mal einen Durchmesser von 0,5 Millimetern.

Allen eine gleiche Chance geben

Für solch kleine Teile braucht es geschickte Hände. Die Firma beschäftigt 85 Mitarbeiter. Sechs davon sind momentan Lehrlinge im Bereich Polymechaniker oder Produktionsmechaniker. Auch beschäftigt die Ernst Nachbur AG einige Arbeiter der Regiomech in Zuchwil und der Vebo. «Wir finden, dass jeder eine Chance auf eine Arbeit haben soll», sagt der CEO dazu. Durch den beispielhaften Beitrag zur Förderung und Integration von Menschen mit erschwertem Zugang zum Arbeitsmarkt erhielt die Nachbur AG im September den Anerkennungspreis für soziale Förderung.

Die Begeisterung ist auch bei den Besuchern gross. «Das ist alles sehr beeindruckend», sagt Regierungsrätin Brigit Wyss nach dem Rundgang durch die Firma. Der Betrieb sei in jeder Hinsicht nachhaltig, sei es wirtschaftlich gesehen, im Umgang mit den Mitarbeitern oder im Hinblick auf die Umwelt. «Und genau das repräsentiert doch auch der Naturpark Thal.»