Auf einem Landstreifen von Oensingen bis Olten läuft seit dem Jahr 2000 das schweizweit grösste Projekt zur Senkung des Nitratgehalts im Grundwasser. Insgesamt sind 65 Bauernbetriebe involviert, nur gerade zehn Prozent des betroffenen Gebiets werden momentan vom Projekt nicht abgedeckt.

2015 weiteten die Verantwortlichen das Projekt aus. Ziel: Gemüsebauern mit intensiver Bewirtschaftung ihrer landwirtschaftlichen Flächen besser in das Projekt einbeziehen. Denn von den zehn Prozent an Land, welche 2015 noch nicht im Projekt integriert wurden, wird der grösste Teil von Grossgemüsebauern bewirtschaftet.

Zehn mal teurer

Mit Zahlungen sollten diese dazu gebracht werden, weniger Gemüse anzubauen. Dies hätte einen Deckungsbeitrag von 20 000 bis 30 000 Franken pro Hektare zur Folge gehabt: gut und gerne zehn mal höher als bei anderen landwirtschaftlich genutzten Flächen. Die Kosten zur Abgeltung der Gemüsebauern können jedoch nicht vom Projekt selbst gestemmt werden.

So liess sich Rainer Hug, Präsident der Nitratkommission bereits im November 2015 in dieser Zeitung zitieren. Deshalb gelangten die Verantwortlichen an den Bund. Doch dieser will nun nicht zahlen, wie das Regionaljournal Aargau/Solothurn meldete. Kurz vor Weihnachten sei die Absage des Bundes bei der Nitratkommission eingetroffen, heisst es in einer Meldung von Radio SRF.

Ivo Strahm, Nitratprojektspezialist beim Bundesamt für Landwirtschaft, spricht gegenüber dem Regionaljournal davon, dass Entschädigungszahlungen, wie sie das Nitratprojekt vorsah, keine dauerhafte Lösung sei. Dies sieht auch Rainer Hug, Präsident der Nitratkommission so. Besser seien Landumlegungen, damit intensive Landwirtschaft gar nicht erst im Gebiet des Nitratprojekts stattfindet.

Dort soll statt des intensiven Gemüseanbaus normaler Ackerbau betrieben werden. Doch diese Landumlegungen sind nicht sofort realisierbar, deshalb sucht der Kanton weiter das Gespräch mit dem Bund. «Langfristig macht es Sinn, wenn im Dünnerngäu kein intensiver Gemüseanbau mehr betrieben wird», so Hug gegenüber dieser Zeitung. Deshalb werden die Fühler auch ins Aaregäu ausgestreckt, um Landumlegungen anzugehen.

Diese stösst laut SRF bei Viktor Müller, Gemüsebauer aus Niederbuchsiten, auf taube Ohren. So seien etwa Bewässerungsanlagen auf anderen Feldern nicht vorhanden, welche er für den Gemüseanbau brauche. Diese müsse er auf den neuen Äckern installieren. Eine andere Möglichkeit sei laut Rainer Hug auch die Einführung von bodenunabhängigen Anbaumethoden, sogenanntem Hors-sol-Anbau. «Auch wenn diese Anbaumethode nicht bei allen gut ankommt, ist sie für das Grundwasser sehr schonend», so Rainer Hug.