Egerkingen

Für Kantonsrat gibt es derzeit keine gescheitere Lösung als Asylzentrum in der «Fridau»

Die ehemalige Psychiatrische Klinik Fridau.

Die ehemalige Psychiatrische Klinik Fridau.

Mit Ausnahme der SVP waren sich die Fraktionen im Kantonsparlament einig: Die ehemalige psychiatrische Klinik Fridau in Egerkingen ist derzeit der einzige geeignete Standort für ein neues Asylzentrum.

Egerkinger Gemeindepräsidentin Bartoldi möchte nicht alle Asylbewerber in der Fridau

Egerkinger Gemeindepräsidentin Bartoldi möchte nicht alle Asylbewerber in der Fridau

Ein von SVP- und FDP-Mitgliedern unterzeichneter Auftrag, der eine Konzentration von Asylsuchenden im Thal-Gäu verhindern wollte, blieb deshalb ohne Chance: Nur 22 Kantonsräte sprachen sich für den Vorstoss aus, 72 dagegen. Somit bleibt es nun allein Sache der Richter zu entscheiden, ob je in der «Fridau» Asylbewerber einziehen werden.

Das kantonale Amt für soziale Sicherheit hat nämlich im September den Entscheid der Egerkinger Baukommission, 131 Einsprachen gegen das geplante Asylzentrum gutzuheissen, vors Verwaltungsgericht gezogen.

Verständnis für Ängste

Die Sprecher der Sozialkommission und der Fraktionen zeigten Verständnis für die Ängste in der Egerkinger Bevölkerung. «Es gibt aber im Moment keine andere gescheite Lösung», so Markus Dietschi (BDP, Selzach) im Namen der Sozial- und Gesundheitskommission. «Die Fridau liegt abseits von Wohngebieten, und der Betrieb wäre auf drei Jahre beschränkt.» Auf diese Vorteile des Standorts verwiesen auch die Sprecherinnen von SP und Grünen.

Der in Selzach wohnende Sprecher der CVP/EVP/GLP/BDP-Fraktion, Thomas Studer (CVP), berichtete, dass sich die dortige Bevölkerung mehrheitlich mit dem seit vielen Jahren bestehenden Durchgangszentrum abgefunden habe. Für die FDP warnte Peter Hodel (Schönenwerd) vor einem Nein zu einem Asylzentrum: «Die Asylbewerber müssten viel schneller auf die Gemeinden verteilt werden, was dort zu einem Mehraufwand führen würde.»

Hodels Parteikollegin und Egerkingens Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi (FDP) widersprach: «Die Akzeptanz in der Bevölkerung wäre vorhanden, wenn rund sechs Asylbewerber auf die Gemeinden verteilt würden.» Dann gäbe es keine Gruppenbildungen, welche sie in Egerkingen ebenso fürchtet wie viele Ladendiebstähle.

Unterstützt wurde Bartholdi vom SVP-Sprecher Tobias Fischer (Hägendorf): Es sei nicht Sache des Kantons, das Asylproblem zu lösen. Die Bevölkerung fühle sich hintergegangen, weil immer mehr Menschen um Asyl ersuchen, die es gar nicht nötig haben. «Mit einem Ja zum Auftrag gilt es ein Zeichen zu setzen.» Nur eine Minderheit des Kantonsrats folgte ihm.

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