Mümliswil-Ramiswil

Für eine lebendige Dorfgemeinschaft braucht es nicht extra eine IG

Das Dorfzentrum von Mümliswil: Noch gibt es hier Gewerbebetriebe, eine Postfiliale und Läden. Aber wie lange noch? Der «Bipper-Beck» etwa – Anfang 2011 eröffnet – ist bereits wieder geschlossen.

Das Dorfzentrum von Mümliswil: Noch gibt es hier Gewerbebetriebe, eine Postfiliale und Läden. Aber wie lange noch? Der «Bipper-Beck» etwa – Anfang 2011 eröffnet – ist bereits wieder geschlossen.

Wie steht es um die Zukunft des Dorfzentrums und des Gewerbes von Mümliswil-Ramiswil? Der Gemeinderat sucht nach Lösungen, wie das Dorf wiederbelebt wird. Deswegen eine Interessensgemeinschaft zu gründen, sieht er aber als unnötig an.

«Mümliswil-Ramiswil soll nicht zur Schlafgemeinde werden», forderte Josef Scacchi in einem Leserbrief und appellierte, eine «IG lebendiges Guldental» zu gründen. Der Leserbrief, aber auch die Naturparkstudie «Regionalplan Thal» nahm der Gemeinderat zum Anlass, die Zukunft der Dorfgemeinschaft und des einheimischen Gewerbes zu diskutieren.

Die Entwicklungsstudie «Regionalplan» des Naturparks Thal zeigt Möglichkeiten auf, wie Dorfzentren aufgewertet und lebenswert gemacht werden können. Der Gemeinderat behandelt das Arbeitspapier und stellte fest, dass es wohl viele gute Ansätze gibt, deren Umsetzung aber nicht so leicht sein wird. «Wir müssen darauf achten, dass die Regionalplanung auch mit der anstehenden Ortsplanrevision einhergeht», meinte Gemeindepräsident Kurt Bloch.

Auch das Positive sehen

In diesem Zusammenhang kamen der Leserbrief und die Schliessung des Gasthofs Limmernschlucht zur Sprache. «Die Schliessung ist sicher tragisch und hat auf das Dorfleben weitreichende Konsequenzen», fand Bloch. Man müsse aber auch das Positive sehen, denn es würden 14 bis 16 ideale Wohnungen entstehen, die in Mümliswil Mangelware sind. Deshalb seien viele junge und auch gut verdienende Leute weggezogen. Unternehmer Paul Fluri «schliesst nicht einfach alle Restaurants», sondern die Liegenschaften wurden ihm zum Kauf angeboten. Mit seiner Strategie sorge er für eine nachhaltige Entwicklung im Dorf, wurde im Rat festgehalten.

Ein gutes Beispiel sei die Überbauung am Brüggliweg, deren Wohnungen innert kurzer Zeit vollständig belegt waren. Viele Wohnungen in Mümliswil seien zu klein, zu alt und entsprächen nicht den heutigen Anforderungen. Die Eigentümer wollten oder könnten die Mittel für eine Sanierung nicht aufbringen. Folge sei ein schleichender Attraktivitätsverlust, ständiger Mieterwechsel oder ein langer Leerstand.

Im Interesse jedes Einzelnen

«Wir brauchen eine IG, die sich um die Probleme kümmert», wurde im Leserbrief gefordert. Dazu meinte Kurt Bloch: «Wir alle sind die Interessengemeinschaft!» Es müsse im Interesse jedes Einzelnen liegen, dass unsere Gemeinde auch in Zukunft über ein gesundes Gewerbe und leistungsfähige Detaillisten verfüge. Wer im Dorf einkaufe und das Handwerk berücksichtige, sorge schliesslich auch für eine lebendige Dorfgemeinschaft.

Die Detaillisten im Dorf dürfen nicht nur als Lückenbüsser dafür herhalten, was man im Gäupark oder im nahen Ausland bei der Einkaufstour vergessen habe. Im Rat war man sich aber auch bewusst, dass nicht alle Bedürfnisse durch das einheimische Gewerbe gedeckt werden können.

Kann eine Task-Force helfen?

Eine Möglichkeit, die aktuellen Probleme anzugehen, sah man im Rat darin, dass der Gewerbeverein eine Art Task-Force bilden sollte, an die sich ein Gewerbler rechtzeitig wenden könne, um gemeinsam Schwierigkeiten zu meistern. Dazu will man mit den Verantwortlichen des Gewerbevereins das Gespräch suchen. Ebenfalls wird mit dem Dorfarzt Max Baur nochmals Kontakt aufgenommen, um die Zukunft der Arztpraxis zu besprechen, die wegen der anstehenden Pensionierung vor der Schliessung steht. Kurt Bloch informierte den Rat auch, dass die Verwaltung in ständigem Kontakt zu Gewerbebetrieben stehe und man auch versuche, Interessenten in leerstehende Räumlichkeiten zu vermitteln.

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