Gäupark

Für eine bessere Verbindung zum Bahnhof: Egerkingen arbeitet mit Migros und Coop an einem Gestaltungsplan

Die neue ÖV-Drehscheibe am Bahnhof soll helfen, den Gäupark (im Hintergrund) besser zu erschliessen.

Die neue ÖV-Drehscheibe am Bahnhof soll helfen, den Gäupark (im Hintergrund) besser zu erschliessen.

Die Migros hält am Gäupark in Egerkingen fest. Ende Jahr will sie mit Coop und Gemeinde den neuen Gestaltungsplan lancieren.

Am Tag bevor die Migros im Gäupark zur grossen Sause lud, gab sie bekannt, das umsatzstärkste Einkaufszentrum der Schweiz verkaufen zu wollen. Im Konsumtempel in Egerkingen feierte der Detailhandelsriese den 20. Geburtstag – während er mit dem Glattzentrum eines der erfolgreichsten Verkaufshäuser zum Verkauf ausschrieb. War es also ein trügerisches Fest am Autobahnkreuz?

Die Migros begründete den Verkauf des Glattzentrums mit der strategischen Neuausrichtung. Im Zuge dieser seien Immobilien kein strategisches Geschäftsfeld mehr, liess die Migros verlauten. Sie teilte aber auch mit, dass keine weiteren Einkaufszentren betroffen sind. «Ein Verkauf des Gäuparks steht nicht zur Diskussion», bekräftigt die Medienstelle der Migros Aare auf Nachfrage. Statt des Verkaufs will die Gäupark-Besitzerin bald einen neuen Anlauf nehmen, um das Egerkinger Einkaufszentrum für die Zukunft fit zu machen. Wie die Migros mitteilt, will sie gemeinsam mit Coop und der Gemeinde Egerkingen einen neuen Gestaltungsplan ausarbeiten. «Diese Arbeiten werden aber erst gegen Ende dieses Jahres in Angriff genommen und dauern etwa zwei bis drei Jahre», schreibt die Migros auf Anfrage.

Das Hin und Her um den Coop Bau+Hobby

Die Vorbereitungen für den neuen Gestaltungsplan seien auf der Gemeinde angelaufen, sagt Gemeindepräsidentin Johaanna Bartholdi. Im neuen Gestaltungsplan wolle Egerkingen gemeinsam mit den beiden Detailhandelsriesen der Frage nachgehen, wie die Zukunft der Einkaufszentren aussieht. Es soll also einen Neuanfang geben, nachdem Migros und Coop im Frühling 2018 den «Gestaltungsplan 2014» zurückzogen. Es war damals das Ende eines juristischen Seilziehens, das vier Jahre andauerte.

Die Solothurner Sektion des Verkehrsclubs der Schweiz (VCS) wehrte sich damals – jedoch nicht gegen die Ausbaupläne. Der VCS verlangte eine Parkplatzbewirtschaftung mit Gebühren ab der ersten Minute und dass das Einkaufszentrum mit öV und Langsamverkehr besser erschlossen werde. Der Gestaltungsplan aus dem Jahr 2014 war gestorben. Im Gäupark hat sich seither – von der Ladenstruktur abgesehen – wenig verändert. Unübersichtlich war in den letzten Jahren die Situation um den Coop Bau+Hobby-Fachmarkt. Zunächst liessen Migros und Coop verlauten, der Fachmarkt werde den Gäupark mit Ende des Mietvertrags 2018 verlassen. Coop sorgte vor und kaufte das Möbel-Märki Gebäude nebenan. Doch der Bau+Hobby-Fachmarkt ist bis heute im Gäupark integriert. Und die Migros gibt auf Anfrage an, dies werde so bleiben. Was mit dem ehemaligen Märki-Möbelhaus geschieht, soll sich mit dem neuen Gestaltungsplan entscheiden. Anders als noch beim Gestaltungsplan 2014 wird dieser integriert.

Als die Detailhändler die damaligen Ausbaupläne begruben, gaben sie an, aufgrund der veränderten Verhältnisse prüfen zu wollen, ob sich der Gäupark redimensionieren liesse. Davon sind Migros und Coop abgekommen. «Eine Redimensionierung ist aktuell nicht vorgesehen», schreibt die Migros klipp und klar. Hingegen will die Gemeinde im neuen Gestaltungsplan eine VCS-Forderung aufnehmen, wie Gemeindepräsidentin Bartholdi sagt: «Wir wollen eine bessere Verbindung zum Bahnhof schaffen.» In die Gäupark-Planung fliesst deshalb die projektierte öV-Drehscheibe hinein. Noch Ende Jahr oder spätestens Anfang 2021 soll der Bau des neuen Bus-Bahnhofs in Egerkingen beginnen.

Dies nachdem es um Grossprojekt im vergangenen Jahr etwas ruhiger wurde; obwohl «die Pläne bereits stark ausgereift sind», wie Bartholdi sagt. Durch die öV-Drehscheibe soll Egerkingen zu einem kleinen Zentrum des Busverkehrs werden und somit die Knoten Oensingen und Olten ein Stück weit entlasten. So werden durch den Bahn-Ausbauschritt 2035 künftig Regio-Expresszüge in Egerkingen halten. Das Projekt ist auf 2,5 Mio. Franken veranschlagt und wird mehrheitlich durch Bund und Kanton getragen, die je 40 Prozent der Kosten übernehmen.

«Die SBB haben uns ein paar Mal ausgebremst», sagt Bartholdi zum öV-Drehscheiben-Projekt. Es sei ein komplizierter Prozess – auch weil die SBB zu einem späteren Zeitpunkt den Bahnhof selbst sanieren möchten. Die beiden Projekte gilt es abzustimmen, da sie zeitversetzt realisiert werden. «Vielleicht ist die Verzögerung der Drehscheibe gar nicht so schlecht», denkt Bartholdi laut nach. Die zusätzliche Bedenkzeit soll helfen, den Gäupark ideal anzubinden.

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