Der heutige Sonntag war für die Römisch- Katholiken aus Matzendorf und dem ganzen Thal ein wahrhaftiger Festtag: Die Pfarrkirche St. Pankratius ist nach einer Rundum-Renovation eingesegnet worden. Den Gottesdienst zelebrierten der neue leitende Priester des Pastoralraums Dünnernthal, Simon Moser, zusammen mit Pfarrer Marc Ntetem, Pastoralassistent Fabian Schäuble und Pater Ivan Bebek. Der Kirchenchor Matzendorf bereicherte den Anlass mit passenden Gesängen.

Grund zum Feiern gab aber nicht nur die wirklich gelungene Renovation, wie Kirchgemeindepräsident Christoph Koch sagt, sondern auch, dass «alles Vorgesehene und sogar noch etwas mehr im Kredit von 906 000 Franken Platz hatte.» Möglich machte dies, wie Koch betont, die gute Zusammenarbeit aller beteiligten Planer und Handwerker sowie der Baukommission mit Fredy Kaufmann als Präsident. Auch der beauftragte Architekt Peter Widmer (Solothurn) kann nur loben.

Alten Schatz sichtbar gemacht

Im Mauerwerk wurden gerissene Stellen zusammengeheftet und es wurde frisch gestrichen (wir berichteten). Die Kirchturmuhr wurde revidiert und die Zifferblätter aufgefrischt. Ein inwendig eingebauter Windfang beim Haupteingang schützt vor Zugluft. Ferner wird die Heizung jetzt bedarfsgerecht gesteuert. Das Kircheninnere kann mit einer Lichtanlage auf zwölf Arten beleuchtet werden. Bänke wurden entfernt und durch Stühle ersetzt, was eine flexiblere Nutzung des Raums ermöglicht.

Nach intensiven Diskussionen hat man sich dazu entschlossen, etwas aus den früheren Kirchenschätzen wieder sichtbar zu machen: An der Südwand hängen die Bilder, die bei der radikalen Renovation im Jahr 1951 vom Hochaltar und von den Seitenaltären entfernt worden sind (vgl. Schwarz-Weiss-Foto). Radikal deshalb, weil Domherr Schenker seinerzeit fand, das Gotteshaus entspreche nicht den Vorstellungen von einem Gebäude, das unter kantonalen Schutz steht. Er sandte im Oktober 1949 der Kirchgemeinde eine deutliche Botschaft: «Der heutige Zustand des Kircheninnern verlangt gebieterisch eine Renovation.» Spezialist Daniel Derron hat die Bilder restauriert, und diese sind, wie Koch betont, «so schön geworden, dass es wirklich schade gewesen wäre, hätte man sie wieder irgendwo versorgt.»

Poller vor der Kapelle

Ausser der Pfarrkirche (Kredit 906 000 Franken) hatte die Kirchgemeinde weitere Sanierungsarbeiten in Auftrag gegeben, die weitgehend beendet sind. Im Pfarrhaus, wo sich das Keramikmuseum Matzendorf befindet, sind unter anderem neue Fenster eingesetzt und die Decke über dem ersten Stock isoliert worden (Kredit 140 000 Franken). Isolationsmassnahmen waren ebenfalls bei der Kapelle St. Agatha nötig, gepaart mit einer Auffrischung des Innenraums (Kredit 56 000 Franken). Nicht direkt mit der Sanierung zu tun hat eine verkehrstechnische Massnahme. Mit Pollern entlang der Strasse vor der Kapelle will man verhindern, dass der Eingangsbereich mit Autos von Gästen verbarrikadiert wird, die in der benachbarten Wirtschaft einkehren.

Alles in allem hatte die katholische Kirchgemeinde an der Versammlung im November 2013 einen Kredit von 1,102 Mio. Franken gutgeheissen. Nach derzeitigem Stand der Abrechnung wird dieser Kredit nicht überschritten, sondern es konnten sogar noch mehr Arbeiten ausgeführt werden als geplant. Das war gestern Sonntag ein weiterer Grund zum Feiern.