Sie ist ein Phänomen in der Schweizer Musikszene: Die Rockband Irrwisch aus Kestenholz. Seit nunmehr 40 Jahren spielen sie ihre melodiöse Rockmusik. Am Neujahrstag luden Irrwisch in den «Rössli»-Saal nach Balsthal ein, um mit den Fans auf das neue Jahr an zu stossen, sowie das Bandjubiläum und gleichzeitig die Premiere des neuen Doppelalbums «Stone and a rose» zu feiern.

Irrwisch wären nicht Irrwisch, wenn das Konzert nicht mit sphärischen Klängen, viel Trockeneisnebel und farbigem Bühnenlicht beginnen würde. Ein traumhafter Klangteppich aus rockig-sinfonischen Melodien, durchmischt mit Vogelgezwitscher und Meeresgeplätscher, leitete das rund zweistündige Konzert ein.

Steff Bürgi an den Keyboards, Chris Bürgi Gitarren, Josef Kissling Drums, Adrian Wirz Bass, Andi Hürzeler Sax, Sängerin Sabine Hasler und Gastmusiker Beat Escher an der Elektrovioline überzeugten von der ersten Sekunde an. Sorgfältig abgemischt und in angenehmer Lautstärke war das Ganze ein wahrer Ohrenschmaus. Der erste Konzertteil gehörte ganz dem vor wenigen Tagen erschienenen Doppelalbum «Stone and a rose».

Ouverture/In the Beginning/Theme Rose ballade und der Titelsong Stone and a rose» kannte man schon vom 2012 erschienenen Album «Christmas Concert» und wirkten noch ausgereifter als noch vor drei Jahren.

«‹Opus summum› muss noch folgen»
Das neue komplexe Werk der beiden Irrwisch-Masterminds Chris Bürgi und Steff Bürgi handelt unter anderem von der Ewigkeit (Stone) und der Vergänglichkeit (Rose) und entstand in einem jahrelangen Entwicklungsprozess.

Erste Ideen reiften bereits vor über zehn Jahren, sagten die beiden Bürgis bei der Album-Taufe. Allein die Aufnahmen im eigenen Studio in Kestenholz zogen sich fast über drei Jahre hin. Die neue Doppel CD, mittlerweile das zwölfte Album von Irrwisch, bezeichnet das Komponistenpaar Bürgi als ihr «Opus magnum». Davon wollte aber CD-Götti Hansjörg Baur, CEO der Firma Power Parts Mägenwil, bei der Album-Taufe nichts wissen. «Opus Magnum» töne irgendwie nach Aufhören, Schluss und Ende.

Das könne und dürfe aber nicht sein, es müsse daher unbedingt noch ein «Opus summum» folgen, also mindestens noch ein Spätwerk. Für das «Opus magnum» gab es vom CD-Götti für alle Musiker symbolisch einen Stein und eine Rose und von den rund 350 Taufpaten einen herzlich-warmen Applaus.

In Best-off-Songs geschwelgt
Auf den bisher zwölf erschienenen Irrwisch-Alben befinden sich viele traumhaft schöne Songs, mal rockig, mal balladesk und manchmal beides zusammen. Und genau diese Melodien sind es, die die Irrwisch-Fans seit 40 Jahren so lieben. Und so kamen die 350 Besucher im zweiten Konzertteil in den Genuss von Song-Klassikern wie Living in a fool’s paradise, Time will tell, No more that i can say, First time, Queen of fire, Bad news und andere. Eine Art Best off… Irrwisch. Viele junggebliebene Paare, einige davon zusammen mit Irrwisch 40 Jahre älter geworden und in Ehren ergraut, lauschten eng umschlungen den Songs, die die sechs Musiker und Frontsängerin Sabine Hasler auf der Bühne zelebrierten.

Das nächste Konzert von Irrwisch findet am 22. Januar im Baronessa in Lenzburg statt. Danach gehen die Vorbereitungen und Proben für eine konzertante Version des Epos «Stone and a Rose» weiter. Zusammen mit einem Sinfonieorchester wollen Irrwisch das rockig-sinfonische Werk auf die Bühne bringen. Mit dem 17. September im Stadttheater Olten und 21./22. Oktober im Konzertsaal in Solothurn stehen bereits drei Termine für «Irrwisch and Orchestra» fest. Weitere sind in Planung.