Niedergösgen

Führung in Unternehmen und Werbung in der Medienwelt

Kurt Henzmann, Moreno Cavaliere, Bruno Eng und Max Feuz (von links) prägten den Niedergösger Gewerbetreff.

Kurt Henzmann, Moreno Cavaliere, Bruno Eng und Max Feuz (von links) prägten den Niedergösger Gewerbetreff.

Max Feuz, Geschäftsführer der Firma e + h Services in Däniken und Moreno Cavaliere, Director Media Partners bei der Publicitas AG, Zürich, referierten am 14. Niedergösger Gewerbetreff vom Mittwochabend.

Niedergösgens Gemeindepräsident Kurt Henzmann konnte am Mittwochabend rund 60 Gewerbetreibende und Behördenmitglieder zum 14. Gewerbetreff im «Türmli» des Schlosshofes willkommen heissen. Nach der Begrüssung durfte er Werkmeister-Stellvertreter Bruno Eng für sein 35-jähriges Wirken zu Gunsten der Gemeinde ehren; er hatte seine Stelle am 1. Mai 1979 angetreten.

«Menschen mobiliseren»

Danach war die Reihe an Max Feuz, Geschäftsführer und Delegierter des Verwaltungsrates der Firma e + h Services, Däniken, für das erste Fachreferat des Abends, dies unter dem Motto: «Menschen in Unternehmen mobilisieren». Er führte den Anwesenden vor Augen, dass die Herausforderungen für viele Unternehmen heute schwierig seien, da viele Einzelkämpfer seien und die Teamarbeit oft zu kurz komme. Warten auf Anweisungen sei verbreiteter als selbständiges Handeln, die Kommunikationsflut stehe überlegten Handlungen oft im Weg.

«Ziel für jedes Unternehmen ist, dass alle gleichzeitig in die gleiche Richtung ziehen», forderte er. Jedes Geschäft müsse eine Vision haben, und die Mitarbeiter müssten gefördert werden. Es sei wichtig, gemeinsam attraktive Zukunftsbilder zu gestalten, Märkte abzuklären und nach innen eine interne Kultur und ein internes Wertesystem aufzubauen, um erfolgreich zu sein. Jedes Unternehmen verfüge über die drei Getrieberädchen Innovation und Produktionsmarketing; Offertstellung und Verkauf sowie Auftragsabwicklung. Diese Rädchen drehten sich unterschiedlich schnell.

«Führen heisst, den Mitarbeitern beibringen, dass die Aufgabenbereiche unterschiedlich verteilt sind, dass aber das Zusammenspiel klappen muss, wenn man Erfolg haben will». Wenn der Chef den Überblick verliere, komme es zu Feuerwehr-Übungen, und wenn die Innovationen ausblieben, verkaufe man am Schluss nur noch über den Preis. Für die Führung sei es zudem «wichtig, dass man den Menschen mag». Und Selbstbeobachtung sowie Selbstregulierung würden mithelfen, Burnouts zu vermeiden, gab er den Anwesenden mit auf den Weg.

Sich wandelnde Werbebranche

Der zweite Referent des Abends, Moreno Cavaliere, Director Media Partners bei der Publicitas AG, Zürich, in Niedergösgen aufgewachsen, verlieh einen Einblick in «Medienhäuser in einem rasant verändernden Umfeld». Er erwähnte, dass sich das Inserateunternehmen in einem Veränderungsprozess befinde, und er zeigte auf, dass gerade Unternehmen wie Google und Facebook Druck machten, indem sie laufend Daten von möglichen potenziellen Kunden sammeln. «Seien Sie vorsichtig mit der Herausgabe Ihrer Daten», mahnte er.

Der Werbemarkt, so Cavaliere, wachse zwar weltweit derzeit um rund fünf Prozent. Während das Internet ein Wachstum erfahren dürfe, sei der Werbemarkt bei Zeitungen und Magazinen am Schrumpfen. In der Schweiz beispielsweise werde der Anteil Werbeeinahmen in den Zeitungen von 2011 bis 2018 von 1,358 Mrd. Franken auf 907 Mio. Franken schrumpfen, währenddem der Anteil im Online-Bereich von 566 Mio. Franken im selben Zeitraum auf 1,129 Mrd. Franken steigen werde. «Wir als Publicitas können nur bestehen, wenn wir ein breit abgefächertes Portfolio anbieten», ist seine Überzeugung. Technologisch müsse man am Ball bleiben. Der Zukunft der Werbevermarktung liege im Online-Bereich, müsse aber doch menschlich bleiben. Der Fokus müsse beim Kerngeschäft, der Vermarktung von Werberaum bleiben.

«Das Husarenstück muss die digitale Plattform sein, um die Zukunft zu sichern», meinte er. Dabei erwähnte er zwei Medienunternehmen, die sich breit abstützten, um 24 Stunden am Tag im Kontakt mit den Kunden zu bleiben und ihre Daten zu sichern: Ringier und die AZ Medien-Gruppe. – Nach den Referaten bestand Gelegenheit, sich beim Apéro-Imbiss auszutauschen.

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