Geht es nach dem Gemeinderat von Mümliswil-Ramiswil, soll der Schulstandort Ramiswil aufgegeben werden. Grund dafür sind die sinkenden Schülerzahlen. Eine Unterschriftensammlung gegen diese Überlegungen zeigten bereits im Vorfeld einer Infoveranstaltung zur Zukunft der Schule, dass das Thema insbesondere die Ramiswiler bewegt.

Am Montagabend wurde nun klar: Die Ramiswiler wollen ihre Schule nicht aufgeben.

An der Infoveranstaltung zeigten nun der Gemeinderat und die Arbeitsgruppe «Zukunft Schule Mümliswil-Ramiswil» die Sachlage des Schulstandortes Ramiswil auf. Die Lage für den Standort hat sich durch die sinkenden Geburtenraten zugespitzt. In Ramiswil kamen in den letzten Jahren pro Jahr maximal fünf Kinder zur Welt.

Dies wirkte sich wie folgt aus: Im Schuljahr 2006/07 bewilligte das Volksschulamt noch neun Vollpensen für die Primarschule in Mümliswil sowie ein Vollpensum plus ein Teilpensum mit 23 Lektionen in Ramiswil. Für das laufende Jahr sind es noch fünf Vollpensen und zwei reduzierte Pensen für Mümliswil-Ramiswil – ohne Kindergarten. 

Neue Abteilungsgrössen

Der Gemeinderat habe die Schulplanung immer zugunsten von Ramiswil durchgewunken, was die Schulleitung auch schaffte», hielt der Gemeindepräsident fest. Wie Vizegemeindepräsidentin Rita Füeg erklärte, analysierte die Gruppe zuerst die Ausgangslage durch das Volksschulgesetz. Massgebend für die neue Lage seien die Berechnung der Schülerpauschalen sowie das Reglement über die Abteilungsgrössen.

Die Klassen müssen nun mindestens 20 Schüler zählen (vorher 18), damit die Pauschalen entrichtet werden. «Mit den Beträgen werden unter anderem die Besoldungskosten der Lehrpersonen, der Schulleitung, Stellvertretungen, Assistenzen, Förderung und Logopädie finanziert», legte Füeg dar. Die Arbeitsgruppe kam – im Hinblick auf die weiter sinkenden Schülerzahlen – zum Schluss, dass die beste Lösung sei, die Klassen nach Mümliswil zu verlegen.

Durch die Zusammenführung zeige die Lektionentafel eine deutliche Optimierung: Man kann die Lektionen von 246 auf 221 reduzieren. «Die Bergschulkinder können in Mümliswil am Mittagstisch verpflegt werden», schilderte Füeg. Der Schülertransport von den Höfen müsse neu geplant werden. Die anderen Schüler werden mit dem Postauto nach Mümliswil fahren, diese Kosten würde der Kanton tragen.

Es geht auch um Ramiswil

Die im Anschluss geführte Diskussion verlief äusserst emotional. Ein Vater bemerkte, dass nicht alle Kinder mit dem heutigen Eilzugstempo mithalten können und sein Kind in einer kleinen Klasse wie in Ramiswil besser aufgehoben wäre. Beat von Mühlenen aus Ramiswil bemängelte, dass nur eine Lösungsvariante präsentiert wurde. Weiter empfinde er es als Affront, dass nur die Lehrer und Eltern informiert worden seien. «Es geht nicht nur um die Schule, sondern um Ramiswil», konstatierte er.

Weiter wollte er wissen, warum nicht früher reagiert wurde – das Problem sei schon länger bekannt gewesen. Rita Füeg entgegnete, dass mehrere Varianten diskutiert wurden, diese aber nicht zielführend seien. Die Schulplanung sei jedes Jahr traktandiert worden, man schaute immer drei Jahre voraus und bisher konnten die Bedingungen erfüllt werden. Füeg räumt hingegen ein, dass die Gemeinde zu spät handelte und die Frage, warum die Bevölkerung nicht früher informiert wurde, berechtigt sei.

Im Raum standen einige ungeklärte Fragen, die bei den Anwesenden Unmut auslösten: Wie sieht der Schülertransport genau aus? Was passiert mit dem Schulhaus? Auf diese Fragen existieren momentan keine konkreten Antworten, da dies alles erst noch geplant werden muss und das kann erst nach definitivem Entscheid gemacht werden, wie ausgeführt wurde. Einige der anwesenden Eltern äusserten ihre Bedenken, ihr Kind mit dem Postauto nach Mümliswil fahren zu lassen. «Wer kommt denn noch nach Ramiswil, wenn man nichts mehr hat?», entrüstete sich zum Beispiel auch Anton Müller aus Ramiswil.

Noch nichts entschieden

Der Tenor in Ramiswil ist eindeutig: Die Einwohnerinnen und Einwohner fühlen sich benachteiligt, zu wenig einbezogen und zu wenig informiert. «Die Ramiswiler fühlen sich hintergangen. Das kann man jetzt nachholen. Die Betroffenen sollen die Fakten einsehen und die Chance erhalten, mitreden zu können», stellte Irmgard Bürgi aus Mümliswil fest.

Gemeindepräsident Kurt Bloch stimmte zu: «Wir nehmen aus diesen Meinungsäusserungen den Auftrag entgegen, dass man noch mal zusammenkommt.» Und betonte: «Dieser Abend diente lediglich der Information und keinem Entscheid.»