Am schulfreien Samstag, pünktlich um 9.30 Uhr, finden sich Ramon, Samuel, Sven, Laurin, Enia, Muriel und Nadin beim heimeligen Vereinslokal des Vereins Natur- und Vogelschutz Balsthal (NVB) an der St. Wolfgangstrasse (ehemalige Militärbaracke) ein und legen auf dem langen Tisch ihr Kursmaterial bereit: Den Arbeitsordner «Einführung in die Vogelkunde» und das Bestimmungsbuch «Was fliegt denn da?». Der Kursteilnehmer Severin hat sich krank melden müssen. Es ist bereits der zweite von insgesamt sechs Theoriehalbtagen.

Weiter beinhaltet der Grundkurs sechs Exkursionen, die entweder an einem Samstagnachmittag oder Sonntagmorgen stattfinden. Bei diesen Ausflügen wird das Gelernte in der Praxis angewendet. Gespannt schauen nun die Kinder (alles Viert- bis Sechstklässler) zu Kursleiter Anton Voegeli, der zu Beginn des Kursmorgens auf lockere Art und Weise testet, was vom letztmals behandelten Thema «Vögel am Wasser» noch vorhanden ist.

Anschliessend wird das Thema erweitert, denn am Nachmittag steht eine Exkursion an den Inkwilersee auf dem Programm. An diesem Grundkurs lernen die jungen Ornithologen nicht nur die Namen der Vögel auswendig, sie erfahren gleichzeitig viel über Lebensräume, Vorkommen, Nahrung und Fortpflanzung der verschiedensten Vogelarten.

Details wecken das Interesse

Anton Voegeli weiss immer wieder interessante Details und persönliche Erlebnisse einzuflechten. Das ist genau das, was ein erfahrener Ornithologe ausmacht und das Interesse der Kursteilnehmer zusätzlich wecken kann. So erfahren die Kinder zum Beispiel, dass die Krickente die kleinste Entenart bei uns sei oder die Tafelente ihren Namen deshalb trage, weil sie wegen ihres guten Fleisches gerne auf einer vornehmen Tafel aufgetischt wurde. Wer weiss schon, dass die Wasseramsel ihre Augenlider wie eine Taucherbrille herunterklappen kann, oder dass der Eisvogel sich jedes Mal kurz badet, nachdem er seine nicht gerade hygienischste Bruthöhle besucht hat.

Auch über den Flussuferläufer und den Flussregenpfeifer sind interessante Besonderheiten zu erfahren. Weitere Themen des Kurses sind: die Waldvögel, Vögel im Siedlungsraum, Vögel im Gebirge und Vögel im Kulturland. Am 16. Juni wird der Kurs zu Ende sein, dann gibt es nach bestandener Schlussprüfung ein Diplom und ein Schlussabend.

Wunsch: Jugendgruppe bilden

Hugo Roth, Präsident des NVB, erklärt, ein Ziel dieses Kurses bestehe auch darin, Nachwuchsförderung zu betreiben. Er gibt seinem Wunsch Ausdruck, dass aus ihren Bemühungen eine Jugendgruppe entstehen könnte. Rolf Meyer, zusammen mit Hans Bussmann ein weiteres Mitglied des Kursleiter-Teams, sagt: «Es gibt viele junge Ornithologen, die schon ein unglaublich grosses Wissen haben, sich immer weiter entwickeln und so zu ausgewiesenen Naturkennern werden.»

Weshalb aber opfern die acht jungen Teilnehmer ihre Freizeit für diesen Kurs? Dazu einige Aussagen: «Weil mich alles, was fliegt, sehr interessiert. Ich bin gerne in der Natur und kann viele Vögel benennen. Ich finde es gut, dass diese Tiere hier leben und draussen beobachtet werden können. Man lernt viel Spannendes über die Vögel kennen, wie zum Beispiel den Hochzeitstanz der Haubentaucher.»