Der vor rund 60 Jahren etwa 300 Meter nördlich der Kirche an der Kirchstrasse in Richtung Bärenacker angelegte neue Friedhof von Welschenrohr entspricht nicht mehr dem Zeitgeist.

Spürbar wird dies einerseits mit der stetig sinkenden Anzahl Erdbestattungen sowie andererseits mit der erhöhten Nachfrage für Urnengräber. Um diesen Bedürfnissen Rechnung zu tragen und den Zustand des Friedhofs insgesamt zu beurteilen, machte eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Gemeindepräsident Stefan Schneider, Hansueli Baggenstos, Ressortleiter der Werkkommission, Gemeindeschreiberin Beatrice Fink und Gemeindearbeiter Matthias Roth eine Bestandsaufnahme.

Bogenförmig angelegte Gräber

Im Gemeinderat wurden nun die Vorschläge der Arbeitsgruppe erläutert. Erste Arbeiten sollen bereits im kommenden Jahr in Angriff genommen werden. Geplant ist die Pflanzung von Bäumen zwischen der Aufbahrungshalle um dem Gerätehaus, wie Stefan Schneider ausführte.

Vorgesehen sind ferner Gartenarbeiten sowie die Entfernung des alten Brunnens bei der Aufbahrungshalle, um dem Friedhofareal ein gepflegteres Erscheinungsbild zu verpassen.
Als bedeutendste Änderung schlug die Arbeitsgruppe die Pflanzung von vorerst zwei kleinen bogenförmigen Hecken vor, aus deren Innenseite jeweils sechs bis acht Gräber angeordnet werden sollen.

Zielsetzung sei im Zuge der ordentlichen Räumung von Gräbern weitere solcher bogenförmig angeordneter Gräber zu schaffen, bis es schliesslich nur noch solche Grabstätten gebe. Bis zur Aufhebung der heute auf dem Friedhof vorherrschenden Reihensysteme würden rund zwei Jahrzehnte vergehen, bemerkte Schneider. Die so angelegten Gräber sollen mit einem Weg zugänglich gemacht werden. Zur Auflockerung des Bildes sollen auf den Grünflächen dazwischen Bäume angepflanzt und Ruhebänke installiert werden.

Neue «Schubladengräber»

In weiteren Etappen soll in den kommenden Jahren die Fassade der im Jahr 1980 erbauten Aufbahrungshalle renoviert werden. Bald ersetzt werden muss auch die noch aus den Anfangszeiten stammende Kühlanlage der Aufbahrungshalle. Akut sei das bei der noch mit FCKW betriebenen Anlage nicht, erklärte Schneider mit Verweis auf die hohen Kosten, welche ein Austausch mit sich bringen würde. Im Notfall müssten geeignete Massnamen ergriffen werden.

Neu sollen auf der Nordseite der Friedhofsmauer sogenannte Schubladen-Gräber angelegt werden, welche Platz für zehn bis zwölf Urnen bieten würden. Den frontseitigen Abschluss dieser Grabstätten bilden eine Platte sowie ein Behältnis für Blumen.

Urnengräber bekommen Stele

Eine Änderung soll es auch bei den Urnengräbern geben. Aktuell sind diese mit flachliegenden Platten ausgestattet, auf welchen im Winter bei darauf liegendem Schnee die eingravierten Namen nicht mehr sichtbar sind. Deshalb sollen Urnengräber neu mit senkrecht stehenden Steinplatten mit einer maximalen Höhe von 50 Zentimeter versehen werden dürfen.

Beim Gemeinschaftsgrab soll zudem neu ein Kasten aus Metall aufgestellt werden, in welchem die Namen der Verstorbenen aufgeführt werden. Als Grund für diese Neuerung wurde die starke Verblassung und die damit oft unleserlich werdenden Namen auf der Metallplatte durch Witterungseinflüsse erwähnt. Im neuen Metallkasten sollen die Namen mit Magnettafeln angebracht werden. So könnten bei Platzmangel ältere Namen entfernt werden.

Angesprochen wurde auch die den Friedhof umgebende Mauer. Um diese etwas beschaulicher zu machen, soll sie begrünt und teilweise mit zur Örtlichkeit passenden Graffitis versehen werden.

Im Gemeinderat wurden die Vorschläge der Arbeitsgruppe im Grundsatz auf positiv aufgenommen. Allerdings tauchten Fragen zu den Kosten auf, welche noch nicht vollumfänglich bekannt sind. Für die erste Etappe betragen die Kosten laut Schneider 15'000 Franken. Diese sind im Budget 2019 vorgesehen, wie Stefan Schneider bemerkte.

In Bezug auf das weitere Vorgehen versprach Schneider die verlangte Vorlegung eines Plans für die Sanierung und Umgestaltung des Friedhofs. Sämtliche Kosten bewegten sich im Rahmen des Friedhofunterhalts und verursachten deshalb keine Mehrausgaben, erklärte der Gemeindepräsident. Bevor die Detailplanung aufgenommen werde, benötige er aber einen Grundsatzentscheid des Gemeinderates für die Umsetzung des vorgestellten Konzepts.

Mit sieben Ja- gegen eine Nein-Stimme bei einer Enthaltung gab der Rat grünes Licht für die Sanierung und Umgestaltung des Friedhofs.