An seiner Generalversammlung zog der Verein «Freunde der Bergschule Brunnersberg» Bilanz über ein bewegtes Vereinsjahr, in welchem die Schliessung der über hundertjährigen Schule Tatsache wurde. Trotz dieser Enttäuschung sei der Einsatz zugunsten der Bergfamilien unverzichtbar gewesen, betonte der scheidende Präsident Alt-Nationalrat Urs Nussbaumer. Die anwesenden Bergbewohner unterstrichen, wie wertvoll es für sie war, dass sie den Kampf um ihre Bergschule nicht völlig allein ausfechten mussten. Der Gang bis ans Bundesgericht hätten sie von sich aus kaum gewagt. Immerhin müssten sie sich nun nicht dem Vorwurf aussetzen, die rechtlichen Mittel nicht ausgeschöpft zu haben.

Trotz aller Bemühungen der neuen Schulgemeinde Laupersdorf, den Bergkindern den Umstieg zu erleichtern, besteht laut Nussbaumer die Gefahr, dass die Schliessung des einzigen kulturellen Bezugszentrums auf dem Berg eine Sogwirkung nach dem Tal hin entfalten wird. Für seinen Einsatz wurde Nussbaumer zum Ehrenpräsidenten ernannt und dem scheidenden Lehrerehepaar Stephan und Eva Müller Hellmann die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

Die Versammlung verabschiedete eine Stellungnahme zur Schulschliessung. Darin wird betont, dass die für die Schliessung geltend gemachten pädagogischen Defizite eine grundsätzliche Diffamierung aller noch bestehenden kleinen Gesamtschulen darstellen. In der Logik dieser Argumentation müssten alle solchen Schulen geschlossen werden. Der Verein richtet einen Appell an die schweizerische Bildungsdirektorenkonferenz und an den Verband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz, kleine Gesamtschulen bildungspolitisch nicht zu disqualifizieren und geeignete Schritte für deren Erhaltung und Förderung zu unternehmen.

Nach seiner Wahl zum neuen Vereinspräsidenten beantwortete Josef C. Haefely (Mümliswil) die Frage, welche Aufgabe sich für einen Verein stelle, dessen Hauptzweck sich offensichtlich erledigt habe. Gemäss Statuten hätten die Bergschulfreunde aber weiterhin eine Informationsaufgabe wahrzunehmen. Wenn die Bergschule nun Geschichte sei, dürfe die Geschichtsschreibung nicht jenen überlassen werden, welche ihr Ende vorangetrieben hätten. Um den vielschichtigen Prozess der Schulschliessung zu erhellen, soll im Verlauf der nächsten Jahre ein weiteres Exemplar der «Bärgschuel-Zytig» erscheinen. Auch die zwischen Berg und Tal gewachsenen Beziehungen sollen im Vereinsrahmen weiterhin gepflegt werden. (mgt)