«Balsthal2032»

«Freie Wiesen sollen Überbauungen weichen» – Gruppe fürchtet, dass ländlicher Charakter verschwindet

Welche Zukunft für Balsthal? Einige Einwohner haben Sorge, dass der Ort seinen Dorf-Charakter verliert.

Welche Zukunft für Balsthal? Einige Einwohner haben Sorge, dass der Ort seinen Dorf-Charakter verliert.

Gegen die geplante Balsthaler Ortsplanung hat sich eine Gruppe gebildet. «Balsthal2032» will den Dorfcharakter erhalten.

«Balsthal - unser Dorf im Solothurner Jura» liegt der Interessengruppe «team mitenand balsthal 2032» am Herzen. Sie wehrt sich mittels Flugblätter und Argumenten auf ihrer Homepage gegen die geplanten Massnahmen der Ortsplanungsrevision. Diese lag während einigen Wochen, bis zum 16. Oktober auf der Gemeindekanzlei zur Mitwirkung auf. Man habe die Fakten studiert und Vorschläge eingereicht, sagt Linus Walter, Sprecher der Gruppe. Ob und was von ihren Argumenten dann Eingang in die Ortsplanungsrevision bekommt, darüber wisse man bis heute noch nichts.

«Grund für den Flyer und die Internetseite ist, dass sich in vielen Gesprächen mit Einwohnern gezeigt hat, dass sie gar nicht recht informiert sind. Daraufhin ist die Idee des Flyers und der Internetseite entstanden, unter anderem auch weil es wegen Corona gar nicht möglich ist, sich ohne Weiteres zu treffen, und viele aus Angst gar nicht zu den Mitwirkungsanlässen gegangen sind, erklärt Walter. «Wir wollen in sachlicher Art darauf hinweisen, dass scheinbar grosse Unterschiede zwischen dem räumlichen Leitbild von 2014 und der Ortsplanungsrevision bestehen.»

Wiesen sollen neuen Überbauungen weichen

Dass derzeit in Balsthal viel gebaut wird, sieht jeder. Auf der Homepage der Gruppe sind 13 geplante oder bereits im Bau befindliche, teils grössere Überbauungen aufgelistet, die zu den vorgesehenen Verdichtungszonen/ Schlüsselstellen hinzukommen. «Die angestossene Ortsplanungsrevision und das geplante neue Zonenreglement wird den ländlichen Charakter des Dorfes weitgehend verschwinden lassen», befürchtet daher das mitenand-Team.

Zum Beispiel soll der Fussballplatz Mühlefeld mit Strasse und Mehrfamilienhäusern überbaut werden. «Viele der letzten freien Wiesen, Bäume und Sträucher sollen neuen Überbauungen weichen», erklärt er.

Das räumliche Leitbild von 2014 wird ausgeblendet

Zwar sehe das räumliche Leitbild von 2014 für Balsthal ein moderates Wachstum mit einem Zuwachs von rund 30 Personen pro Jahr vor. Doch man frage sich: Wo ist das moderate, sozial und ökologisch verträgliche Wachstum geblieben? Wo bleibt die Wahrung des Dorfcharakters? «Mit dieser Ortsplanungsrevision wird sich der Bauboom noch verstärken, denn mit der vorliegenden Revision sollen die gesetzlichen Grundlagen für übermässige Bebauung und übermässige Verdichtung geschaffen werden», ist das Team überzeugt. «Die behördenverbindlichen Leitsätze im räumlichen Leitbild 2014 verstehen wir als Versprechen gegenüber der Bevölkerung, diese Planungsvorgaben auch umzusetzen.»

Walter zitiert aus der Internet-Seite: «Wir möchten die Gemeindebehörden zur Einhaltung des moderaten Wachstums ermutigen und veranlassen, das Zonenreglement anzupassen. Die angedachte, extreme Verdichtung sollte entschleunigt werden.»

Und weiter wird argumentiert: «Eine Verdichtung in dieser Weise in fast allen Zonen ist während der Ortsplanung unnötig, denn das Einwohnerziel von 6'400 Personen für das Jahr 2032 (gemäss räumliches Leitbild 2014), beziehungsweise 6'800 Personen im Jahr 2035, wird allein durch den Wohnungsbau innerhalb der Schlüsselstellen Sagi-Areal, Tela-Areal und Hunzikerwiese erreicht sein», ist man überzeugt. «Die bisher erstellten Wohnungen und Häuser noch nicht eingerechnet.» Der Fokus soll auf Erhaltung, Sanierung und Umbau liegen. «Auch soll die Bewahrung von land- und forstwirtschaftlich nutzbaren Flächen vor Überbauung stehen.»

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